Den ganzen Sommer über ist Sonnencreme genauso oft dabei wie du. Sie verbringt Stunden im Kofferraum, wo sie sich fast wie eine Sauna aufheizt, und liegt auf dem heißen Sand, während du schwimmst. Wenn sie nicht in deiner Strandtasche ist, lässt du sie wahrscheinlich irgendwo im Haus liegen, gut sichtbar. Doch der Aufbewahrungsort kann ihre Wirksamkeit beeinflussen.
Der Aufbewahrungsort Ihrer Sonnencreme ist wichtig.
Sonnencreme begleitet dich auf all deinen Sommerabenteuern, von der Gartenliege bis zu den Felsen am Meer und sogar auf den Tischdecken für deine Mahlzeiten im Freien. Manchmal vergisst du sie vielleicht auf dem Rücksitz deines Autos, der sich in eine regelrechte Sauna verwandelt hat, oder du wirfst sie in deiner Ungeduld, ins Wasser zu springen, achtlos auf dein Handtuch, und der Behälter fängt schnell an zu kochen. Obwohl dieses schützende Mittel für heiße Tage und die Sommerhitze entwickelt wurde, solltest du es lieber nicht übertreiben.
Und wenn man nicht unterwegs ist, verstaut man Sonnencreme oft eher achtlos im Haus, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen. Vielleicht steht sie neben den anderen Medikamenten im Medizinschrank oder auf dem Waschtisch im Badezimmer , zwischen Feuchtigkeitscreme und Zahnbürste. Laut einem britischen Arzt, der eine Praxis für ästhetische Chirurgie betreibt, ist diese scheinbar logische Platzierung jedoch nicht optimal.
Während Parfums lichtgeschützt aufbewahrt werden sollten, um ihren Duft zu erhalten und ein Verderben zu verhindern, verhält es sich bei Sonnenschutzmitteln etwas anders. Im Badezimmer herrscht aufgrund des Duschdampfs eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese würde Baufachleute alarmieren. „Das bedeutet, dass das Produkt möglicherweise nicht mehr wirksam vor Hautschäden schützt“, warnen sie in der Daily Mail.
Empfehlungen eines Arztes zur richtigen Aufbewahrung
Laut Experten verliert Sonnenschutzmittel an Wirksamkeit, wenn es im Badezimmer bei Tageslicht aufbewahrt wird. Es kann die Haut dann nicht mehr richtig schützen. Das Eincremen kann somit wirkungslos sein. Damit Sonnenschutzmittel ihre Schutzwirkung optimal entfalten können, sollte es kühl, trocken und vor Hitze und direkter Sonneneinstrahlung geschützt aufbewahrt werden.
Dr. Isabelle Gallay, eine Dermatologin, die mit Doctissimo sprach, hat eine weniger eindeutige Meinung zu diesem Thema. Sie relativiert die Aussagen ihrer Kollegin und weist darauf hin, dass Sonnenschutzmittel naturgemäß für heiße Nachmittage am Strand, Ausflüge in wüstenähnliche Gebiete und Sonnenbaden ohne Sonnenschirm entwickelt wurden. „Für mich ist es völlig in Ordnung, die Sonnencreme im Badezimmer aufzubewahren. Diese Produkte sind hitzebeständig und für die Verwendung im Freien konzipiert!“, erklärt sie. Das heißt jedoch nicht, dass man nicht einige bewährte Praktiken beachten sollte, wie beispielsweise die Tube in einer Tasche im Schatten oder sogar in einer Kühlbox aufzubewahren.
Die anderen Regeln guter Praxis, die allzu oft vernachlässigt werden
Die Dermatologin betont ihrerseits, wie wichtig es ist, das Verfallsdatum von Sonnenschutzmitteln zu überprüfen. Ihrer Meinung nach sollte man Sonnenschutzmittel am besten jede Saison erneuern, selbst wenn die Tube vom letzten Jahr noch halb voll ist. „Eine geöffnete Tube oder ein Spray war Sauerstoff, Licht und Wärme ausgesetzt, wodurch die schützenden Moleküle abgebaut werden. Daher ist es nicht ratsam, die Creme zu verwenden. Im besten Fall hat sie ihre Wirksamkeit verloren, im schlimmsten Fall kann sie sogar giftig werden“, erklärte sie. Um sich das Datum der ersten Öffnung zu merken, kann man es gerne mit einem Stift auf die Verpackung schreiben.
Neben der richtigen Aufbewahrung erinnert uns der Dermatologe an eine entscheidende und oft übersehene Regel: die aufgetragene Menge. Viele verwenden ihre Sonnencreme wie ein kostbares Serum und tupfen nur wenige Tropfen auf Gesicht oder Schultern. Eine sparsam aufgetragene Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 bietet jedoch nicht mehr den vollen Schutz, den sie verdient. Um den auf der Verpackung angegebenen Schutz zu erreichen, muss man großzügig sein und alle unbedeckten Hautstellen gleichmäßig eincremen, auch jene, die wir oft vergessen.
Ein weiterer wichtiger Schritt: Sonnenschutzmittel erneut auftragen. Sorgfältiges Eincremen um 9 Uhr morgens vor dem Verlassen des Hauses garantiert keinen Schutz bis Sonnenuntergang. Durch Schwitzen, Schwimmen, Abtrocknen mit dem Handtuch und die Zeit, die man im Freien verbringt, nimmt die Wirksamkeit des Sonnenschutzmittels ab. Experten empfehlen daher generell, alle zwei Stunden und nach jedem Schwimmen erneut Sonnenschutzmittel aufzutragen, selbst bei sogenannten wasserfesten Produkten.
Sonnenschutzmittel sind ein wertvoller Helfer, aber kein unverwundbarer Schutz. Es ist wichtig, die Anweisungen und medizinischen Empfehlungen zu befolgen, um eine sanfte Bräune zu entwickeln und nicht mit den verkohlten Kebabs auf dem Grill zu konkurrieren.
