Während der Feiertage haben Sie vielleicht Jakobsmuscheln genossen, eine Delikatesse, die regelmäßig auf Weihnachtsmenüs zu finden ist. Diese Muscheln, die als hübsche Behälter dienten, haben aber auch heute noch andere Verwendungsmöglichkeiten. Sie sind praktisch, wenn Sie keine Backformen mehr haben und plötzlich Lust auf Madeleines verspüren.
Jakobsmuscheln statt Miesmuscheln
Madeleines wecken Kindheitserinnerungen und schöne Erinnerungen an Omas Haus. Sie sind der Inbegriff von Omas Gebäck. Man tunkt sie in ein Glas Milch (ob Kuhmilch oder pflanzliche Alternative) und isst sie, bis man die Jeans aufknöpfen muss. Ein zeitloser Genuss, der perfekt zu heißer Schokolade oder Kaffee passt. Nostalgisch, verführerisch und großzügig – Madeleines wissen einfach, wie sie unseren Gaumen verwöhnen. Hat man erst einmal angefangen, einen Stapel Madeleines zu essen, kann man unmöglich nur eine essen.
Madeleines zu backen ist gar nicht so kompliziert, vorausgesetzt man hat die richtige Ausrüstung. Allerdings gehört die Madeleineform beim Einzug in eine neue Wohnung selten zur Grundausstattung. Und sich mit gekauften Madeleines zufriedenzugeben, die nur blasse Imitationen des Originalrezepts sind, kommt nicht in Frage.
Die Content-Creatorin @roxane.tardy hat eine Alternative zur traditionellen Förmchenform gefunden: Jakobsmuschelschalen (natürlich geleert und gewaschen). Diese Muscheln, die oft als Lebensmittelabfall entsorgt oder nach Festessen zu Schmuckhaltern weiterverwendet werden, haben die typische Form von Madeleines. Statt kleiner Madeleines erhält sie so ultra-fotogene und sehr appetitliche XXL-Kekse.
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Das Geheimnis perfekt geformter Madeleines
Die Verwendung von Muscheln aus dem Meer und seinen salzigen Landschaften für Madeleines ist eine raffinierte und zutiefst poetische Geste. Die Muschel hinterlässt ihren Abdruck im Teig, genau wie im nassen Sand. Die Rillen der Muschel treten nach dem Backen deutlich hervor und erwecken den Eindruck eines frisch gefangenen Krustentiers. Das sind Zeilen, die Baudelaire selbst hätte schreiben können. Genug der Prosa; uns interessiert hier, wie man diese schöne, luftige Wölbung in einer Form erzielt, die eigentlich gar nicht für Madeleines gedacht ist.
Die Content-Creatorin @roxane.tardy, bekannt dafür, ihre Outfits auf ihre kulinarischen Kreationen abzustimmen, verrät das Geheimnis hinter dem charakteristischen „aufgegangenen“ Madeleines-Effekt. Sie füllt den Teig in einen Spritzbeutel und kühlt ihn etwa 30 Minuten lang. Der Trick besteht darin, durch die Ofenhitze einen Temperaturschock zu erzeugen. Dadurch erhalten die Madeleines ihre ansprechende Kuppelform.
Diese weiteren Tipps, falls Sie keine Form haben
Die Verwendung von Jakobsmuschelschalen bedeutet, einem Gegenstand, der sonst im Müll landen würde, ein zweites Leben zu schenken. Dieser Ansatz passt perfekt zum Anti-Verschwendungs- und Kreativitätsethos, das von einer ganzen Generation so geschätzt wird. Allerdings hat nicht jeder leere Muschelschalen im Schrank, und manchmal muss man eben mit dem auskommen, was man hat. Diese Situation kennt jeder, der in einem Studentenwohnheim gewohnt und unzählige kulinarische Kreationen ausprobiert hat.
Zunächst einmal können Sie Muffinformen wiederverwenden. Das ist die gängigste und zuverlässigste Methode. Die Form wird etwas anders, runder, aber die Konsistenz bleibt die einer echten Madeleine. Auch Tarteletteformen eignen sich gut. Ihr leicht geriffelter Boden verleiht den Madeleines ein elegantes, fast teigartiges Aussehen. Sie backen darin gleichmäßig und behalten eine schöne Dicke. Zugegeben, die Madeleine verändert sich optisch etwas, aber wenn Sie die Augen schließen, fühlen Sie sich wie vor zwanzig Jahren, als Sie um 16 Uhr einen Zeichentrickfilm sahen.
In ihren Förmchen gebacken, wirken Madeleines besonders elegant und stehen den Gebäckspezialitäten von Luxushotels in nichts nach. Doch was sie wirklich auszeichnet, ist ihr unvergleichlicher Geschmack. In ihr weiches, zähes Inneres zu beißen, ist wie eine Reise in die Vergangenheit, ein Wiedererleben von Kindheitserinnerungen. Und genau dieses Gefühl kann Instagram einfach nicht einfangen.
