In der Tierwelt erobern sich die Frauen ihren Platz und behaupten sich. Feministische Ikonen wimmeln in der Natur – sie tragen keine Umhänge, sondern Fell, Federn oder Schuppen. Neben dem Schutz ihres Nachwuchses stellen diese Weibchen, die die Natur bevölkern, traditionelle Geschlechterrollen in Frage und sind weitaus fortschrittlicher, als wir annehmen. Lasst uns unsere Notizbücher herausholen und uns Notizen machen.
Wenn Tiere uns Lektionen über Gleichberechtigung lehren
Tierdokumentationen beschränken sich nicht nur auf die Libido von Löwen oder zeigen spektakuläre Giraffenkämpfe. Zwar zeigen die meisten Filme in freier Wildbahn Mütter, die sich liebevoll um ihre Jungen kümmern, und Weibchen in ihren Höhlen, doch dies ist nur ein kurzer Einblick in das Tierleben. Das Buch „ Das feministische Tier “, verfasst von 13 Expertinnen und Experten, schließt diese Lücken und enthüllt das ganze Ausmaß weiblicher Macht in der Natur.
Bevor Jane Goodall und andere Pionierinnen der Wissenschaft sich engagierten, galten Männer als das „stärkere Geschlecht“. Sie kämpften um die Gunst der Menschen und um Land und jagten, um ihre Familien zu ernähren. Kurz gesagt, ihnen gebührte jeder Verdienst. Frauen hingegen galten als passiv: Sie waren lediglich dazu da, sich um die Jungen zu kümmern und den Fortbestand der Familie zu sichern. Lange Zeit wurden sie als bloße Statisten dargestellt, doch sie sind nicht ausschließlich auf die Mutterschaft beschränkt. Sie verfügen über weitere Fähigkeiten.
In der vielfältigen Tierwelt tragen männliche Seepferdchen Leben, Stuten verstehen die Bedeutung von Zusammenhalt untereinander besser als mancher Mensch, und Clownfische verändern ihre Geschlechtsorgane. Bei Kaiserpinguinen gehen die Weibchen fischen, um Nahrung zu sammeln, während die Männchen die Eier ausbrüten. Diese gut dokumentierten Informationen zeigen, dass Tiere aufgeschlossener und intelligenter sind als wir Menschen. Hier ist eine kurze Liste dieser weiblichen Tiere, die beweisen, dass männliche Dominanz kein „universelles Naturgesetz“ ist.
Hyänen: Schamlose Matriarchinnen
Während die Gottesanbeterin ihre Partner im Ganzen verschlingt und darauf achtet, keine Spuren ihres Verbrechens zu hinterlassen, gibt es auch pazifistischere, feministische Tiere. Oft in Filmen als listige und einfältige Geschöpfe karikiert, sind sie in Wirklichkeit eines der eindrucksvollsten Beispiele einer matriarchalischen Gesellschaft.
Bei Tüpfelhyänen sind die Weibchen dominant. Sie sind größer, stärker und bestimmen die Clan-Hierarchie. Selbst die imposantesten Männchen sind ihnen untergeordnet. Ressourcen, Nahrungsverteilung, kollektive Entscheidungen: Alles läuft über sie. Eine weitere überraschende Tatsache: Die weibliche Tüpfelhyäne besitzt einen „Pseudopenis“, und niemand wundert sich darüber. Eine gute Anekdote, um bei geselligen Anlässen zu beeindrucken.
Elefanten: Kraft durch Erfahrung
Ein weiteres inspirierendes Beispiel: Afrikanische Elefantenherden. Auch hier ist die Struktur matriarchalisch. Die Anführerin der Gruppe ist in der Regel das älteste Weibchen. Ihre Aufgabe? Sich in Dürrezeiten an Wasserstellen zu erinnern, Gefahren zu erkennen und die Herde zu lenken.
Während bei manchen Tierarten die Macht dem Sieger eines Kampfes zusteht, sind Elefanten besonnener. Ihre Autorität beruht nicht auf körperlicher Stärke, sondern auf Erfahrung und kollektivem Gedächtnis. Es ist eine ruhige, strategische und schützende Macht. Eine Führung, die auf Weitergabe von Weisheit und Wissen basiert. Eine schöne Metapher, die uns daran erinnert, dass Führen nicht Zermalmen, sondern Leiten bedeutet.
Männliche Rotfüchse: hingebungsvolle Väter
Rotfüchse sind in gewisser Weise Vorreiter in Sachen Vaterschaftsurlaub. Zwar brauchen wir Gesetze und Reformen, um dies umzusetzen, doch für diese Hundeartigen ist es fast instinktiv. Nach der Geburt kümmert sich der männliche Rotfuchs besonders um seine Partnerin und den Nachwuchs. Er bringt nicht nur Futter zurück zum Bau, sondern ist aktiv an der Aufzucht der Jungen beteiligt: Er spielt mit ihnen und lehrt sie wichtige Lektionen fürs Leben. Er ist ein vorbildlicher Vater, der seine Partnerin (etwas) entlastet.
Männliche Seepferdchen: jene, die Leben tragen
Ein schwangerer Mann? Im menschlichen Maßstab wäre das leider höchst umstritten. Doch bei Seepferdchen ist es die Norm. Das Männchen trägt die Eier und durchlebt die Tortur der Geburt. Das Weibchen wiederum sucht sich ein Männchen, dem sie ihre Eier anvertrauen kann, und kehrt dann in die Tiefen des Meeres zurück, um dort zu tummeln. Genug, um eingefleischten Männerrechtlern einen Schauer über den Rücken zu jagen.
Bienen: eine Königin… und Tausende von Arbeiterbienen
Im Bienenstock ist die berühmte Königin ein Quell der Faszination. Doch ihre Rolle ist nicht die einer autoritären Herrscherin. Sie sichert die Fortpflanzung, während die Arbeiterbienen, allesamt weiblich, den Bienenstock am Laufen halten: Bau, Schutz und Nahrungsproduktion. Die Macht ist verteilt, funktional und kollektiv. Das Überleben hängt von einer hocheffizienten Organisation ab, in der die Weibchen fast alle Schlüsselpositionen besetzen.
Letztendlich ist die Beobachtung von Wildtieren und Pflanzen nicht nur ein „meditativer Zeitvertreib“. Sie ist eine tiefgreifende Lernerfahrung über Feminismus, Gleichberechtigung und Geschlechtsidentität. Wenn wir als Tiere wiedergeboren würden, hätten wir bereits unsere Lieblingstiere…
