Laut Forschern stimuliert dieses Hobby das Gehirn.

Wenn Langeweile aufkommt, greifen viele Menschen instinktiv zum Smartphone. Doch laut Forschern könnte eine bestimmte Aktivität diese Durststrecken in ein echtes Gehirntraining verwandeln. Was wäre, wenn der Schlüssel nicht darin bestünde, Langeweile zu vermeiden, sondern sie besser zu nutzen?

Langeweile, ein entscheidender Moment für das Gehirn

Langeweile gehört zum Alltag. Anders als oft angenommen, ist dieser Zustand nicht zwangsläufig negativ . Mehrere psychologische Studien haben gezeigt, dass Momente der Inaktivität Kreativität und Selbstreflexion fördern können. Es kommt ganz darauf an, wie wir diese Zeit nutzen. Passive Inhalte wie das Scrollen durch soziale Medien aktivieren nicht dieselben kognitiven Mechanismen wie eine strukturierte Tätigkeit. Genau dies untersuchten Forscher der Universität von Oregon. Ihr Ergebnis: Die Wahl der Aktivität während eines Moments der Langeweile kann messbare Auswirkungen auf bestimmte Gehirnfunktionen haben.

Spielen zur Förderung kognitiver Fähigkeiten

Laut dieser Studie können kurze Online-Brettspielrunden – wie etwa „Leiterspiel“ oder Bingo – grundlegende mathematische Fähigkeiten stärken. Die Forscher beobachteten eine signifikante Verbesserung von Fähigkeiten wie:

  • das Zählen,
  • Zahlenerkennung,
  • Mengen verstehen.

Diese Spiele, die oft nur als Unterhaltung wahrgenommen werden, beanspruchen tatsächlich verschiedene kognitive Prozesse. Sie erfordern Aufmerksamkeit, Antizipation und das Lösen von Regeln – allesamt Elemente, die die Gehirnaktivität anregen. Laut Gena Nelson, der Leiterin der Studie, zeigen die Ergebnisse, dass selbst kurze Spielrunden bei regelmäßiger Anwendung positive Effekte haben können.

Eine Auswirkung auf den präfrontalen Kortex

Experten weisen zudem darauf hin, dass diese Art von Spiel den präfrontalen Cortex aktiviert, eine Hirnregion, die an exekutiven Funktionen beteiligt ist. Dazu gehören insbesondere:

  • Planung,
  • Entscheidungsfindung,
  • Pulssteuerung.

Die Neurologin Natalie Mackenzie erklärt im Independent, dass Spiele als multisensorische Stimulatoren wirken. Sie sprechen den Sehsinn an, aber auch die Propriozeption – also die Wahrnehmung des Körpers im Raum –, wenn sie Manipulation oder Interaktion beinhalten. Diese kombinierte Stimulation trägt dazu bei, das Gehirn wach zu halten, insbesondere in Situationen, in denen die Aufmerksamkeit leicht abschweifen kann.

Eine aktivere Alternative zum "Scrollen"

Bei Langeweile greifen viele Menschen reflexartig zum Smartphone, um schnell Inhalte abzurufen. Forscher weisen jedoch darauf hin, dass digitale Aktivitäten nicht alle gleichwertig sind. Strukturierte und interaktive Spiele auf dem Smartphone fördern die kognitiven Fähigkeiten deutlich stärker als der passive Konsum von Inhalten. Das zu erreichende Ziel, die zu befolgenden Regeln und die zu treffenden Entscheidungen sorgen für eine intensivere geistige Auseinandersetzung. Dieser Unterschied ist besonders wichtig für Kinder und Jugendliche, deren Gehirn sich noch entwickelt. Wissenschaftler empfehlen daher, einfache, aber anregende Spiele in den Alltag zu integrieren.

Sozialleistungen auch

Neben mathematischen Fähigkeiten und exekutiven Funktionen können Brettspiele – auch in digitaler Form – soziale Bindungen stärken, wenn sie gemeinsam gespielt werden. Das Verfolgen eines gemeinsamen Ziels, das Abwechseln und das Steuern von Interaktionen fördern Kooperation und Kommunikation. Diese sozialen Aspekte tragen auch zur allgemeinen kognitiven Entwicklung bei. Für jüngere Kinder können solche Momente Gelegenheiten für informelles Lernen bieten, frei von akademischem Druck und dennoch mit messbaren Vorteilen.

Langeweile in eine Chance verwandeln

Es geht nicht darum, Momente der Inaktivität gänzlich zu verbannen. Langeweile kann produktiv sein und die Fantasie sowie die Selbstreflexion anregen. Wenn wir sie jedoch bewusst füllen, scheinen manche Aktivitäten vorteilhafter als andere. Die Ergebnisse einer Studie der Universität Oregon legen nahe, dass bereits eine einfache Gewohnheitsänderung – beispielsweise die Wahl eines digitalen Brettspiels anstelle des automatischen Scrollens – die Gehirnaktivität anregen kann.

Kurz gesagt: Wenn Langeweile aufkommt, können Online-Brettspiele weit mehr als nur ein Zeitvertreib sein. Anstatt Langeweile als eine Leere zu betrachten, die um jeden Preis gefüllt werden muss, ermutigt uns diese Studie, sie als Chance zu sehen. Mit der richtigen Aktivität kann sie in jedem Alter zu einer wertvollen Gelegenheit werden, das Gehirn zu trainieren.

Fabienne Ba.
Fabienne Ba.
Ich bin Fabienne, Autorin für die Website „The Body Optimist“. Ich bin begeistert von der Kraft der Frauen und ihrer Fähigkeit, die Welt zu verändern. Ich glaube, Frauen haben eine einzigartige und wichtige Stimme, und es ist mir ein Anliegen, meinen Beitrag zur Gleichberechtigung zu leisten. Ich unterstütze nach Kräften Initiativen, die Frauen ermutigen, sich Gehör zu verschaffen.

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