Ein kleines Beuteltier, das jahrzehntelang als ausgestorben galt, wurde kürzlich in Nordaustralien gefilmt. Diese Wiederentdeckung hat die Hoffnung auf lokale Biodiversitäts- und Naturschutzprogramme neu entfacht.
Ein Nördlicher Quoll wurde nach über 80 Jahren Abwesenheit gefilmt.
Im Norden von Queensland zeichnete eine automatische Kamera im Januar 2026 eine unerwartete Sequenz auf. Bei dem identifizierten Tier handelt es sich um den Nördlichen Quoll (Dasyurus hallucatus), eine Art, deren Vorkommen in der Region seit über 80 Jahren nicht mehr bestätigt worden war.
Die Sichtung fand im Piccaninny Plains Wildlife Sanctuary statt, einem vom Australian Wildlife Conservancy verwalteten Reservat. Das in der Region Cape York gelegene Schutzgebiet widmet sich dem Erhalt bedrohter Arten und der Wiederherstellung von Ökosystemen. In einer Mitteilung in den sozialen Medien bezeichnete die Organisation die Entdeckung als „ermutigendes Zeichen“ und betonte die „Wichtigkeit wissenschaftlich fundierter Naturschutzmaßnahmen“.
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Eine durch vielfältige Bedrohungen geschwächte Art
Der Nördliche Quoll ist ein kleines, nachtaktives Beuteltier, das an seinem rotbraunen, weiß gesprenkelten Fell, dem helleren Bauch und dem relativ spärlichen, dunklen Schwanz erkennbar ist. Einst in Nord- und Ostaustralien weit verbreitet, gingen seine Populationen im 20. Jahrhundert drastisch zurück. Mehrere Faktoren erklären diesen Rückgang. Die Einführung der Aga-Kröte, einer hochgiftigen invasiven Art, hatte gravierende Folgen: Viele Quolls wurden beim Versuch, sie zu fressen, vergiftet.
Neben der Bedrohung durch eingeschleppte Tiere wie Katzen und Füchse, Brände sowie Lebensraumverlust und -fragmentierung gilt die Art in einigen Gebieten als lokal ausgestorben. Das im Januar aufgenommene Video stellt daher den ersten visuellen Nachweis ihrer Anwesenheit in diesem speziellen Gebiet seit mehreren Jahrzehnten dar.
Eine Entdeckung voller Hoffnung
Für Wissenschaftler und Verantwortliche des Schutzgebiets ist diese Wiederentdeckung von großer Bedeutung. Nick Stock, Leiter des Piccaninny Plains-Schutzgebiets, erklärte: „Jede Wiederentdeckung zählt.“ Er betonte, dass diese Sichtungen die Bemühungen zum Schutz der weitläufigen Naturgebiete rechtfertigen. Das Video zeigt zwar nur ein einzelnes Exemplar, ebnet aber den Weg für weitere Forschungen. Die Teams vor Ort hoffen herauszufinden, ob es in der Region noch andere Nördliche Quolls gibt und ob eine kleine Population trotz der Bedrohungen überleben konnte.
Eine Mahnung an die Zerbrechlichkeit der australischen Biodiversität
Australien verzeichnete in den letzten zwei Jahrhunderten eine der höchsten Säugetier-Aussterberaten weltweit. Endemische Arten, oft hochspezialisiert, sind besonders anfällig für rasche Umweltveränderungen. Das Wiederauftauchen des Nördlichen Quolls in dieser Region bedeutet nicht, dass die Art außer Gefahr ist. Sie bleibt als gefährdet eingestuft und benötigt weiterhin Schutz. Dieses außergewöhnliche Video erinnert uns jedoch daran, dass im Bereich der Biodiversität manche Geschichten nicht vorherbestimmt sind. Selbst nach jahrzehntelanger Abwesenheit können Arten unbemerkt überleben, sofern ihr Lebensraum erhalten bleibt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die in einem Naturschutzgebiet in Queensland gefilmte Wiederentdeckung des Nördlichen Quolls nach über 80 Jahren Abwesenheit einen bedeutenden Durchbruch für australische Wissenschaftler darstellt. Obwohl weiterhin Vorsicht geboten ist, erinnert dieses Video daran, wie wichtig der Schutz großflächiger Ökosysteme ist.
