Eine Niederländerin behauptet, ihr Ex-Partner habe sie gezwungen, sich seinen Namen mehrfach tätowieren zu lassen. Ihre Aussage ist nun Teil einer Kampagne, die auf psychische Gewalt in Partnerschaften aufmerksam machen will.
Im Laufe einer als toxisch beschriebenen Beziehung wurden ihr mehr als 200 Tätowierungen aufgezwungen.
Eine Niederländerin, die nur unter dem Namen Joke bekannt ist, behauptet, von ihrem Ex-Partner während einer, wie sie es beschreibt, destruktiven Beziehung zu Tätowierungen gezwungen worden zu sein. Laut Berichten der niederländischen Presse soll das Opfer gezwungen worden sein, sich den Namen oder die Initialen ihres Ex-Partners mehr als 200 Mal auf verschiedene Körperstellen tätowieren zu lassen.
Laut der niederländischen Stiftung „Spijt van Tattoo“ wurden diese Tätowierungen mutmaßlich mit online gekaufter Ausrüstung unter emotionaler Manipulation und psychischem Druck gestochen. Die Organisation gibt an, dass das Opfer mehrere Jahre in Angst und Demütigung lebte.
Eine Aufklärungskampagne zum Thema psychische Gewalt
Jokes Geschichte ist Teil einer Aufklärungskampagne der Spijt van Tattoo Foundation, die Menschen unterstützt, die sich Tattoos entfernen lassen möchten, die mit schwierigen Erlebnissen verbunden sind. Die Kampagne mit dem Titel „Uit je hart, uit je huid“ („Aus dem Herzen, von der Haut“) sammelt Spenden, um Tattooentfernungen zu finanzieren.
Laut der Stiftung lassen sich manche Frauen unter Zwang oder im Kontext emotionaler Manipulation tätowieren, was dauerhafte psychische Narben hinterlassen kann. Mehrere Experten weisen darauf hin, dass bestimmte Formen häuslicher Gewalt Mechanismen der Kontrolle über Körper und Aussehen beinhalten können.


Ein mehrjähriger Löschprozess
Laut der Stiftung „Spijt van Tattoo“ wurde das Opfer rund drei Jahre lang unterstützt, um die Tätowierungen schrittweise entfernen zu lassen. An dem Prozess waren mehrere Fachleute beteiligt, darunter ein Spezialist für Laser-Tattooentfernung sowie Experten aus dem medizinischen und künstlerischen Bereich. Die Stiftung berichtet, dass die meisten Tätowierungen erfolgreich entfernt wurden, obwohl vereinzelt Spuren zurückbleiben können. Tattooentfernungen erfordern oft mehrere Sitzungen im zeitlichen Abstand, damit die Haut heilen kann.
Ein Problem im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt
Opferhilfsorganisationen betonen, dass physischer oder psychischer Zwang in missbräuchlichen Beziehungen viele Formen annehmen kann. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) umfasst häusliche Gewalt auch Handlungen, die darauf abzielen, den Körper oder das Aussehen einer Person zu kontrollieren. Aufklärungskampagnen sollen Opfer gezielt dazu ermutigen, Hilfe zu suchen und die Öffentlichkeit besser über diese Situationen zu informieren.
Die Kampagne der Spijt van Tattoo Foundation hat zum Ziel, das Bewusstsein für ein noch immer wenig bekanntes Problem zu schärfen. Durch die Veröffentlichung persönlicher Berichte möchte die Organisation die Anerkennung psychischer Gewalt fördern und den Zugang zu geeigneter Unterstützung erleichtern. Die beteiligten Verbände betonen die Wichtigkeit von Unterstützungsstrukturen für Menschen in solchen Situationen.
