Was wäre, wenn Schönheit nicht mehr an Konformität, sondern an Selbstbewusstsein, Energie und Authentizität gemessen würde? Auf den Laufstegen wie auch in Modekampagnen mischt das französische Model Odile Gautreau die Dinge auf und zelebriert eine vielfältige, lebendige und selbstbewusste Ästhetik.
Eine Entwicklung, die weit von starren Standards entfernt ist
Odile Gautreau ist ein rothaariges Model mit gemischter Herkunft: Sie verkörpert eine Vielfalt, die in der französischen Modebranche noch immer viel zu selten ist. Von Anfang an hob sie sich durch ihr Aussehen von den etablierten Normen ab: sommersprossige Haut und feuerrotes Haar. Wo andere vielleicht „Unterschiede gesehen hätten, die es zu kaschieren galt“, erkannte sie eine Stärke, die es wert war, angenommen zu werden.
In Frankreich markiert ihre Präsenz bei Fotoshootings und Modenschauen, unter anderem während der Pariser Modewoche, einen bedeutenden Wandel. Für sie ist das Laufen auf diesen Laufstegen nicht bedeutungslos: Es ist eine aussagekräftige Geste, ein weiterer Schritt hin zu einer realistischeren Darstellung der Körper, denen man im Alltag begegnet.
Sommersprossen als Markenzeichen
Für Odile Gautreau sind Sommersprossen nicht nur ein „charmantes Detail“. Sie sind ihr Markenzeichen. In einer Welt, in der Gesichter noch immer oft retuschiert und vereinheitlicht werden, entscheidet sie sich für die Natürlichkeit ihrer Haut. Auch ihr Körper spiegelt diese Logik der vollkommenen Akzeptanz wider. Mit ihrer selbstbewussten Ausstrahlung und ihrer aufrechten Haltung beweist sie, dass ein kurviger Körper kraftvoll und elegant sein kann, ohne jemals diskreter sein zu müssen. Hier begegnet man verkörperter Schönheit, nicht einem standardisierten Schönheitsideal.
Diese Haltung geht über die Ästhetik hinaus. Sie spiegelt eine Infragestellung der einengenden Normen wider, die lange Zeit diktierten, was als „vorzeigbar“ galt und was nicht. Indem sie ihre Individualität betont, erweitert Odile Gautreau den Horizont all jener, die sich nicht mit den hochgradig standardisierten Silhouetten identifizierten.
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Eine Stimme der französischen Körperpositivität
Odile Gautreau gehört zur Body-Positivity-Bewegung, die in den 1960er-Jahren in den USA entstand und sich seit den 2010er-Jahren über soziale Medien rasant verbreitet hat. In Frankreich nimmt diese Bewegung eine besondere Form an, irgendwo zwischen stillem Aktivismus und Selbstbestätigung. In ihren öffentlichen Äußerungen verbindet Odile ihre Sichtbarkeit mit einem klaren Ziel: sogenannte „atypische“ Körper sichtbar zu machen. Nicht als spektakuläre Ausnahmen, sondern als ganz normale, legitime Realitäten, schön in ihrer Vielfalt.
Darüber hinaus wird sie von mehreren internationalen Agenturen mit Sitz in Paris, New York, London und Amsterdam vertreten. Diese Präsenz in verschiedenen Modehauptstädten zeugt von einer soliden Karriere. Werbekampagnen, Editorials, Laufstegshows: Ihre Karriere ist fest in die professionelle Szene integriert. Ihr Profil, das weit von den bisherigen Standards abweicht, beweist, dass ein anderes Gesicht der Mode nicht nur möglich, sondern sogar gefragt ist.
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Als rothaariges Model mit gemischter Herkunft verkörpert Odile Gautreau eine spürbare Weiterentwicklung in der Modewelt. Sie versucht nicht, sich normativen Standards anzupassen. Sie nimmt den Raum voll und ganz ein. Ihre Sommersprossen erzählen eine Geschichte. Ihr Körper spricht von Freiheit. Durch sie entdeckt man, dass Authentizität und Ehrgeiz sich nicht ausschließen. Wahre Modernität liegt gerade darin, jeden Körper so erstrahlen zu lassen, wie er ist.
