In Japan bereitet dieses Schulfach Kinder auf ihr Erwachsenenleben vor.

Was wäre, wenn es in der Schule nicht nur um Wissensvermittlung ginge, sondern auch darum, Selbstachtung, Selbstfürsorge und ein besseres Leben zu lernen? In Japan fasziniert und begeistert ein wenig bekanntes Schulfach durch seinen konkreten und menschlichen Ansatz.

Katei Ka, oder die Kunst, leben zu lernen

Katei Ka lässt sich mit „Erziehung im Familien- und Alltagsleben“ übersetzen. Dieses Fach wird von der Grundschule bis zum Gymnasium unterrichtet und ist fester Bestandteil des japanischen Lehrplans. Sein Ziel ist klar: Kinder zu einer gesunden Selbstständigkeit zu erziehen , die ihnen Respekt vor sich selbst und anderen entgegenbringt, ohne dabei die Realitäten des Alltags zu verleugnen.

In diesen Kursen erlernen die Studierenden wichtige Kompetenzen: Budgetplanung, Ausgabenorganisation, bewusste Kaufentscheidungen, das Verständnis für den Wert des Geldes und die Antizipation zukünftiger Bedürfnisse. Nichts ist theoretisch oder abstrakt: Alles ist so gestaltet, dass es direkt im realen Leben anwendbar ist.

Katei Ka lehrt auch, wie man einen angenehmen, sauberen und funktionalen Wohnraum gestaltet und dabei körperliches Wohlbefinden, das Bedürfnis nach Ruhe und die Bedeutung eines unterstützenden Umfelds berücksichtigt. Es ist ein sanfter und fürsorglicher Ansatz, bei dem jeder Körper Respekt, Fürsorge und Rücksichtnahme verdient.

Eine gesunde Beziehung zum Essen und zum eigenen Körper

Eine der Säulen von Katei Ka ist die Ernährung. Die Schüler lernen, Etiketten zu lesen, Nährwertangaben zu verstehen und einfache, ausgewogene Mahlzeiten zuzubereiten. Es geht nie darum, sie zu kontrollieren oder ihnen Schuldgefühle einzureden, sondern darum, ein entspanntes Verhältnis zum Essen zu entwickeln.

Dieser Ansatz legt Wert darauf, auf den eigenen Körper zu hören, seine Bedürfnisse zu respektieren und das Essen ohne Wertung zu genießen. Er fördert eine positive Körperwahrnehmung: Jeder Körper ist legitim, verdient Aufmerksamkeit und ist fähig. Essen wird so zu einem Akt der Selbstfürsorge und nicht zu einer Stressquelle.

Dieses Fach umfasst auch Energiemanagement, Abfallvermeidung und verantwortungsvollen Konsum. Die Studierenden erkennen, dass der Schutz des Planeten auch bedeutet, für sich selbst, ihre Zukunft und die Zukunft anderer zu sorgen.

Wesentliche emotionale und soziale Fähigkeiten

Katei Ka beschränkt sich nicht auf praktische Aufgaben. Es fördert auch grundlegende menschliche Kompetenzen: Kooperation, Kommunikation, emotionale Selbstregulation und Respekt vor Unterschieden. Die Schüler arbeiten oft in Gruppen und lernen dabei, einander zuzuhören und gemeinsam Probleme zu lösen.

Laut japanischen Studien zur häuslichen Erziehung stärkt dieses Fach Selbstvertrauen, Selbstständigkeit und Kreativität. Kinder fühlen sich kompetenter, handlungsfähiger und weniger hilflos im Angesicht alltäglicher Herausforderungen. Dieses Selbstvertrauen basiert nicht auf Leistung oder Vergleichen, sondern auf Selbsterkenntnis und der Akzeptanz der eigenen Fähigkeiten, Grenzen und des eigenen Lerntempos. Ein zutiefst respektvoller Ansatz.

Was wäre, wenn sich unsere Schulen davon inspirieren ließen?

In vielen Ländern fällt es Schulen nach wie vor schwer, ihre Lehrinhalte mit den Realitäten des Erwachsenenlebens zu verknüpfen. Katei Ka bietet einen alternativen Weg: den einer ganzheitlichen Bildung, die den Schüler als vollständiges Wesen mit Körper, Gefühlen, konkreten Bedürfnissen und einem Platz in der Gesellschaft betrachtet.

Kurz gesagt: Kochen, der Umgang mit Geld und die Pflege des eigenen Zuhauses und des eigenen Selbst sind alles andere als zweitrangig. Sie bilden ein solides Fundament für ein ausgeglichenes, unabhängiges und erfülltes Leben. Und was wäre, wenn wahrer akademischer Erfolg auch Wohlbefinden und Selbstachtung bedeuten würde?

Anaëlle G.
Anaëlle G.
Ich bin modebegeistert und immer auf der Suche nach Trends, die unsere Zeit widerspiegeln. Ich liebe es zu beobachten, wie Menschen sich kleiden, warum sie es tun und was Mode über uns aussagt. Jenseits der Laufstege und Silhouetten sind es die Geschichten, die mich wirklich faszinieren.

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