Was wäre, wenn Freiheit auf wenigen Quadratmetern auf Rädern zu finden wäre? Genau dieses Risiko wagten Kath Cross und Stuart Hall. Die Britin hatte es satt, den Großteil ihres Einkommens für Wohnraum auszugeben, und beschloss daher, ihr Leben radikal zu verändern. Gemeinsam mit ihrem Partner zog sie in einen umgebauten Campervan . Seitdem bereist das Paar die Straßen Europas und weit darüber hinaus.
Vom Alltag bis zum Nomadenleben
2022 begann für Kath Cross ein neuer Lebensabschnitt. Nachdem ihre Töchter ausgezogen waren, stellte sie fest, dass ihre Vierzimmerwohnung ihren Bedürfnissen nicht mehr genügte. Die Miete belastete ihr Budget stark. Anstatt weiterhin hauptsächlich für die Miete zu arbeiten, beschloss sie, ihren Besitz zu verkaufen und einen einfacheren Lebensstil anzunehmen. Sie schloss sich Stuart Hall in seinem Wohnmobil an, um Erlebnissen mehr Bedeutung beizumessen als materiellem Besitz.
Ein kompaktes Haus, aber voller Möglichkeiten
Ihr neues Zuhause ist ein umgebauter, 7,5 Meter langer Mercedes Sprinter. In diesem optimal genutzten Raum hat alles seinen Platz gefunden: Schlafzimmer, Küche, Arbeitsbereich und Wohnbereich. Der Umzug von einem großen Haus in ein Wohnmobil erfordert natürlich einige Anpassungen. Das Paar sagt jedoch, dass sie schnell ihr Gleichgewicht gefunden haben. Für sie bemisst sich Komfort nicht mehr an Quadratmetern, sondern an Bewegungsfreiheit und Lebensqualität.
Über 40.000 Kilometer voller Abenteuer
Seit ihrer Abreise haben Kath und Stuart über 40.000 Kilometer durch rund fünfzehn Länder zurückgelegt. Ihre Reise führte sie von den wilden Landschaften Schottlands über die Straßen Kontinentaleuropas bis hin zum Balkan. Zu ihren unvergesslichsten Erlebnissen zählt die Entdeckung der Sahara, ein lang gehegter Traum von Kath. Jedes Reiseziel bietet ihnen die Möglichkeit, neue Kulturen kennenzulernen, Einheimische zu treffen und in ihrem eigenen Tempo zu leben.
Ein kontrolliertes Budget
Anders als oft angenommen, ist dieser nomadische Lebensstil für sie günstiger als ihre vorherige Lebensweise. Das Paar gibt monatlich zwischen 900 und 1.200 Pfund für alle Bedürfnisse aus, was etwa 1.050 bis 1.400 Euro entspricht. Ein erheblicher Teil dieses Budgets entfällt auf Treibstoff, der für ihre Reisen unerlässlich ist. Trotzdem sind ihre Ausgaben niedriger als die Miete, die Kath früher wöchentlich zahlte.
Eine Geschichte, die auf den Wanderwegen entstand
Kath und Stuart lernten sich 2021 in einem Wanderverein in Südwales kennen. Ihre gemeinsame Leidenschaft für die Natur schweißte sie schnell zusammen. Im ersten Jahr ihrer Beziehung bestiegen sie über hundert britische Gipfel. Eine lange Reise mit Stuarts Wohnmobil durch Schottland überzeugte Kath schließlich davon, dass dieses abenteuerliche Leben genau das Richtige für sie war.
Freiheit statt Anhäufung wählen.
Im Laufe der Jahre hat Kath eine eigene Sichtweise auf die Rolle von Gegenständen in unserem Leben entwickelt. Durch das schrittweise Ausmisten habe sie, wie sie sagt, ein tiefes Gefühl der Erleichterung und Unabhängigkeit verspürt. Für das Paar geht es nicht darum, immer mehr zu besitzen, sondern darum, einen Alltag zu gestalten, der ihre Persönlichkeit widerspiegelt. Diese Philosophie findet zunehmend Anklang bei Menschen, die sich Flexibilität und bereichernde Erfahrungen wünschen.
Heute setzen Kath und Stuart ihre Reise fort und teilen ihre Abenteuer über ihr Content-Creation-Unternehmen „Vanavigation“. Vier Jahre nach ihrem Aufbruch erkunden sie die Welt weiterhin mit derselben Überzeugung: Manchmal kann die Verkleinerung des Wohnraums den Horizont erheblich erweitern.
