„Ich bin kein durchtrainiertes Mädchen“: Sie stellt vorgefasste Meinungen über den athletischen Körper in Frage.

Soziale Medien haben uns glauben lassen, dass ein flacher Bauch, straffe Oberschenkel und ein wohlgeformter Po die einzigen sichtbaren Zeichen von intensivem Training sind. Dieses Aussehen vermittelt scheinbar sportliche Fitness und rechtfertigt eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Doch das Äußere sagt nicht alles über den Aktivitätsgrad einer Frau aus. Die Content-Creatorin @yorurediana beispielsweise hat weder die typische Figur einer „Fitness-Frau“ noch pralle Muskeln, aber sie besitzt unbestreitbare Kraft.

„Du treibst ja gar keinen Sport“, eine Bemerkung, die man immer wieder hört

Hinter dem Hashtag „fitgirl“ verbirgt sich ein Mosaik aus lasergeschnittenen, schlanken Figuren. In dieser virtuellen Galerie präsentieren sich alle vorgestellten Frauen mit einem Waschbrettbauch, durchtrainierten Beinen, Oberschenkeln, die ihre Leggings kaum spannen, einem knackigen Po und einer schmalen Taille im Verhältnis zu ihren breiten Schultern. Sie passen in die engen Kategorien von Instagram, ja, aber auch in die der Gesellschaft. Sie entsprechen den gesellschaftlichen Normen: ein fettfreier, durch Sport geformter Körper.

In diesem athletischen Ideal gelten nur Körperformen, die an ganz bestimmten Stellen platziert sind und einen gewissen Umfang aus Gründen der visuellen Harmonie nicht überschreiten dürfen. Dieses scheinbar unumstößliche Schönheitsideal darf nicht hinterfragt werden. Durch die ständige Konfrontation mit solchen virtuellen Bildern fällt es dem Auge schwer, einen Zusammenhang zwischen Kurven und Athletik herzustellen. In der kollektiven Vorstellung gelten Cellulite und runde Körperkonturen eher als Zeichen von Faulheit oder Aufschieberitis denn von konsequentem Training.

Die Content-Creatorin @yorurediana ist eines der Opfer dieses fettfeindlichen Stereotyps. Stolz teilte sie ihre Erfolge beim Kreuzheben und ihre Fortschritte beim Kniebeugen, doch die Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. Statt Ermutigung oder Bewunderung für ihre Muskeln erntete sie Kommentare, die ihre muskulösen Fähigkeiten infrage stellten. Wie eine Hochstaplerin, ja sogar wie ein Betrüger, wurde sie von Internetnutzern spontan beschuldigt, nicht die „Figur“ einer echten Fitness-Influencerin zu haben. „Man geht davon aus, dass man, um glaubwürdig sagen zu können: ‚Ich trainiere regelmäßig‘, auch den entsprechenden Körperbau haben muss“, beklagte sie in der Bildunterschrift.

Diesen Beitrag auf Instagram ansehen

Ein Beitrag geteilt von YORUREDIANA (@yorurediana)

Wenn das äußere Erscheinungsbild Vorrang vor der Leistung hat

Diese Fitnessbegeisterte, die quasi auf dem gepolsterten Boden von Fitnessstudios lebt, beklagt sich darüber, als Lügnerin abgestempelt zu werden, nur weil ihre Kurven ihre Anstrengungen nicht „ausreichend“ widerspiegeln. Sie kann Hanteln mit über 80 Kilo stemmen oder sich an der Beinpresse mit ihrem maximalen Körpergewicht bis zur Erschöpfung pushen, doch alle Internetnutzer bemerken nur die Falten in ihrer Haut und die Wölbungen unter ihren Leggings.

Diana trainiert fünfmal die Woche im Fitnessstudio, und das ist kein Scherz. Ihre extreme Konzentration beweist es. Nur weil sie nicht die Beine von Schwarzenegger oder die Figur einer Kim Kardashian hat, heißt das nicht, dass sie auf der Matte weniger verdient ist. Anders als ihre Kritiker aufgrund ihres Aussehens vielleicht vermuten, liegt Diana nicht einfach nur faul auf dem Sofa und stopft sich mit Süßigkeiten oder Chips voll. Sie schwitzt beim Gewichtheben ordentlich und stärkt nicht nur ihren Körper, sondern auch ihren Geist.

In einer Welt, die Frauen aus den falschen Gründen zum Sport drängt und sie mit unerreichbaren Schönheitsidealen konfrontiert, leuchtet Diana in unseren Feeds wie ein Symbol für Vielfalt. Sie beweist, dass ein athletischer Körper seine Stärke nicht durch definierte Muskeln oder eine makellose Figur rechtfertigen muss.

Zur Erinnerung: Alle Körpertypen sind im Fitnessstudio willkommen.

Während uns soziale Medien glauben machen, dass Fettpölsterchen, schlaffe Arme und breite Oberschenkel etwas Übernatürliches oder Seltsames seien, sind die erstarrten Körper im Internet wirklich befremdlich. Diese Körper, versteinert durch Normen, kennen weder prämenstruelle Blähungen noch den Jo-Jo-Effekt. Diana hingegen lenkt die Kamera dorthin, wo sie fast nie hinkommt, und zeigt, wie leicht sich die Realität durch Licht, Körperhaltung und Kleidung verzerren lässt.

In einer Welt, in der man sich per OP einen Waschbrettbauch zaubern und Muskeln mit Bräunungspuder formen kann, ist es schwer, sich nicht täuschen zu lassen. Diana rückt Authentizität wieder in den Vordergrund und sprengt die engen Grenzen des Schönheitsideals der „Fitness-Frau“. Außerdem haben Fettpölsterchen im Fitnessstudio durchaus Vorteile. Anstatt die Bewegungsfreiheit einzuschränken oder den Fortschritt zu verlangsamen, dämpfen sie die Stöße bei Hüftheben und anderen Übungen.

Letztendlich bestimmt unser Aussehen weder unsere Vitalität noch unsere sportliche Leistungsfähigkeit. Diana erinnert uns freundlich an das Sprichwort: „Man soll ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen.“ Denn der Körper ist nur eine Hülle, keine Maßeinheit.

Émilie Laurent
Émilie Laurent
Als Wortkünstlerin jongliere ich täglich mit Stilmitteln und perfektioniere die Kunst feministischer Pointen. Mein leicht romantischer Schreibstil hält in meinen Artikeln so manche fesselnde Überraschung für Sie bereit. Ich liebe es, komplexe Themen zu entschlüsseln, ganz wie ein moderner Sherlock Holmes. Geschlechterminderheiten, Gleichberechtigung, Körpervielfalt … Als Journalistin am Puls der Zeit stürze ich mich kopfüber in Themen, die Debatten entfachen. Ich bin ein Workaholic, und meine Tastatur wird ständig auf die Probe gestellt.

LAISSER UN COMMENTAIRE

S'il vous plaît entrez votre commentaire!
S'il vous plaît entrez votre nom ici

Diese Frau rückt eine Hauterkrankung in den Fokus der Öffentlichkeit, die noch immer selten thematisiert wird.

Es ist ein Hautdetail, das unter Pulloverärmeln und dicken T-Shirts völlig unbemerkt bleibt. Doch im Sommer, wenn man...

In High Heels und eleganten Kleidern räumt dieses kurvige Skatergirl mit den Stereotypen auf.

Skateboarden ist ihr bevorzugtes Fortbewegungsmittel und eine wahre Verschmelzung mit ihrem Körper. Sie fährt nicht in Baggy-Jeans und...

Diese Frau, die auf einem Auge blind ist, hat ihr einzigartiges Merkmal zu einem echten Stilmerkmal gemacht.

Mit ihrer Augenklappe, die an Piratenkleidung erinnert, und ihrem silbernen Haar, das wie eine Krone ihren Kopf umgibt,...

Sie feiert ihr sichtbares Muttermal und verändert damit die Art und Weise, wie andere sie sehen.

Ein Muttermal ist ein Markenzeichen, ein Ausdruck unserer Identität. Es schmückt den Körper wie ein persönlicher Stempel. Manche...

Sie zeigt ihren Gesichtshaarschnitt ungefiltert und erntet dafür viel Zuspruch.

In einer Gesellschaft, die ständig das Ideal glatter Haut propagiert und weibliche Körperbehaarung verabscheut, greifen viele Frauen zur...

Rock mit Schlitz und bauchfreies Top: Diese Großmutter definiert altersgerechte Mode neu.

Ein silbernes Netzoberteil, ein Netz-T-Shirt, das Haut durchscheinen lässt, Mikroshorts, ein asymmetrisches Crop-Top, das oberhalb des Bauchnabels endet…...