Pierre Sablé, ein Katalane, der in den Pyrénées-Orientales lebt, ist im Alter von 91 Jahren zum siebten Mal Vater geworden. Gemeinsam mit seiner Partnerin Aïcha, 39, begrüßte er die kleine Louisa Maria, das jüngste Kind einer Familie mit einer 60-jährigen ältesten Tochter. Diese „ungewöhnliche“ Vaterschaft, über die die Zeitung L’Indépendant berichtete, überraschte sein Umfeld, doch der Mann selbst nimmt sie gelassen hin.
Die Geburt von Louisa Maria und die Generationenkluft
Louisa Maria ist das siebte Kind von Pierre Sablé (Medaillengewinner bei den Marathonläufen in New York, Los Angeles und Rom in der Altersklasse über 80). Alle drei Kinder stammen von verschiedenen Müttern. Seine vorherigen Töchter sind Carole (60), Julie (50), Pauline (35), Céleste (30) und Jeanne (24); ein Sohn ist leider verstorben.
Pierre scherzt über sein Alter: „So alt bin ich gar nicht, ich bin 91!“ Er neckt sogar Robert De Niro, der mit 80 Vater wurde: „Du bist geschlagen, entschuldige, alter Mann.“ Er erklärt außerdem, dass er jeden Tag sehr präsent im Leben seiner Tochter ist: „Ich bin immer bei ihr, das ist toll.“
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Reaktionen der Menschen in seinem Umfeld und Pierres Antworten
Seine Freunde wiesen darauf hin, dass Louisa selbst im Falle eines 100. Lebensjahres nur zehn Jahre alt wäre, wenn sie stirbt. Pierre wiegelt ab: „In diesem Moment sterben Hunderte Millionen Menschen, verunglücken oder werden von ihren Eltern verlassen. Sie wird nicht verlassen werden; wir werden sie darauf vorbereiten.“ Auch die heftigere Kritik relativiert er: „Manche werden sagen, es sei außergewöhnlich. Vielleicht. Aber das ist nicht mein Problem. Ich lebe!“ Aïcha, die sich nach ihrer kinderlosen ersten Ehe ein Kind gewünscht hatte, beschreibt ihn als „sehr guten Vater, sehr guten Ehemann, sehr guten Lebenspartner“ und sagt, sie sei glücklich.
Familien- und Medienkontext
Das Paar lernte sich in einem Skigebiet kennen. Pierre Sablé, ein ehemaliger Landwirt und später erfolgreicher Sportler, lebt einen aktiven und optimistischen Lebensstil und kümmert sich nicht um Vorurteile. Ihre Geschichte verbreitete sich rasant in den sozialen Medien, wurde von Sud Radio und anderen Medien aufgegriffen und löste lebhafte Diskussionen über späte Vaterschaft, mögliche Erbschaften und Familienzyklen aus.
Auf X (ehemals Twitter) und Facebook äußerten sich einige Nutzer besonders kritisch: „In dem Alter sollte man keine Kinder mehr bekommen, das ist unverantwortlich“ oder „Dieses Baby wird seinen Vater zu früh verlieren, das ist egoistisch.“ Andere unterstellten finanzielle Motive und sprachen von „Zweckehen“ und „Erbschaftsmanövern“.
Umgekehrt gab es viele freundliche und bewundernde Kommentare: „Solange er liebevoll und gesund ist, sollte das Alter kein Hindernis sein“, „Jeder hat das Recht, seine Familie in seinem eigenen Tempo zu gründen“ oder sogar „Es ist eine wunderbare Lektion in Freiheit und Mut angesichts gesellschaftlicher Normen.“ Zwischen harschen Urteilen und unterstützenden Botschaften verdeutlicht diese Geschichte vor allem, wie unkonventionelle Lebenswege die gesellschaftlichen Vorstellungen von Familie, Alter und Elternschaft weiterhin infrage stellen.
Pierre Sablés Geschichte veranschaulicht letztlich eine sogenannte späte Vaterschaft, die starke Reaktionen hervorruft. Zwischen Bewunderung und Fragen hat sein Weg unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Er und seine Partnerin Aïcha betonen jedoch, dass sie diese Geburt gelassen erleben und zuversichtlich sind, Louisa Maria ein stabiles und liebevolles emotionales Umfeld bieten zu können.
