Ist Ihr Kleiderschrank überfüllt, und trotzdem haben Sie manchmal das Gefühl, nichts anzuziehen zu haben? Bevor Sie alles komplett ausmisten, denken Sie daran: Ausmisten ist nicht zwingend notwendig. Wenn Sie Ihren Kleiderschrank in Ihrem eigenen Tempo und ohne Druck reduzieren möchten, können Ihnen ein paar Tipps die Aufgabe erleichtern.
Die Dinge regeln, ja. Unter Druck stehen, nein.
Sie müssen Ihren Kleiderschrank nicht in ein Frühjahrsputzprojekt verwandeln oder sich zu einem perfekt aufgeräumten Zuhause zwingen, nur weil es angeblich so sein soll. Jeder geht seinen eigenen Weg, je nach Alltag, Vorlieben und persönlichem Verhältnis zu Kleidung. Es geht nicht darum, drei Hemden, zwei Hosen und einen Kleiderschrank wie aus dem Katalog zu besitzen. Vielmehr geht es darum, einen Kleiderschrank zu finden, in dem man den Überblick über seine tatsächliche Garderobe behält. Wenn Sie bewusst ausmisten möchten, finden Sie hier ein paar Tipps für einen gelungenen Start ohne schlechtes Gewissen.
1. Pack alles aus, aber mach keinen Marathonlauf.
Das ist wahrscheinlich der unangenehmste Teil: den Kleiderschrank komplett auszuräumen. Doch gerade dadurch sieht man jedes Kleidungsstück in einem ganz neuen Licht. Wenn die Kleidung auf den Bügeln bleibt, sieht man oft nur die Teile, die einem sofort ins Auge fallen. Durch das Ausräumen wird einem erst richtig bewusst, was man alles besitzt. Um die Arbeit nicht endlos erscheinen zu lassen, sollte man sich etwa zwei Stunden Zeit nehmen und Kategorie für Kategorie vorgehen: Oberteile, dann Hosen, dann Mäntel, zum Beispiel. So kann man seine Energie bis zum Schluss sparen.
2. Drei Batterien für bessere Sicht
Sobald du deine Kleidung ausgepackt hast, brauchst du keine weiteren Kategorien anzulegen. Drei Stapel reichen völlig aus: behalten, aussortieren und unentschlossen. Dieser letzte Stapel ist besonders hilfreich. Er verhindert, dass du sofort eine Entscheidung treffen musst, und ermöglicht es dir, die Kleidung, bei der du dir noch unsicher bist, beiseitezulegen. Lege sie in einen verschlossenen Karton und gib dir drei Monate Zeit. Wenn du in dieser Zeit keines der Kleidungsstücke vermisst hast, wird es dir wahrscheinlich leichter fallen, dich von ihnen zu trennen.
3. Die drei Fragen, die ins Schwarze getroffen haben
Bei jedem Kleidungsstück können Ihnen ein paar Fragen helfen, das berühmte „Man weiß nie“ zu überwinden.
- Haben Sie es in den letzten zwölf Monaten getragen?
- Würden Sie es heute im Laden zum gleichen Preis wieder kaufen?
- Kannst du es mit mindestens drei anderen Kleidungsstücken aus deinem Kleiderschrank kombinieren?
Lautet die Antwort immer wieder „Nein“, dann gehört das Kleidungsstück wohl in den „Aussortierstapel“. Das berüchtigte „Nur für alle Fälle“ kann tatsächlich viel Platz beanspruchen. Ein Outfit für einen hypothetischen Anlass aufzubewahren ist in Ordnung, wenn es einem wirklich gefällt. Bleibt es aber nur deshalb hinten im Schrank hängen, weil man befürchtet, es irgendwann einmal zu brauchen, sollte man diese Entscheidung ruhig noch einmal überdenken.
4. Der Mini-Test von umgekehrten Lenkern
Hier ist eine einfache Methode, um Ihre Gewohnheiten zu beobachten, ohne sich auf Ihr Gedächtnis verlassen zu müssen. Drehen Sie alle Ihre Kleiderbügel in dieselbe Richtung. Hängen Sie ein Kleidungsstück nach dem Tragen verkehrt herum auf. Nach sechs Monaten geben Ihnen die Kleidungsstücke, deren Bügel sich nicht bewegt haben, einen klaren Hinweis darauf, was Sie tatsächlich tragen. Sie müssen sich nicht schuldig fühlen, wenn Sie Kleidung vergessen haben: Dieser Test macht Ihre Gewohnheiten einfach sichtbarer.
5. Ordnen Sie Ihre Inhalte neu an, um besser zu sehen, was Ihnen gefällt.
Kleidung zu sortieren ist das eine, sie danach auch tragen zu können, das andere. Sortieren Sie Ihre Kleidung nach Kategorien und dann vielleicht nach Farben. So entdecken Sie doppelte Kleidungsstücke viel leichter. Oft merkt man erst dann, dass man mehrere sehr ähnliche Versionen desselben Kleidungsstücks besitzt: fünf weiße Hemden, mehrere fast identische Pullover oder eine beeindruckende Sammlung schwarzer Oberteile. Kleidung, die gerade nicht gebraucht wird, kann man oben oder in Kisten verstauen. So bleibt der am besten zugängliche Bereich für die Stücke, die Sie gerade tragen.
6. Und was ist mit den Kleidungsstücken, die Sie aussortieren?
Nicht alle Kleidungsstücke verdienen das gleiche Schicksal. Gut erhaltene Kleidung kann gespendet oder weiterverkauft werden. Ist sie beschädigt, aber leicht zu reparieren, lohnt sich der Gang zum Schneider: Ein Reißverschluss, ein Saum oder eine kleine Reparatur können ihre Lebensdauer deutlich verlängern. Wirklich abgetragene Kleidung sollte man am besten zu einer geeigneten Altkleidersammlung bringen, anstatt sie im Hausmüll zu entsorgen.
Kurz gesagt, es geht nicht darum, einen leeren Kleiderschrank zu haben oder einer neuen Aufräum-Vorschrift Folge zu leisten. Ein funktionaler Kleiderschrank ist vor allem übersichtlich: Man weiß, was man besitzt und findet die Lieblingsstücke schnell. Wer diese Ordnung dauerhaft beibehalten möchte, dem hilft eine einfache Regel: Ein Teil rein, ein Teil raus. Natürlich nur, wenn es zu einem passt. Hier gibt es keine Auszeichnung für den minimalistischsten Kleiderschrank.
