Laut einer Studie besteht ein überraschender Zusammenhang zwischen Intelligenzquotient und späten Nächten.

Ist langes Aufbleiben ein Zeichen für geistige Schärfe? Diese Frage fasziniert, amüsiert und entfacht oft Diskussionen. Eine groß angelegte wissenschaftliche Studie wirft nun ein differenziertes und anregendes Licht auf den Zusammenhang zwischen Schlafmuster und intellektueller Leistungsfähigkeit – weit entfernt von den gängigen Klischees über Nachteulen.

Eine groß angelegte Studie zum Verständnis des Gehirns und der biologischen Uhr

Um dieser Frage nachzugehen, analysierten Forscher des Imperial College London Daten von über 26.000 Erwachsenen. Ihr Ansatz war ambitioniert: Sie verglichen die Chronotypen der Teilnehmer – Nachteulen, Frühaufsteher oder Personen mit einem intermediären Profil – mit verschiedenen kognitiven Indikatoren. Untersucht wurden allgemeine Intelligenz, Gedächtnis, logisches Denken und Reaktionszeit.

Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit einem mittleren Schlafrhythmus im Durchschnitt bessere Ergebnisse erzielen als Frühaufsteher. Dieser Unterschied ist zwar vorhanden, aber moderat und sollte daher mit Vorsicht interpretiert werden. Wissenschaftler sprechen von einer leicht überlegenen kognitiven Leistungsfähigkeit, ohne jedoch zu behaupten, dass langes Aufbleiben intelligenter macht. Jeder Mensch bleibt einzigartig, und diese Tendenzen sind nur auf statistischer Ebene sichtbar.

Nachtvögel und intellektuelle Anregung

Warum scheinen Nachteulen von diesem Vorteil zu profitieren? Die Studie bestätigt frühere Beobachtungen: Nachteulen sind in kreativen Berufen häufiger anzutreffen. Bildende Kunst, Musik, Schreiben und Design ziehen oft Menschen an, deren geistige Leistungsfähigkeit am Ende des Tages am höchsten ist.

Abends herrscht eine besondere Atmosphäre. Die angenehme Ruhe, weniger Ablenkungen und ein Gefühl von geistiger Freiheit fördern tiefe Konzentration. Diese Bedingungen begünstigen freieres, fließenderes Denken und erleichtern das Entdecken neuer Ideen. Diese Dynamik schafft ein positives Verhältnis zur geistigen Arbeit und ist mit Motivation, persönlichem Ausdruck und der Freude am Schaffen verbunden.

Eine Frage bleibt offen: Fördert dieser Lebensstil die kognitiven Fähigkeiten, oder neigen von Natur aus intellektuell begabte Menschen eher dazu, ein langsameres Tempo anzunehmen? Die Wissenschaft hat dies noch nicht entschieden.

Schlaf, eine zentrale Säule der kognitiven Leistungsfähigkeit

Während die Schlafenszeit oft Anlass zu Neugierde gibt, ist die Schlafdauer eindeutig. Forscher betonen einen entscheidenden Punkt: Die beste kognitive Leistungsfähigkeit zeigen Menschen, die sieben bis neun Stunden pro Nacht schlafen. Dieser Faktor ist weitaus wichtiger als der Chronotyp.

Ausreichender Schlaf fördert das Gedächtnis, steigert die geistige Klarheit und beschleunigt die Informationsverarbeitung. Schlafmangel hingegen führt zu einer deutlichen Abnahme der Aufmerksamkeit, erhöhter geistiger Erschöpfung und verminderter Reaktionsfähigkeit. Selbst eingefleischte Nachteulen bemerken einen Leistungsabfall, wenn sie ihren Schlaf vernachlässigen. Die Botschaft ist klar: Auf die eigenen Schlafbedürfnisse zu achten, ist eine Investition in die geistige Leistungsfähigkeit.

Interpretieren Sie die Ergebnisse intelligent und objektiv.

Experten mahnen zur Vorsicht. Ein statistischer Zusammenhang beweist keinen ursächlichen Zusammenhang. Andere Faktoren können die Ergebnisse beeinflussen, wie beispielsweise Bildungsniveau, Arbeitsumfeld, Lebensstil oder auch bestimmte altersbedingte kognitive Veränderungen, die den Schlaf beeinträchtigen.

Die Studie verherrlicht nicht etwa lange Nächte, sondern regt zu einer umfassenderen Reflexion über die Anpassung unseres Lebensstils an. Die Autoren schlagen insbesondere vor, bestimmte Schul- und Arbeitszeiten zu überdenken, um sie besser an unseren natürlichen Chronotyp anzupassen. Ein solcher Ansatz könnte Schlafdefizite reduzieren, das allgemeine Wohlbefinden verbessern und langfristig die Gehirngesundheit erhalten.

Letztendlich vermittelt diese Forschung eine ermutigende Botschaft: Es gibt keinen allgemeingültigen „richtigen“ oder „falschen“ Tagesablauf. Entscheidend ist, auf die eigene innere Uhr zu hören, erholsamen Schlaf zu fördern und Bedingungen zu schaffen, die dem mentalen Wohlbefinden förderlich sind. Ob Sie nun ein energiegeladener Frühaufsteher oder eine inspirierte Nachteule sind – Ihr Gehirn funktioniert am besten, wenn Sie Ihren natürlichen Rhythmus respektieren.

Fabienne Ba.
Fabienne Ba.
Ich bin Fabienne, Autorin für die Website „The Body Optimist“. Ich bin begeistert von der Kraft der Frauen und ihrer Fähigkeit, die Welt zu verändern. Ich glaube, Frauen haben eine einzigartige und wichtige Stimme, und es ist mir ein Anliegen, meinen Beitrag zur Gleichberechtigung zu leisten. Ich unterstütze nach Kräften Initiativen, die Frauen ermutigen, sich Gehör zu verschaffen.

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