Man könnte meinen, der Kühlschrank sei der sicherste Ort für Eier. In Frankreich kann diese tief verwurzelte Gewohnheit jedoch kontraproduktiv sein. Die Art der Aufbewahrung beeinflusst nämlich maßgeblich die Sicherheit und Frische der Eier.
Warum der Kühlschrank nicht immer dein Freund ist
Anders als in den USA werden Eier in Frankreich vor dem Verkauf nicht gewaschen. Ihre natürliche Kutikula, diese dünne Schutzschicht, bleibt intakt und wirkt als Barriere gegen Bakterien, insbesondere Salmonellen. Wenn man Eier im Kühlschrank aufbewahrt und sie dann zum Kochen herausnimmt, bildet sich Kondenswasser auf der Schale. Diese Feuchtigkeit schwächt die Kutikula und erhöht paradoxerweise das Risiko einer Kontamination.
Experten empfehlen daher, Eier bei einer konstanten Raumtemperatur zwischen 13 und 18 °C zu lagern und die maximale Lagerdauer von 28 Tagen ab dem angegebenen Legedatum einzuhalten. Ein bei Raumtemperatur sachgemäß gelagertes Ei bleibt frisch und sicher und muss nicht gekühlt werden.
Die goldenen Regeln für optimale Konservierung
- Bei Zimmertemperatur: Das ist ideal für französische Eier. Lagern Sie sie mit der Spitze nach unten im Originalkarton, geschützt vor Licht und starken Gerüchen wie denen von Käse oder Zwiebeln.
- Kühlen Sie die Eier nur dann, wenn Sie vorgekühlte Eier gekauft haben und die Kühlkette eingehalten wurde. Legen Sie sie immer in der Mitte des Kühlschranks, niemals in die Tür, in ihrer Originalverpackung und vermeiden Sie es, sie kurz vor dem Verzehr herauszunehmen, um Kondensation zu verhindern.
- Ein Karton auf einer kühlen Arbeitsfläche ist oft die beste Lösung. So bleiben Ihre Eier länger frisch, ohne dass Sie sie unnötig anfassen oder zusätzliche Risiken eingehen müssen. Dadurch bleiben sowohl ihre Qualität als auch ihr Nährwert erhalten.
- Weitere Tipps: Waschen Sie Ihre Eier niemals, werfen Sie Eier mit beschädigter Schale weg und kochen Sie sie gründlich durch, insbesondere für gefährdete Personen wie Kinder, Schwangere oder immungeschwächte Personen.
Was die Behörden sagen
Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) weist Verbraucher darauf hin, dass die Lagerung von Eiern über drei Wochen hinaus, selbst im Kühlschrank, das Salmonellenrisiko erhöhen kann. In Frankreich empfiehlt die ANSES (Französische Agentur für Lebensmittel-, Umwelt- und Arbeitsschutz) daher, Eier bei Zimmertemperatur zu lagern und das Mindesthaltbarkeitsdatum zu überprüfen. Für gewaschene amerikanische Eier ist die Kühlung weiterhin sinnvoll, für unbehandelte europäische Eier hingegen ist eine konstante Temperatur am besten geeignet, um Frische und Sicherheit zu gewährleisten.
Was wäre, wenn man gar keine Eier bräuchte?
Sie müssen keine Eier essen. Kochen ohne Eier oder Milch ist problemlos möglich, und die meisten klassischen Rezepte lassen sich komplett pflanzlich zubereiten. Hier ein paar einfache Tipps:
- Aufgeschlagener Kichererbsensaft ersetzt das geschlagene Eiweiß.
- Maisstärke, Kartoffelstärke, Tapioka oder Pfeilwurzelstärke nehmen im angefeuchteten Zustand eine gelartige Konsistenz an, die der von Eiern ähnelt, und wirken als Bindemittel.
- Leinsamen oder Chiasamen bilden bei Kontakt mit Wasser Schleimstoffe und können Eier in Terrinen, herzhaften Gerichten oder sogar Muffins ersetzen.
- Fruchtkompotte wie Apfel- oder Gemüsepürees (Kürbis, Karotten, Zucchini) ersetzen Eier und verleihen süßen Gebäcken Feuchtigkeit und Leichtigkeit oder dienen zum Andicken herzhafter Gebäcke.
- Agar-Agar eignet sich ideal für Terrinen, Cremes, Panna Cotta oder Flan.
- Seidentofu oder Sojajoghurt eignen sich, wenn im Rezept viele Eier benötigt werden.
- Um den Geschmack von hartgekochten Eiern wiederherzustellen, genügen ein paar Prisen Kala Namak (schwarzes Salz).
Ob es nun darum geht, Ihre Eier unter optimalen Bedingungen aufzubewahren oder ohne sie zu kochen, Sie behalten die Kontrolle über Ihre Ernährung und können mit völliger Freiheit köstliche und sichere Gerichte zubereiten.
