Unsere Stimmung ist nie statisch: Sie schwankt von Tag zu Tag, beeinflusst von unseren Routinen, Verpflichtungen und Momenten der Entspannung. Forscher haben diese Schwankungen untersucht, um herauszufinden, welche Wochentage uns das größte Wohlbefinden bieten – und die Ergebnisse sind überraschend.
Eine groß angelegte Studie zum Verständnis unserer Stimmungen.
Wissenschaftler des University College London (UCL) begleiteten fast 50.000 Erwachsene über zwei Jahre, um zu beobachten, wie sich ihre Stimmung im Laufe der Woche veränderte. Die in BMJ Mental Health veröffentlichte Studie nutzte etablierte Instrumente wie den PHQ-9 zur Messung depressiver Symptome und den GAD-7 zur Erfassung von Angstzuständen. Diese Indikatoren ermöglichen ein indirektes Verständnis des Wohlbefindens, indem sie beobachten, wie sich emotionale Schwankungen im Alltag auswirken. Das Ergebnis? Die Stimmung ist nicht einheitlich: Manche Tage sind deutlich positiver als andere.
Montagmorgen: ein überraschender Aufschwung
Viele Menschen fürchten Montage, doch die Wissenschaft zeigt, dass für manche das Gegenteil der Fall ist: Montagmorgen können ein Moment der Freude sein. Nach der Erholung am Wochenende fühlen sich viele erfrischt, motiviert und bereit für die neue Woche. Forscher bezeichnen dies als regenerativen Effekt: Das Wochenende ermöglicht es uns, angestauten Druck abzubauen, uns zu erholen und die kommenden Tage zu planen. So wird der Montag zu einer Art „Neuanfang“, einer Quelle des Optimismus und neuer Energie.
Freitagmorgen: Vorfreude aufs Wochenende
Ein weiterer idealer Zeitpunkt für Wohlbefinden ist der Freitagmorgen. Mit dem nahenden Wochenende verspüren viele Menschen unmittelbare Zufriedenheit, die mit der Vorfreude auf freie Zeit, Freizeitaktivitäten oder gesellige Treffen einhergeht. Psychologisch betrachtet regt die Vorfreude auf ein positives Ereignis die Produktion von Neurotransmittern an, die mit Freude und Motivation verbunden sind. Der Freitagmorgen verbindet somit ein Gefühl der Erfüllung mit vorweggenommener Freude und erzeugt eine optimistische Stimmung vor der Entspannung am Wochenende.
Mitte der Woche: Schwierigere Tage
Im Gegensatz dazu sind Mittwoch und Donnerstag oft anstrengender. Angestaute Müdigkeit, ein hektisches Tempo und die Abfolge beruflicher und privater Aufgaben können die Stimmung belasten. Das ist aber kein Grund zur Sorge: Es handelt sich lediglich um natürliche Wochenrhythmen, in denen die psychische Vitalität je nach Arbeitsbelastung und dem Abstand zur nächsten freien Zeit schwankt. Wenn Sie diese Schwankungen verstehen, können Sie Ihren Zeitplan besser organisieren, beispielsweise indem Sie angenehme Aktivitäten oder strategische Pausen mitten in der Woche einplanen, um diesem Energietief entgegenzuwirken.
Sonntagabend: ein bekanntes Phänomen
Obwohl sich die Studie auf die Woche konzentriert, ist der bekannte „Sonntagsblues“ erwähnenswert. Dieser Stimmungstief, der bei manchen Menschen auftritt, hängt oft mit der Vorfreude auf den Montag und die Rückkehr zu den Verpflichtungen zusammen. Er ist zwar nicht allgemeingültig, verdeutlicht aber, wie Übergänge zwischen Phasen der Freiheit und Phasen der Einschränkung unser Wohlbefinden beeinflussen.
Letztendlich folgt unsere Stimmung laut wissenschaftlichen Erkenntnissen einem recht vorhersehbaren Wochenrhythmus: Montag- und Freitagmorgen sind statistisch gesehen die glücklichsten Tage, während die Wochenmitte und Sonntagabende eher herausfordernd sein können. Die gute Nachricht? Selbst wenn Ihre Montage oder Freitage nicht den Statistiken entsprechen, können Sie Ihre eigenen „Glückstage“ schaffen und Positivität in den Mittelpunkt Ihrer Woche stellen.
