Warum sollte man sich zwischen Kraft und Make-up entscheiden müssen? Warum sollte Mascara Hanteln zum Zittern bringen? Als die amerikanische Rugby-Nationalspielerin Ilona Maher während eines Gewichthebertrainings mit Kommentaren zu ihrem Make-up konfrontiert wurde, beschloss sie, mit Stil – und ein paar gut gestemmten Kilos – zu antworten.
Eine Frage, die ärgert... und motiviert
Ilona Maher postete kürzlich ein Video auf Instagram. Die einleitende Frage lautet: „Warum trägst du Make-up beim Training? “ Der Ton ist gesetzt. Die Rugby-Spielerin trägt graue Leggings, einen hohen Pferdeschwanz und dezenten Schmuck und lächelt gelassen. Anschließend zeigt sie verschiedene Übungen: Bankdrücken mit 34 kg, Klimmzüge und kontrolliertes Rudern. Und das alles mit Mascara und Lippenstift.
Ihre Antwort, so einfach wie wirkungsvoll: „Warum nicht? Das macht mich nicht schwächer!“ Ein Satz, der wie ein Weckruf wirkt. Sie schrieb ihn sogar schwarz-weiß in die Bildunterschrift ihres Videos: „Meine Wimperntusche lässt meine Muskeln nicht schlanker wirken und macht meine Arbeitsmoral nicht zunichte.“ Anders gesagt: Ihr Aussehen definiert weder ihre Leistung noch ihre Entschlossenheit.
Im Jahr 2025, als Finalistin bei „Dancing with the Stars“, hob sie als erste Frau ihren Tanzpartner in der Show hoch. Ilona Maher brach damit erneut mit Konventionen: Ja, man kann kraftvoll, muskulös und spektakulär sein – und trotzdem Lipgloss lieben.
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Frauenkörper, immer wieder kommentiert
Hinter diesem Video verbirgt sich eine größere Realität. Frauenkörper werden ständig beäugt, kommentiert und analysiert. „Zu viel Make-up“, „zu wenig“, „zu muskulös“, „zu dünn“, „zu auffällig“, „zu dezent“. Doch das Prinzip ist einfach: Du kannst mit deinem Körper machen, was du willst. Mit deinem Gesicht. Mit deinem Stil.
Zugegeben, Make-up im Fitnessstudio ist aus dermatologischer Sicht nicht unbedingt empfehlenswert – vor allem, weil Foundation die Poren verstopfen und die Haut beim Sport am Atmen hindern kann –, aber es bleibt eine persönliche Entscheidung. Wenn du einen natürlichen Teint bevorzugst, um ungehindert schwitzen zu können, ist das völlig in Ordnung. Wenn du dich mit etwas Mascara oder etwas anderem wohler fühlst, ist das absolut legitim. Deine Stärke bemisst sich nicht an deinem Lippenstift oder dem Fehlen desselben.
Eine Welle der Unterstützung
Unter Ilona Mahers Post gingen zahlreiche Reaktionen ein. „Wir sollten frei entscheiden können, ob wir Make-up tragen oder nicht“, „Danke, dass du das ansprichst“, „Mit einer Olympiamedaille und all dem Druck ist Make-up das Letzte, woran ich denke.“ Mit über 5,4 Millionen Followern vermittelt Ilona Maher eine Botschaft, die weit über den Sport hinausreicht. Körperpositivität, Empowerment, Selbstbestätigung: Sie verkörpert eine Generation, die sich weigert, zwischen ihren vielen Facetten zu wählen. Kraftvoll und stilvoll. Muskulös und perfekt. Ernsthaft und verspielt: Sie beweist, dass Leistung und persönlicher Ausdruck sich nicht widersprechen.
Indem sie Gewichte hebt und auf Kritik reagiert, erinnert uns Ilona Maher an eine grundlegende Wahrheit: Dein Körper gehört dir. Und du hast jedes Recht, ihn so zu nutzen, wie du es für richtig hältst.
