Bei Frauen ähnelt ein Herzinfarkt oft nicht dem stereotypischen Bild eines plötzlichen Brustschmerzes, der zum Zusammenbruch führt, wie es häufig bei Männern zu beobachten ist.
Subtile und irreführende Symptome
Herzsymptome bei Frauen sind meist subtiler und entwickeln sich schleichend, weshalb sie oft nicht sofort erkannt werden. Statt eines intensiven, lokalisierten Schmerzes in der Brustmitte beschreiben viele ein einfaches Unbehagen oder Engegefühl in der Brust, das manchmal als Schweregefühl, Brennen oder sogar als leichte Verdauungsbeschwerden wahrgenommen wird. Dieses Gefühl kann in den Rücken (insbesondere zwischen die Schulterblätter), den Kiefer, den Nacken, die Schultern oder die Arme ausstrahlen, ohne jemals als „Herzproblem“ wahrgenommen zu werden.
Plötzliche Atemnot, selbst in Ruhe, ist ein häufiges Anzeichen, ebenso wie überwältigende und unerklärliche Müdigkeit, die dem Anfall um Tage oder Wochen vorausgehen kann. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen, kalter Schweiß, Schwindel oder plötzliche Angstzustände: Diese Anzeichen, die oft als Stress, Verdauungsstörungen oder einfach als vorübergehende Schwächephase abgetan werden, betreffen insbesondere Frauen und verzögern häufig den Arztbesuch.
Warum dieser Unterschied?
Herzinfarkte bei Frauen betreffen häufig dünnere Herzkranzgefäße und spezifische Läsionen (wie Krämpfe oder Erosionen), was zu weniger explosiven Symptomen führt. Zudem spielen Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen und Bluthochdruck bei Frauen eine andere Rolle, und präventive Maßnahmen werden aufgrund dieses mangelnden Bewusstseins mitunter vernachlässigt. Dies führt zu einer verzögerten Diagnose und einer höheren Sterblichkeit in der Akutphase (laut einigen Studien bis zu 20–30 % höher bei Frauen unter 65 Jahren).
Die Studie, die Licht in die Debatte bringt
Eine umfangreiche Metaanalyse des Universitätsklinikums Utrecht (Niederlande), die 27 Längsschnittstudien über einen Zeitraum von zwanzig Jahren mit Tausenden von Patienten auswertete, zeigt, dass die Symptome bei Männern und Frauen im Allgemeinen ähnlich sind, einige jedoch bei Frauen deutlich häufiger auftreten. Dazu gehören Atemnot (bei 50–60 % der Frauen gegenüber 40 % der Männer), Übelkeit/Erbrechen (bis zu 40 % gegenüber 25 %) sowie Rücken- oder Bauchschmerzen. Die 2020 veröffentlichte und seitdem vielfach zitierte Studie unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Aufklärung, um falsch-negative Ergebnisse zu vermeiden.
Andere Studien, wie beispielsweise die der American Heart Association , bestätigen diese Ergebnisse, indem sie hervorheben, dass 40 % der Frauen bei einem Herzinfarkt keine klassischen Brustschmerzen verspüren, im Vergleich zu 20 % der Männer.
Warnsignale, die Sie niemals ignorieren sollten
Angesichts dieser Gefahren betonen die Gesundheitsbehörden eine klare Botschaft: Wählen Sie sofort die 15, wenn eine Frau anhaltende Brustschmerzen (länger als 5 Minuten), plötzliche Atemnot, ungewöhnliche ausstrahlende Schmerzen (Rücken, Kiefer, linker oder rechter Arm), kalten Schweiß, extreme Müdigkeit oder ein allgemeines Unwohlsein verspürt. Auch ohne offensichtliche Schmerzen erfordert das Auftreten mehrerer Symptome sofortige ärztliche Hilfe.
Eine beruhigende Vorsorgeuntersuchung ist besser als ein unbemerkter Herzinfarkt: Jede Stunde Verzögerung verdoppelt das Risiko schwerwiegender Komplikationen. Frauen in den Wechseljahren oder mit Herzinfarkten in der Familie sollten besonders aufmerksam sein.
Über die unmittelbare Krise hinaus reduziert ein schützender Lebensstil – regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Stressbewältigung und Nichtrauchen – die Risiken drastisch. Früherkennungsuntersuchungen (EKG, Echokardiografie) bei Risikogruppen sind entscheidend, denn Prävention rettet mehr Leben als Notfalleingriffe.
