Sie betreten Ihr Badezimmer. Ist es sauber und ordentlich oder vollgestellt mit überquellenden Produkten, Handtüchern, Tuben und Accessoires? Was Sie sehen, könnte durchaus Ihren Stresspegel widerspiegeln – ein wichtigerer psychologischer Indikator, als Sie vielleicht denken.
Was Ihr Zuhause über Ihre psychische Gesundheit aussagt
Wissenschaftliche Studien belegen, dass Unordnung nicht nur optisch unangenehm ist, sondern auch biologische Auswirkungen auf Körper und Geist hat. Ein Artikel im „Personality and Social Psychology Bulletin“ von Forschern des UCLA-Zentrums für Familienalltag zeigt, dass die Beschreibung des eigenen Zuhauses – insbesondere die Wahrnehmung als „unordentlich“ oder „erholsam“ – mit unterschiedlichen Cortisolwerten, dem Stresshormon, zusammenhängt.
Bei Frauen, die in als stressig empfundenen Wohnungen lebten, war der Cortisolspiegel über den Tag hinweg abgeflacht und weniger günstig, während bei denjenigen, die ihre Wohnung als erholsam beschrieben, ein deutlicherer Rückgang dieses Hormons zu verzeichnen war: ein Zeichen für eine bessere Stressregulation.
Unordnung und das Gehirn: mehr als nur ein Eindruck
Dieses Phänomen ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Das Gehirn verarbeitet ständig visuelle Informationen aus seiner Umgebung. Wenn Ihr Badezimmer (oder ein anderer Raum) unordentlich ist, wird Ihre Aufmerksamkeit ständig – auch unbewusst – von sichtbaren Gegenständen in verschiedene Richtungen gelenkt. Dies führt zu einer kognitiven Überlastung, die die Konzentration beeinträchtigt, die Entscheidungsfindung verlangsamt und zu mentaler Erschöpfung führen kann.
Darüber hinaus trägt die kumulative Wirkung dieser unsichtbaren Anforderungen dazu bei, einen Zustand erhöhter Wachsamkeit aufrechtzuerhalten, was der Körper in einem anhaltenden Anstieg des Cortisolspiegels übersetzt. Dies ist nicht bloß eine Hypothese: Mehrere auf Verhaltenspsychologie spezialisierte Quellen bestätigen den Zusammenhang zwischen häuslicher Unordnung und erhöhten Cortisolwerten, insbesondere bei Frauen, die statistisch gesehen weniger stressresistent gegenüber häuslichem Stress und sozialen Erwartungen sind.
Wie Ihr Badezimmer Ihnen helfen kann, Stress abzubauen
Ein minimalistisches Umfeld bedeutet nicht, mit sehr wenigen Dingen zu leben. Es bedeutet, nur das zu behalten, was nützlich oder bedeutsam ist: die Produkte, die man tatsächlich benutzt, ordentlich aufbewahrt und mit genügend Freiraum für die Optik.
Indem Sie in Ihrem Badezimmer einen minimalistischen Ansatz verfolgen:
- Sie reduzieren die visuellen Signale, die unnötigerweise Aufmerksamkeit erfordern;
- Sie reduzieren die mentale Belastung, die mit Instandhaltung und Aufräumen verbunden ist;
- Und Sie schaffen einen Raum, der zur Entspannung einlädt, anstatt zur ständigen Stimulation.
Kurz gesagt, diese kleine Veränderung der Umgebung könnte Ihnen auf unerwartete Weise helfen, Ihren Stress zu regulieren: weniger visuelles Chaos, weniger Cortisol und mehr geistige Klarheit im Alltag.
