Während du dich am liebsten unter die Decke kuscheln und Morpheus begrüßen würdest, sprühst du vor Energie. Morgens kommst du nur schwer in die Gänge, abends fühlst du dich fantastisch. Zugegeben, diese nächtliche Vitalität erlaubt es dir, den Abwasch zu erledigen, die Wäsche aufzuhängen und einen Großteil deiner To-do-Liste abzuarbeiten, aber sie ist ein Zeichen für ein inneres Ungleichgewicht.
Wenn der Körper aus dem Gleichgewicht gerät.
In einem gut regulierten Körper durchläuft Cortisol, oft auch als „Wachhormon“ bezeichnet, einen präzisen Zyklus. Es erreicht morgens seinen Höhepunkt, um die Energie zu steigern, und sinkt im Laufe des Tages allmählich ab, um Melatonin, dem Schlafhormon , Platz zu machen. Wenn dieser Rhythmus umgekehrt ist – wenn der Cortisolspiegel abends ansteigt – sendet der Körper falsche Signale: Wir fühlen uns voller Energie, genau in dem Moment, in dem wir zur Ruhe kommen sollten. Die Folge: verzögertes Einschlafen, leichter Schlaf, nächtliches Erwachen … und chronische Müdigkeit nach dem Aufwachen.
Diese Umkehrung des Hormonzyklus ähnelt einem inneren Jetlag. Der Körper weiß nicht mehr, wann er ruhen und wann er aktiv sein soll. Langfristig kann dies das Gleichgewicht des gesamten Nervensystems stören und Stress, Reizbarkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten verstärken.
Diesen Beitrag auf Instagram ansehen
Die häufigsten Ursachen
Dieses Ungleichgewicht entsteht nicht zufällig. Es ist oft das Ergebnis einer Anhäufung kleiner, alltäglicher Gewohnheiten, die das Nervensystem in einem Zustand ständiger Alarmbereitschaft halten.
- Abendliche Reizüberflutung: Bildschirme, soziale Medien, Arbeits-E-Mails oder anregende Serien … alles, was die Aufmerksamkeit fesselt, hindert das Gehirn am Abschalten. Insbesondere blaues Licht hemmt die natürliche Melatoninproduktion.
- Ein zu spätes oder zu zuckerhaltiges Abendessen: Eine Mahlzeit mit vielen einfachen Kohlenhydraten oder schweren Fetten bringt den Blutzuckerspiegel durcheinander und veranlasst den Körper, Cortisol auszuschütten, um den Blutzucker zu stabilisieren. Dies ist der bekannte „Energieschub“, der oft fälschlicherweise für einen natürlichen Energieschub gehalten wird.
- Ein gestörter zirkadianer Rhythmus: Unregelmäßige Schlafens- und Essenszeiten, ständiges Hinauszögern des Zubettgehens oder häufiges Leben in künstlichem Licht destabilisieren die nächtliche Hormonausschüttung.
Ein Signal, das man beachten und nicht ignorieren sollte.
Dieser abendliche Energieschub ist kein Zufall: Er ist ein Warnsignal des Körpers. Im Grunde sagt er: „Ich bin erschöpft, aber ich weiß nicht, wie ich mich erholen soll.“ Ignoriert man dieses Signal, setzt man den Teufelskreis nur fort: Je später man ins Bett geht, desto höher bleibt der Cortisolspiegel und desto leichter und weniger erholsam wird der Schlaf.
Der erste Schritt besteht daher darin, diesen Moment neuer Energie zu beobachten: Wann tritt er auf? Nach welchem Tagesverlauf? Diese Hinweise helfen oft zu verstehen, was ihn ausgelöst hat: ein üppiges Abendessen, ein langer Abend vor dem Bildschirm oder angestauter Stress.
Ratschläge von Naturheilpraktikern zur Wiederherstellung der Ruhe
- Schalten Sie am späten Nachmittag einen Gang zurück. Planen Sie nach 19 Uhr keine anregenden Aktivitäten mehr ein, damit Ihr Körper allmählich zur Ruhe kommt.
- Schaffen Sie sich ein beruhigendes Ritual. Gedämpftes Licht, bewusstes Atmen, Lesen, ein entspannender Tee oder sanfte Dehnübungen signalisieren dem Gehirn, dass die Nacht naht.
- Essen Sie früh zu Abend, am besten vor 20 Uhr, und konzentrieren Sie sich dabei auf gekochtes Gemüse, mageres Eiweiß und gesunde Fette (Avocado, Nüsse, Olivenöl).
- Vermeiden Sie Bildschirme. Ersetzen Sie das endlose Scrollen auf Ihrem Handy durch einen ruhigen Moment ohne Lichtreize.
- Finden Sie zurück zu Ihrem natürlichen Rhythmus. Versuchen Sie, sich morgens dem Tageslicht auszusetzen und abends künstliche Lichtquellen zu reduzieren, um Ihre innere Uhr wieder in Einklang zu bringen.
Wenn Sie also das nächste Mal abends einen Energieschub verspüren, geben Sie nicht dem Drang nach, um 23 Uhr Ihre Schränke aufzuräumen oder ein neues Projekt zu beginnen. Betrachten Sie es als eine Botschaft Ihres Körpers: Er braucht Regelmäßigkeit, Sanftheit und Ruhe.
