Ganz gleich, in welcher Situation, verspürst du ständig dieses zwanghafte Bedürfnis, die Leere zwischen deinen Fingern zu füllen. Du führst sie zum Mund, lässt sie knacken oder wickelst sie um eine Haarsträhne. In extremen Notfällen spielst du vielleicht sogar Cheerleader mit einem Stift. Deine Hände sind hyperaktiv und können kaum ohne Ablenkung funktionieren. Und das sind keine harmlosen Tics.
Lenken Sie Ihre Hände ab, um sich besser konzentrieren zu können.
In der Schule bastelten wir Flugzeuge aus Papierblättern, klapperten mit unseren Stiften über die Tische, spielten wild mit den Kappen unserer Bleistifte und den Reißverschlüssen unserer Federmäppchen. Manchmal kritzelten wir willkürliche Linien in unsere Hefte oder füllten die leeren Stellen mit blauer Tinte aus. Unsere Hände waren immer in Bewegung.
Auch im Erwachsenenalter setzen sich diese unwillkürlichen Handbewegungen fort und bewegen sich unwillkürlich um den Körper. Das zeigt sich im Trend von Stressbällen, DIY-Schleim-Sets, Fidget Spinnern und Stachelringen. Manchmal knüllen wir im Meeting den Kragen unserer Bluse zusammen, kritzeln ziellos auf einen Haftzettel oder schnappen nach unserer Halskette wie eine Katze nach einem Wollknäuel. Oft als Zeichen von Langeweile oder Tagträumen gedeutet, helfen diese unwillkürlichen Handbewegungen tatsächlich dabei, unsere Gedanken zu fokussieren und die geistige Klarheit zu verbessern.
„Wenn wir uns bewegen und aktiv sind, verändern wir die Neurochemie unseres Gehirns auf ähnliche Weise wie ein Medikament“, erklärt Kelly Lambert, Neurowissenschaftlerin an der Universität Richmond, gegenüber CBS News . Mit anderen Worten: Lebhafte Hände vermitteln den Eindruck von Kontrolle.
Die Hände beschäftigen, um den Geist zu beruhigen
Bereits im 19. Jahrhundert verschrieben Ärzte Frauen mit Angstzuständen Stricken. Diese uralte Tätigkeit ist übrigens auch heute noch in Händen zu finden, die sonst von Smartphones belegt sind. „Es mag simpel klingen, aber es ist wichtig zu wissen, dass repetitive Bewegungen die Produktion bestimmter Neurotransmitter anregen. Und wenn man etwas fertigstellt, wie eine Mütze oder einen Schal, empfindet man Zufriedenheit“, erklärt der Experte.
Es ist kein Zufall, dass so viele Menschen gärtnern , stricken, Töpferkurse besuchen und Kunstkurse besuchen. In einer Zeit sitzender Tätigkeiten, bei denen die Hände nur über die Tastatur gleiten, erleben kreative Aktivitäten, die die Finger wie Instrumente einsetzen, ein Comeback. „Wenn man etwas erschafft, malt, kocht oder Gegenstände zusammenbaut und beide Hände kreativer nutzt, regt das das Gehirn stärker an“, erklärt der Wissenschaftler.
Manuelle Tätigkeiten: die aussagekräftigsten Beispiele
Um zu diesem Schluss zu gelangen, beobachtete die Forscherin dasselbe Verhalten bei Nagetieren. Die Tiere, die graben und somit ihre Pfoten benutzen mussten, um Nahrung zu finden, zeigten deutlich bessere Anzeichen psychischer Gesundheit als die von ihr so genannten „privilegierten Ratten“, die von dieser Aufgabe befreit waren. „Wenn wir also ein Tier nahmen, das perfekt mit seiner Umgebung im Einklang war, und ihm einfach seine Belohnungen gaben, ohne dass es sich anstrengen musste, stieg sein Stresshormonspiegel rapide an – es verlor alle positiven Effekte“, erklärt sie. Diese Situation lässt sich problemlos auf den Menschen übertragen.
Ob Sie nun beim Putzen ein Möbelstück abwischen, versuchen, ein online gefundenes Muster mit der Rückseite einer Nadel nachzusticken, oder die Lücken in einem Malen-nach-Zahlen-Buch ausfüllen – das Ergebnis ist immer dasselbe. Diese Tätigkeiten, ob sie nun in einem handgefertigten Kunstwerk münden oder rein der Meditation dienen, beruhigen den Geist. Ihre Hand ist also nicht nur zum Tippen auf Ihrem Smartphone da. Mit Bedacht eingesetzt, kann sie Ihnen zu innerem Frieden verhelfen.
Wenn Ihre Finger das nächste Mal scheinbar grundlos zappeln, denken Sie an diese Erklärung. Diese Geste ist alles andere als sinnlos, sondern eine natürliche Art, für Ihr Gehirn und Ihr Wohlbefinden zu sorgen. Es ist kein Zeichen von Unaufmerksamkeit, sondern ein Schutzmechanismus, eine oft missverstandene Meditationstechnik.
