Jahrelang schrieb uns die Mode vor, was wir vermeiden sollten, um unsere Figur vorteilhaft in Szene zu setzen. „Zu weit“, „zu lang“, „zu verhüllend“: Bestimmte Kleidungsstücke hatten einen schlechten Ruf. Im Herbst/Winter 2026/2027 feiern sie ihr Comeback und etablieren sich als wichtige Trends.
Der lange Strickrock wird aus dem Schrank geholt.
Lange Zeit galt der lange Strickrock als Inbegriff von Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden oder wurde gar als schwerfällig und figurunvorteilhaft kritisiert – doch er hat eine komplette Wandlung durchgemacht. In dieser Saison avanciert er sogar zum unverzichtbaren Basic. Man sieht ihn in Rippstrick, grafischen Mustern oder Fischgrätmuster, oft kombiniert mit kniehohen Stiefeln und passenden Kleidungsstücken. Sein natürlicher, schwerer Fall verleiht ihm eine wunderschöne Form und sorgt für einen strukturierten Look, ohne die Silhouette zu steifen.
Das Ergebnis? Ein warmes, bequemes und elegantes Kleidungsstück, mit dem Sie ein Outfit kreieren können, das sowohl gemütlich als auch selbstbewusst wirkt. Der Beweis, dass das, was einst als „zu viel“ galt, letztendlich genau das sein kann, was einem Outfit seinen Charakter verleiht.
Der übergroße Mantel betont sein Volumen.
Es gab eine Zeit, da mussten Mäntel eng anliegen, um die Silhouette nicht zu erdrücken. 2026 scheint diese Regel (endlich) überholt zu sein. Oversize-Mäntel sind der letzte Schrei, gefertigt aus warmen Materialien wie Wolle, mit großzügigen Schnitten und in unkomplizierten Farben wie Camel, Erdtönen oder dunklen Nuancen. Hier geht es nicht mehr darum, den Körper durch Kleidung zu definieren, sondern mit Proportionen zu spielen.
Und genau das macht diesen Trend so attraktiv: Ein locker sitzender Mantel kann einen eleganten, modernen und außergewöhnlich bequemen Look kreieren. Man kann sich darin einhüllen, ohne das Gefühl zu haben, zwischen Komfort und Stil wählen zu müssen.
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Das Strickkleid ist sowohl modisch als auch bequem.
Einst als „zu formlos“ kritisiert, feiert das Strickkleid nun sein Comeback. Und es muss sich ganz offensichtlich nicht mehr für seinen Komfort entschuldigen. Ob gerippt oder im Zopfmuster – es lässt sich solo als komplettes Outfit tragen, mit einem schmalen Gürtel, der die Taille betont, und kniehohen Stiefeln, die dem Look Struktur verleihen.
Dieser Trend erzählt eine durchaus ermutigende Geschichte: Komfort gilt nicht länger zwangsläufig als Gegensatz zu Stil. Ein Outfit kann weich, praktisch, warm und gleichzeitig sehr modisch sein.
Das Übereinanderlegen von Schichten bricht die alten Regeln
Kleidungsschichten, die einst unvereinbar schienen? Genau das ist einer der reizvollsten Trends der Saison. Ein dünnes Oberteil über einem Strickpullover, eine Jacke zum Rock, bewusst gemischte Stoffe und Stile: Layering muss 2026 nicht perfekt aufeinander abgestimmt sein, um zu funktionieren. Im Gegenteil, sein Charme liegt oft gerade in der unerwarteten Note.
Was man früher als „geschmacklosen Fehler“ betrachtet hätte, wird so zu einer echten Stilentscheidung. Der Materialmix ermöglicht es, mit Texturen, Volumen und Kombinationen zu spielen und das Kleidungsstück gleichzeitig an unterschiedliche Temperaturen anzupassen.
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Was wäre, wenn „schmeichelhaft“ nicht mehr das richtige Kriterium wäre?
Diese vier Trends haben eines gemeinsam: Sie wurden lange Zeit abgelehnt, weil man ihnen vorwarf, nicht schmeichelhaft genug zu sein. Doch was bedeutet dieses vielzitierte „schmeichelhaft“ eigentlich? Oft wurde der Begriff verwendet, um Kleidung zu beschreiben, die bestimmte Körperpartien „schlanker machen“, „strecken“, „strukturieren“ oder „korrigieren“ sollte. Eine sehr restriktive Sichtweise auf Kleidung, die den Eindruck erwecken konnte, man müsse ständig sein Aussehen „optimieren“.
Heute scheint Kleidung (endlich) mehr für das geschätzt zu werden, was sie ermöglicht: sich frei bewegen zu können, sich wohlzufühlen, warm zu bleiben, die eigene Persönlichkeit auszudrücken oder einfach etwas zu tragen, das uns gefällt.
Trends kommen und gehen, aber dein Stil bleibt.
Achte darauf, diese Veränderung nicht zur neuen Regel zu machen. Trends kommen und gehen, verschwinden und kehren manchmal Jahre später mit einem neuen Etikett zurück. Und vor allem: Du bist absolut nicht verpflichtet, dem Trend zu folgen. Gefällt dir ein langer Strickrock? Dann trag ihn! Spricht dich ein Strickkleid überhaupt nicht an? Kein Problem! Was in Zeitschriften, auf dem Laufsteg oder in den sozialen Medien als „trendy“ präsentiert wird, ist niemals verpflichtend. Genauso kann dir ein Kleidungsstück, das als „outfashion“ gilt, durchaus gefallen. Dein Stil muss nicht mit dem Modekalender übereinstimmen, um authentisch zu sein.
Der wahre Trend? Trage, was deine Persönlichkeit widerspiegelt.
Das Ende des Jahres 2026 zeigt letztendlich, dass verschiedene Silhouetten nebeneinander existieren können, ohne dass eine davon als die „richtige Art, sich zu kleiden“ dargestellt wird. Vielleicht ist dies die interessanteste Veränderung: die Erweiterung der Möglichkeiten, anstatt eine Liste von Verboten durch eine neue Liste von „Trends, denen man folgen sollte“, zu ersetzen.
Schließlich soll Kleidung auch dazu beitragen, dass man sich wohlfühlt. Und wenn das Kleidungsstück, das einst als „unvorteilhaft“ galt, genau das ist, in dem man sich am wohlsten fühlt, ist das wohl ein hervorragender Grund, es zu tragen.
