Ein Angriff am helllichten Tag in einem Café in Melbourne, Australien, hat in den sozialen Medien Empörung ausgelöst. Am 25. April 2026, dem ANZAC-Tag, wurde die 19-jährige französische Kellnerin Anaïs Poupon von einem Passanten im Gesicht verletzt, als sie Speisen auf einen Tisch auf der Terrasse brachte. Die Aufnahmen der Überwachungskamera, die kürzlich vom Café online veröffentlicht wurden, wurden millionenfach angesehen und lösten weit verbreitete Empörung und eine Welle der Solidarität aus.
Der Sachverhalt: ein Übergriff während des Dienstes
Der Angriff ereignete sich gegen 13 Uhr vor dem Café La Vallée in der Keilor Road im Stadtteil Essendon im Nordwesten Melbournes. Auf den vom Café veröffentlichten Überwachungskameraaufnahmen ist zu sehen, wie die junge Kellnerin mit drei Tellern das Café verlässt, um Gäste auf der Terrasse zu bedienen. Eine vorbeigehende Frau schlägt plötzlich mit dem Boden gegen die Teller, die die Kellnerin im Gesicht treffen und dann auf dem Boden zerspringen. Die Passantin geht weiter, ohne anzuhalten, und lässt die junge Frau verletzt und unter Schock zurück.
Ein Video, das in Australien für Aufsehen sorgt
Das Café La Vallée veröffentlichte die Bilder auf seinem Instagram-Account und bat um Mithilfe: „Helfen Sie uns, diese Frau zu identifizieren.“ Das Video wurde schnell von zahlreichen australischen und internationalen Medien aufgegriffen. Laut Cafébesitzer Josh Rabie kam seine Kellnerin weinend, verletzt und mit Essensresten bedeckt ins Café. Er zeigte sich empört über die Brutalität des Vorfalls und nannte die Tat unfassbar.
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Das Zeugnis von Anaïs Poupon
In einem Interview mit der australischen Sendung „A Current Affair“ schilderte Anaïs Poupon den Vorfall sichtlich fassungslos. „Ich sah, dass meine Zähne ausgeschlagen waren und es stark blutete“, sagte die junge Kellnerin. Laut ihren Angaben sagte ihr Angreifer : „Es ist deine Schuld“, bevor er ging. „Ich sagte: ‚Was? Ich habe nichts getan. Ich mache nur meinen Job. Nein, tut mir leid, aber es ist nicht meine Schuld‘“, erzählte sie. Anaïs Poupon erklärte, dass sie zunächst befürchtete, ihre Zähne zu verlieren, bevor sie durch die erhaltene Behandlung beruhigt wurde. Ihre Mutter, die in Frankreich geblieben war, sagte, sie sei nach dem Angriff „sehr besorgt“ gewesen.
Es laufen Ermittlungen.
Die Polizei von Victoria hat bestätigt, dass sie Ermittlungen eingeleitet hat. Die Ermittler suchen nach der Frau, die auf den Überwachungskameraaufnahmen zu sehen ist. Laut einer offiziellen Mitteilung, über die australische Medien berichteten, trug die Verdächtige ein langärmeliges schwarzes Oberteil, hellblaue Jeans, eine Sonnenbrille und eine silberne Halskette mit Anhänger. Sie hatte Plastikflaschen mit Eiskaffee bei sich und hielt eine schwarze Jacke. Die Behörden bitten Zeugen, sich zu melden.
Eine breite Bewegung lokaler Solidarität
Der Angriff löste in Melbourne eine Welle der Anteilnahme aus. Die nahegelegene Zahnklinik Healthy Smiles bot sogar an, die Behandlungskosten der jungen Kellnerin kostenlos zu übernehmen. Auch andere Unternehmen engagierten sich: Ein Restaurant spendierte ein kostenloses Abendessen, und ein Jiu-Jitsu-Club schenkte ihr eine einjährige Mitgliedschaft in einem Selbstverteidigungskurs. Der ortsansässige Geschäftsmann Adrian Portelli setzte eine Belohnung von 5.000 australischen Dollar für Hinweise aus, die zur Identifizierung des Angreifers führen. Gleichzeitig sammelte eine von Anaïs Poupon, einer Freundin des Opfers, ins Leben gerufene GoFundMe-Kampagne mehrere Tausend Dollar, um ihre medizinischen Kosten und ihre Genesung zu unterstützen.
Eine Aussage, die die Restaurantbranche herausfordert
Der Vorfall rief auch eine öffentliche Reaktion von John Hart, dem Präsidenten von Restaurant and Catering Australia, hervor, der ihn als „inakzeptablen Angriff“ auf eine Fachkraft, die lediglich ihrer Arbeit nachging, verurteilte. Er betonte, dass Beschäftigte im Gastgewerbe eine wichtige Rolle im lokalen Gemeinschaftsleben spielen und niemals solchen Übergriffen ausgesetzt sein sollten. Dieser Angriff hat das Thema Sicherheit von Servicekräften, die aufgrund ihres Kontakts mit der Öffentlichkeit besonders gefährdet sind, erneut in den Fokus gerückt.
Anaïs Poupon konnte zwar inzwischen wieder arbeiten, hat aber laut ihrer Familie nach diesem traumatischen Erlebnis ihre Absicht geäußert, das Land zu verlassen. Neben dem Schock, den die Bilder auslösten, hat dieser Fall sowohl die Schutzbedürftigkeit junger ausländischer Arbeitskräfte im Ausland als auch die Fähigkeit einer Gemeinschaft, einem Opfer grundloser Gewalt beizustehen, deutlich gemacht.
