Die Behörden von Fujiyoshida (Präfektur Yamanashi, Japan) haben beschlossen, das Kirschblütenfest 2026, das traditionell ein sehr beliebtes Frühlingsereignis ist, abzusagen. Diese Maßnahme erfolgt als Reaktion auf den Tourismusdruck, der für die Anwohner und die lokale Umwelt als nicht tragbar angesehen wird.
Ein historisches Ereignis wurde gestoppt
Seit zehn Jahren lockte das Kirschblütenfest (Sakura Matsuri) im Arakurayama-Sengen-Park jeden Frühling Zehntausende Besucher an, die die Kirschblüten und den ikonischen Blick auf den Fuji mit der Chureito-Pagode im Hintergrund bewunderten. Für 2026 gab das Rathaus von Fujiyoshida in der Präfektur Yamanashi die vollständige Absage der Veranstaltung bekannt. Damit endet vorerst eine Tradition, die jährlich rund 200.000 Menschen anzog.
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Eine durch Übertourismus motivierte Entscheidung
Die Behörden erklärten, der zunehmende Touristenstrom habe die Kapazität des Geländes überstiegen und den Alltag der Anwohner beeinträchtigt. Zu den gemeldeten Problemen zählten Verkehrsstaus und tatsächliche städtische Belästigungen wie herumliegender Müll und respektloses Verhalten. Bürgermeister Shigeru Horiuchi betonte, dass trotz der Schönheit der Landschaft der Frieden und die Würde der Bürger bedroht seien, was die Absage des Festivals rechtfertige.
Vorfälle und öffentliche Sicherheit
Zu den als problematisch eingestuften Verhaltensweisen zählten die Behörden das unbefugte Betreten von Privatgrundstücken zur Benutzung von Toiletten sowie Fälle, in denen Exkremente in Wohngärten zurückgelassen wurden. Eltern äußerten zudem Besorgnis, nachdem sie beobachtet hatten, wie Kinder auf überfüllten Gehwegen geschubst wurden, was die Sorgen um die Sicherheit der Anwohner verstärkte.
Trotz der Absage wird die Saison weiterhin mit Spannung erwartet.
Auch wenn das offizielle Kirschblütenfest nicht stattfindet, werden die Kirschbäume im Frühling natürlich weiterblühen, und der Arakurayama-Sengen-Park wird voraussichtlich viele Besucher anziehen, die die Kirschblüte und den Fuji bewundern möchten. Um den Besucherandrang besser zu bewältigen, plant die Stadt Maßnahmen wie die Aufstellung von temporären Toiletten, verstärkte Sicherheitsvorkehrungen und verbesserte Parkmöglichkeiten.
Ein breiterer Trend in Japan
Diese Absage spiegelt letztlich ein allgemeineres Problem wider, mit dem mehrere sehr beliebte japanische Reiseziele konfrontiert sind: Der Massentourismus – angeheizt durch den schwachen Yen und den Aufstieg viraler Bilder in sozialen Netzwerken – stellt nun Herausforderungen hinsichtlich der Steuerung der Besucherströme und des Zusammenlebens mit den lokalen Gemeinschaften dar.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einstellung des Kirschblütenfestes am Fuji im Jahr 2026 die zunehmenden Spannungen zwischen internationalem Tourismus und dem Schutz der lokalen Lebensqualität verdeutlicht. Obwohl die Blütezeit in Japan weiterhin ein Höhepunkt ist, markiert diese Entscheidung einen wichtigen Schritt im Umgang mit dem Besucherandrang an bekannten Sehenswürdigkeiten.
