Charlize Theron blickt auf ihre Hollywood-Karriere zurück und prangert „inakzeptables Verhalten“ an, das sie heute nicht mehr tolerieren würde. In einem Interview mit dem Magazin AnOther spricht die südafrikanisch-amerikanische Schauspielerin, Produzentin und Model offen über den Sexismus in der Branche, ihr Bedürfnis, die Kontrolle zurückzugewinnen, und ihre heutige Herangehensweise an ihren Beruf.
Eine befreite Stimme
Charlize Theron berichtet von Demütigungen und Respektlosigkeiten am Set, die sie schon in ihren Anfängen als Model und später als Schauspielerin erlebt hat. Sie beschreibt Castings, Filmdrehs und Fotoshootings, bei denen Regisseure oder Fotografen aggressives oder aufdringliches Verhalten an den Tag legten, das sie heute als „unerträglich“ bezeichnet. So erzählt sie beispielsweise, dass sie kürzlich einen Fotografen zurechtweisen musste, der sie ohne Vorwarnung unter dem Vorwand, ihre Kleidung zu richten, berührt hatte – ein Verhalten, das sie nun nicht mehr toleriert.
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Von der „Trophäe“ zur Frau, die sich entscheidet
Charlize Theron erklärt außerdem, dass man in den 1990er-Jahren oft nur dann Erfolg hatte, wenn man die Rolle einer schmückenden Frau akzeptierte. Sie erinnert sich, wie Schauspielerinnen in ihrem Umfeld nach drei Filmen als „austauschbar“ galten, was sie früh dazu brachte, über eine Strategie für eine langfristige Karriere nachzudenken. Ihre Obsession, sagt sie, war es, die Branche zu überraschen und zu beweisen, dass hinter dem blonden Image, das man ihr zuschrieb, „mehr“ steckte: „Ich bin eine erwachsene Frau. Ich möchte meine künstlerische Zukunft selbst in die Hand nehmen.“
Produzieren, um die Kontrolle zurückzuerlangen
Charlize Theron betont, wie wichtig es für sie war, vor rund 25 Jahren Produzentin zu werden – zu einer Zeit, als Schauspielerinnen in dieser Rolle noch nicht wirklich ernst genommen wurden. Fasziniert von den Abläufen hinter den Kulissen des Filmemachens, wollte sie in alles involviert sein: von der Auswahl der Regisseure über das Schreiben und Schneiden bis hin zur Schauspielerführung, um, wie sie es ausdrückt, „ein wenig Kontrolle“ über ihr eigenes künstlerisches Schicksal zu haben. Sie erklärt, dass sie ihre Arbeit heute in zwei Rollen sieht: die der „verletzlichen und sensiblen“ Schauspielerin und die der Produzentin, die diese Verletzlichkeit schützt und sich aus der Vogelperspektive für die Qualität der Filme einsetzt.
Älter werden, Widerstand leisten und den Status quo weiterhin in Frage stellen
Charlize Theron weigert sich, Angst vor dem Älterwerden zu haben, obwohl sie die körperlichen Herausforderungen bei Actionfilmdrehs, wie ihrem kommenden Film „Apex“, anerkennt. Sie erzählt, wie sie ihren Körper bis an seine Grenzen trieb und die Dreharbeiten sogar mit Verletzungen abschloss, die Operationen erforderten – ohne dabei ihren Anspruch auf Authentizität und Realismus zu vernachlässigen. Für sie besteht die Herausforderung im Zeitalter von KI und standardisierten Inhalten darin, weiterhin Werke zu schaffen, die herausfordern, Konzentration erfordern und Frauen in all ihrer emotionalen Komplexität zeigen, fernab von Klischees und beruhigenden Stereotypen.
Letztendlich nutzt Charlize Theron ihre Bekanntheit, um über Dinge zu sprechen, die viele lange verschwiegen haben: die alltägliche Gewalt in Hollywood, den Druck, dem Frauen ausgesetzt sind, und ihr Bedürfnis, die Kontrolle über ihre eigenen Geschichten zurückzugewinnen. Durch ihre Offenheit, ihr Engagement als Produzentin und ihre Rollenwahl hat sie sich mehr denn je als wichtige Stimme des zeitgenössischen Kinos etabliert.
