"Danke, dass Sie das gezeigt haben": Ein kurviges Model posiert natürlich am Strand und löst Reaktionen aus

Im Zeitalter allgegenwärtiger Filter und sorgfältig inszenierter Fotos kann ein einfaches Bild eine starke Aussagekraft entfalten. Model Lexi Emeni Plakourakis löste mit einem natürlichen Foto von sich am Strand eine Welle der Reaktionen aus. Ohne Retusche oder gestellten Bildern setzte sie auf Authentizität – und ließ damit niemanden kalt.

Ein einfaches Foto, eine aussagekräftige Botschaft

Auf Instagram präsentiert sich Lexi Emeni Plakourakis in Strandkleidung, ihr Bauch ist sichtbar, mit all seinen Pölsterchen. Keine strategischen Posen, um die Silhouette zu glätten, keine sorgfältig gewählten Winkel, um gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen. Einfach ein echter, lebendiger Körper, strahlend im Sonnenlicht. Diese scheinbar schlichte Entscheidung steht im starken Kontrast zu den oft in den sozialen Medien anzutreffenden Codes. Dort sind Bilder häufig so gestaltet, dass sie „schmeichelhaft“ wirken, retuschiert und kontrolliert sind. Hier nicht. Das Model zeigt ihre Kurven ganz natürlich, so wie sie im wirklichen Leben sind.

In der Bildunterschrift wendet sie sich an ihre Community: „Wie viele Fotos bleiben in eurer Galerie, weil ihr zu streng mit euch selbst seid? Wie viele Outfits traut ihr euch nicht zu tragen, aus Angst, sie nicht tragen zu können?“ Sie gibt zu, selbst schon in diese Falle getappt zu sein. Dann spricht sie eine klare Einladung aus: „Teilt das Foto, tragt das Kleid, seid selbstbewusst!“

Hör auf mit der ständigen Selbstkritik

Ihre Botschaft berührt einen wunden Punkt: die Zensur des eigenen Körperbildes. Vielleicht haben Sie schon einmal ein Foto gelöscht, weil Sie eine Falte, einen schlaffen Bauch oder eine Haltung bemängelt haben, die Ihnen nicht gefiel. Vielleicht haben Sie auch schon ein Outfit, das Ihnen gefiel, wieder angezogen, nur weil Sie Zweifel hatten. Indem Lexi Emeni Plakourakis ihre eigenen Zweifel zugibt, wirkt sie authentisch und nachvollziehbar. Sie hält keine Predigt, sondern teilt ihre Erfahrung. Gerade diese Offenheit macht ihre Botschaft umso kraftvoller: Sie zeigt, dass Selbstvertrauen kein Dauerzustand ist, sondern eine Entscheidung, die wir treffen können, selbst wenn sie nicht perfekt ist.

"Danke, dass Sie das gezeigt haben": eine Kaskade von Reaktionen

Die Kommentare unter dem Beitrag mehren sich. Viele loben seine Authentizität. „Danke, dass du das gezeigt hast“, schreiben mehrere Nutzer. Diese Dankbarkeit spricht Bände: Einen natürlichen Bauch zu sehen, Kurven und sichtbare Fältchen, ist immer noch selten genug, um Anerkennung hervorzurufen.

Diese Reaktionen spiegeln den wachsenden Bedarf an vielfältiger Repräsentation wider. Kurvige, geschmeidige und kraftvolle Körper existieren. Bäuche müssen nicht dauerhaft eingeengt sein. Körperformen sind nicht auf eine einzige, standardisierte Version festgelegt. Indem das Model ihren Körper präsentiert, ohne ihn zu verkleinern, trägt sie dazu bei, diese Vielfalt zu normalisieren.

Sichtbarkeit, die Perspektiven verändert

Ihre Frage zu den in der Galerie verbliebenen Fotos zielt direkt auf die Kultur des perfekten Bildes ab. Viele haben heute fast unbewusst die Vorstellung verinnerlicht, dass es einen „guten“ und einen „schlechten“ Winkel gibt. Wir lernen, uns so zu positionieren, dass wir uns „verstecken“, „strecken“ oder „schlanker“ wirken. Indem Lexi Emeni Plakourakis ein Foto veröffentlicht, das nicht nach diesem idealisierten Winkel strebt, stellt sie diese Gewohnheit infrage. Sie argumentiert, dass ein Bild nicht optimiert sein muss, um Wert zu haben. Es kann einfach einen Moment, ein Gefühl, eine Präsenz einfangen. Es ist ein Weg, die Kontrolle über das eigene Bild zurückzugewinnen: nicht länger darauf zu warten, perfekt positioniert zu sein, um zu existieren.

Die Präsenz kurviger Models in den sozialen Medien hat die Schönheitsideale bereits erweitert. Der Druck, einem bestimmten Ideal zu entsprechen, ist jedoch auch dort weiterhin stark. Einen Körper ohne kalkulierte Verrenkungen zu zeigen, wird fast schon zum Akt des Widerstands. Solche Posts versprechen nicht, Unsicherheiten über Nacht verschwinden zu lassen. Andererseits können sie eine Tür öffnen. Vielfältige, selbstbewusste Körper in ihrer Realität gefeiert zu sehen, trägt dazu bei, den kollektiven Blick – und die eigene Selbstwahrnehmung – allmählich zu verändern.

Hinter diesem Strandfoto verbirgt sich eine universelle Frage: Was würdest du tun, wenn du etwas netter zu dir selbst wärst? Vielleicht würdest du das Foto posten, das du insgeheim liebst. Vielleicht würdest du das Kleid tragen, nach dem du dich schon so lange sehnst. Indem Lexi Emeni Plakourakis andere dazu einlädt, das Foto zu teilen und das Kleid zu tragen, schafft sie kein neues Gebot. Sie bietet eine Alternative: Selbstvertrauen statt Selbstkritik.

Fabienne Ba.
Fabienne Ba.
Ich bin Fabienne, Autorin für die Website „The Body Optimist“. Ich bin begeistert von der Kraft der Frauen und ihrer Fähigkeit, die Welt zu verändern. Ich glaube, Frauen haben eine einzigartige und wichtige Stimme, und es ist mir ein Anliegen, meinen Beitrag zur Gleichberechtigung zu leisten. Ich unterstütze nach Kräften Initiativen, die Frauen ermutigen, sich Gehör zu verschaffen.

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