Was isst man auf dem Mond? An Bord der Artemis-II-Mission müssen die Astronauten ihre Essgewohnheiten an die nahezu fehlende Schwerkraft anpassen. In der Orion-Kapsel ist es unmöglich, Mahlzeiten wie auf der Erde zuzubereiten oder anzurichten. Die Gerichte sind speziell so konzipiert, dass keine Krümel oder Flüssigkeiten in der Kabine herumschwirren und Geräte beschädigen oder von der Besatzung eingeatmet werden könnten.
gefriergetrocknete und rehydrierte Lebensmittel vor dem Verzehr
In einem Gespräch mit kanadischen Schülern, das von Reuters auf YouTube übertragen wurde, beschrieb die amerikanische Astronautin Christina Koch, wie Mahlzeiten im Weltraum zubereitet werden. Auf dem Speiseplan: Garnelencocktail, grüne Bohnen und Mac and Cheese. Vertraute Gerichte, aber in luftdichten Beuteln verpackt, um ein sicheres Essen in der Schwerelosigkeit zu ermöglichen.
Ein Großteil der von den Astronauten verzehrten Nahrung ist gefriergetrocknet. Bei diesem Verfahren wird den Lebensmitteln bei sehr niedrigen Temperaturen Wasser entzogen, um ihre Nährstoffe zu erhalten und gleichzeitig die Lagerung zu erleichtern. Vor dem Essen nutzen die Astronauten einen in die Orion-Kapsel integrierten Trinkwasserspender, um ihre Mahlzeiten zu rehydrieren.
Christina Koch nannte als Beispiel den von ihrem Kollegen Jeremy Hansen gewählten Garnelencocktail. Durch einfaches Hinzufügen der empfohlenen Wassermenge erhalten die Garnelen eine ähnliche Konsistenz wie frische Garnelen. Die Beutel können dann direkt mit speziellem Besteck verzehrt werden. Einige Gerichte lassen sich auch mit einem kompakten Speisenwärmer an Bord wieder aufwärmen. Traditionelle Kochmethoden sind jedoch weiterhin nicht möglich, da sich Flüssigkeiten und Fette in der Schwerelosigkeit anders verhalten.
Menüs, die auf die Gesundheit von Astronauten zugeschnitten sind
Die Mahlzeiten an Bord der Artemis-II-Mission werden von Wissenschaftlerteams zubereitet, die auf Weltraumernährung spezialisiert sind. Ziel ist es, eine ausgewogene Zufuhr von Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen zu gewährleisten, um die Gesundheit der Astronauten während der Mission aufrechtzuerhalten.
Im Weltraum kann der menschliche Körper verschiedene Veränderungen durchlaufen, darunter einen Rückgang der Muskelmasse und der Knochendichte. Eine geeignete Ernährung hilft, diese Auswirkungen abzumildern und liefert die nötige Energie für die täglichen Aufgaben. Die Speisepläne sind zudem abwechslungsreich gestaltet, da Genuss beim Essen zum psychischen Wohlbefinden während langer und isolierter Missionen beiträgt. Laut Christina Koch sind die angebotenen Mahlzeiten trotz ihres mitunter ungewöhnlichen Aussehens „ziemlich gut“.
Eine Schlüsselfrage für zukünftige Weltraummissionen
Nahrung ist ein Schlüsselelement der Weltraumforschung. Da die Missionen immer länger werden, insbesondere im Rahmen des Artemis-Programms, müssen die Raumfahrtagenturen Lösungen entwickeln, die eine nahrhafte Ernährung gewährleisten und gleichzeitig das von der Erde transportierte Gewicht begrenzen.
Es wird an der Verbesserung der Qualität von Weltraumnahrung geforscht und die Möglichkeit der direkten Nahrungsmittelproduktion im Weltraum untersucht. Diese Innovationen könnten bei zukünftigen bemannten Missionen zum Mond oder Mars eine entscheidende Rolle spielen.
Die Mahlzeiten, die den Artemis-Astronauten serviert wurden, verdeutlichen, wie sehr das Leben im Weltraum selbst einfachste Aufgaben anpasst. Hinter den gefriergetrockneten Mahlzeiten steckt wichtige wissenschaftliche Arbeit, die Gesundheit, Energie und Komfort der Besatzung gewährleisten soll. Essen im Weltraum ist nicht länger nur eine technische Herausforderung, sondern auch ein entscheidender Schritt für zukünftige bemannte Missionen zum Mond und darüber hinaus.
