Auf TikTok und Instagram zieht die amerikanische Content-Creatorin Rachel Windley Speckman (@rachel_windley_speckman) mit einem Satz, der zu ihrem Markenzeichen geworden ist, Millionen von Aufrufen an: „Du bist dick, nicht hässlich.“ Hinter diesem Motto verbirgt sich Modeberatung für kurvige Frauen – mit einer befreiten, fröhlichen und selbstbewussten Art.
Ein Satz, der die Perspektive verändert
Auf den ersten Blick mag der Ausdruck überraschend wirken. Doch er ist Teil einer breiteren Bewegung für die Akzeptanz von Übergewicht, die das Wort „dick“ neutral, ohne Scham oder Wertung, verwenden möchte. Für Rachel Windley Speckman impliziert die Verwendung zahlreicher Euphemismen oft, dass das Wort an sich negativ sei. Ihre Botschaft ist daher klar: Übergewicht hat nichts mit Schönheit, Stil oder Wert eines Menschen zu tun.
Indem die Designerin jedes ihrer Videos mit diesem Satz eröffnet, schafft sie sofort die richtige Atmosphäre. Hier ist Mode kein Mittel zur „Korrektur“ eines Körpers. Sie ist ein Raum für Ausdruck, Kreativität und Freude, der allen Körpertypen zugänglich ist.
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Modetipps, die dich zu mehr Mut inspirieren
Was Internetnutzer so sehr an ihren Inhalten begeistert, ist auch der hohe Praxisbezug. Rachel Windley Speckman präsentiert in zahlreichen Outfit-Anproben verschiedene Kombinationen und gibt leicht umsetzbare Tipps für den Alltag. Farbenfrohe Kleider, XXL-Prints, strukturierte Schnitte, betonte Taillen, fließende Stoffe: Ihre Looks brechen mit vielen der Regeln, die lange Zeit für Plus-Size-Frauen galten.
Jahrelang wurde Plus-Size-Mode oft auf dunkle, weite Kleidung oder Kleidungsstücke reduziert, die den Körper „kaschieren“ sollten. In ihren Videos zeigt die Designerin genau das Gegenteil: Man muss nicht in seiner Kleidung verschwinden, um stilvoll zu sein. Sie erinnert uns auch daran, dass man nicht erst abnehmen muss, um das zu tragen, was man wirklich liebt. Ein Crop-Top, ein figurbetontes Kleid, eine Oversize-Jacke oder eine bedruckte Hose sollten niemals nur einem bestimmten Figurtyp vorbehalten sein.
Eine körperpositive Botschaft, die sich gut anfühlt
Abgesehen von der Kleidung ist es vor allem ihre Botschaft, die bei ihrer Community Anklang findet. Ihre Videos geben vielen Frauen das Gefühl, endlich in einer Modewelt repräsentiert zu werden, in der kurvige Figuren weitgehend unsichtbar bleiben. In den Kommentaren teilen Abonnenteninnen oft mit, wie sie die Freude am Stylen wiederentdeckt, mit Farben experimentiert oder einfach ihren persönlichen Stil auslebt.
Dieser körperpositive Ansatz bedeutet nicht, seinen Körper ständig zu lieben oder sich permanent selbstbewusst zu fühlen. Vielmehr ermutigt er uns, bestimmte Körperformen nicht länger als „weniger legitim“ zu betrachten und Freude an Mode zu haben. Und vor allem erinnert er uns daran, dass ein dicker Körper kein „Problem ist, das gelöst werden muss“.
Endlich eine inklusivere Mode!
Der Erfolg von Rachel Windley Speckman (@rachel_windley_speckman) verdeutlicht eine bestehende Lücke in der Modebranche. Trotz einiger Fortschritte in den letzten Jahren haben viele Plus-Size-Frauen nach wie vor Schwierigkeiten, modische Kleidung in ihrer Größe zu finden oder sich in Werbekampagnen und Zeitschriften repräsentiert zu sehen. Content-Creatorinnen wie sie tragen daher dazu bei, die Repräsentation zu erweitern und Mode inklusiver zu gestalten – sowohl hinsichtlich der angebotenen Größen als auch der vermittelten Bilder.
Der Erfolg beweist vor allem eines: Internetnutzer suchen keine Ratschläge, wie sie „optisch schlanker“ werden können. Sie wollen Menschen sehen, die ihren Stil selbstbewusst präsentieren, Raum einnehmen und Kleidung mit Freude tragen, unabhängig von ihrem Körpertyp.
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Mit ihrem viralen Ausspruch „Du bist dick, nicht hässlich“ und ihrer ungenierten Art verändert Rachel Windley Speckman nach und nach die Art und Weise, wie manche Frauen ihren Körper und ihre Garderobe betrachten.
