Laut einer Sexualtherapeutin gibt es 7 Dinge, die jedes Paar wissen sollte.

Intimität in einer Beziehung ist oft von hartnäckigen Überzeugungen, unnötigen Vergleichen und unausgesprochenem Druck geprägt. Selbst bei einer starken Bindung können diese vorgefassten Meinungen Zweifel säen oder die Freude trüben. Die klinische Psychologin Karen Gurney , Leiterin der Havelock Clinic in London, teilt auf Grundlage ihrer Erfahrung in der Paartherapie einfache und befreiende Erkenntnisse für eine entspanntere und vor allem eine Intimität, die besser zu den eigenen Bedürfnissen und Wünschen passt.

1. Der Orgasmus ist nicht das einzige Ziel

Anders als oft angenommen, misst sich eine erfüllte intime Beziehung nicht am Orgasmus. Lust ist kein Ziel, sondern entsteht durch gemeinsames Erkunden, Empfindungen und Verbundenheit. Wenn Paare sich Zeit nehmen und ihre Rhythmen und Praktiken variieren, wird das Erlebnis intensiver und befriedigender. Eure Körper verdienen es, in ihrer ganzen Vielfalt wahrgenommen zu werden – ohne Druck, ein bestimmtes Ergebnis erzielen zu müssen.

Und es ist ebenso wichtig, sich daran zu erinnern, dass Sexualität keine Pflicht innerhalb einer Partnerschaft ist: Jeder Mensch, jedes Paar, ist frei, seine Wünsche, seine Bedürfnisse und seine Art, seine Geschichte zu leben, selbst zu bestimmen, mit oder ohne Sexualität.

2. Schmerz ist niemals unvermeidlich

Ein Körper, der respektiert wird, leidet nicht. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind nicht normal und sollten niemals verharmlost werden. Entspannung, Erregung und Selbstvertrauen sind die wichtigsten Voraussetzungen für befriedigenden Sex. Wenn Beschwerden oder Schmerzen anhalten, ist der Besuch bei einer medizinischen Fachkraft ein Akt der Selbstfürsorge. Ihr Wohlbefinden und Ihre körperliche Gesundheit stehen an erster Stelle.

3. Es gibt keine „normale Sexualität“.

Häufigkeit, Praktiken, Fantasien: Es gibt keine allgemeingültigen Regeln. Jedes Paar entwickelt seine eigene intime Sprache. Der Versuch, sich an äußere Normen anzupassen, erstickt oft Lust und Spontaneität. Sexualität blüht auf, wenn man sich erlaubt, neugierig, kreativ und frei zu sein, ohne sich mit anderen zu vergleichen. Eure Wünsche sind legitim, egal welcher Art sie sind, solange sie geteilt und einvernehmlich sind.

4. Über Sex zu sprechen steigert das Verlangen.

Stillschweigendes Einverständnis ist wertvoll, ersetzt aber nicht die Worte. Der Mut, über den eigenen Körper, die Bedürfnisse, die Grenzen und die Freuden zu sprechen, schafft eine Atmosphäre emotionaler Sicherheit. Regelmäßige Kommunikation, statt nur gelegentlicher Gespräche, hilft, Missverständnisse zu vermeiden. Ein aufrichtiger Dialog fördert Vertrauen und gestaltet den Austausch harmonischer und bereichernder.

5. Penetration ist nicht zwingend erforderlich

Sexualität auf einen einzigen Akt zu reduzieren, kann das Erlebnis verarmen lassen. Intimität beschränkt sich nicht auf Penetration , geschweige denn auf ein sich wiederholendes Szenario. Das Erkunden anderer Formen des Kontakts, zärtlicher Berührungen und sinnlicher Spiele trägt dazu bei, Überraschung und Verlangen zu bewahren. Jeder Körper hat tausend Wege, Lust zu empfinden, und keiner ist besser als der andere.

6. Der Mythos vom „guten Geschäft“ ist irreführend.

Leistung hat im Schlafzimmer nichts zu suchen. Man kann nicht von sich aus „gut“ oder „schlecht“ sein: Sexualität ist eine Begegnung. Sie basiert auf Zuhören, Anpassung und Selbsterkenntnis. Sich im eigenen Körper wohlzufühlen, unabhängig von der Figur, ist ein starker Motor für Lust. Authentizität ist weitaus verführerischer als Perfektion.

7. Es ist menschlich, dass die Gedanken abschweifen.

Jeder schweift beim Sex mal mit den Gedanken ab. Diese Ablenkungen sind normal, solange sie nicht überhandnehmen. Wenn du lernst, dich wieder bewusst auf deine Empfindungen zu konzentrieren, insbesondere durch tägliche Achtsamkeitsübungen, kannst du präsenter sein. Je mehr du auf deinen Körper hörst, desto intensiver werden Lust und Verbundenheit.

Eine erfüllende Sexualität entsteht letztlich fernab von Erwartungen und Vergleichen. Sie gründet auf Respekt vor dem Körper, gegenseitiger Neugier und mitfühlender Kommunikation. Indem du dir erlaubst, ohne Wertung zu erkunden, verwandelst du Intimität in einen Raum der Freiheit, des Vergnügens und des gegenseitigen Vertrauens.

Fabienne Ba.
Fabienne Ba.
Ich bin Fabienne, Autorin für die Website „The Body Optimist“. Ich bin begeistert von der Kraft der Frauen und ihrer Fähigkeit, die Welt zu verändern. Ich glaube, Frauen haben eine einzigartige und wichtige Stimme, und es ist mir ein Anliegen, meinen Beitrag zur Gleichberechtigung zu leisten. Ich unterstütze nach Kräften Initiativen, die Frauen ermutigen, sich Gehör zu verschaffen.

LAISSER UN COMMENTAIRE

S'il vous plaît entrez votre commentaire!
S'il vous plaît entrez votre nom ici