Am 14. Mai sorgte der französische Schauspieler und Regisseur Artus Solaro, mit bürgerlichem Namen Victor-Artus Solaro, bei den Filmfestspielen von Cannes auf dem roten Teppich des Palais des Festivals mit einem Outfit für Aufsehen. Anlässlich der Vorführung seines Films trug er einen Faltenrock über einer Hose. Dieser Auftritt löste umgehend Reaktionen aus und führte insbesondere in den sozialen Medien zu einer Welle kritischer Kommentare.
Ein ausdrucksstarkes Kleidungsstück in raffinierter Silhouette
Das von Artus gewählte Kleidungsstück besticht durch seinen Schnitt: ein mittellanger Faltenrock in einem dunklen Farbton, der über einer passenden Hose getragen wird. Diese Layering-Technik, die in den Stilen einiger zeitgenössischer Designer häufig anzutreffen ist, spielt mit traditionellen Konventionen der Herrenmode und unterläuft sie. Der Rest des Outfits, schlicht und stimmig, hebt dieses zentrale Element hervor. Dieser stilistische Ansatz ist Teil einer breiteren Bewegung, in der viele Männer die Grenzen der Unisex-Mode ausloten.
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Eine Welle von Reaktionen in den sozialen Medien
Unter den Beiträgen, die den Look des Schauspielers teilten, hagelte es negative Kommentare. Während einige Internetnutzer seinen „Wagemut“ lobten, äußerten andere zahlreiche verletzende, aggressive und sogar homophobe Bemerkungen. Diese Reaktion stand in keinem Verhältnis zu einer simplen Kleiderwahl, denn schließlich hat jeder das Recht, sich so zu kleiden, wie er möchte.
Wenn Artus sich in Absprache mit seinem Stylisten dazu entschloss, beim Filmfestival in Cannes einen Rock zu tragen, war das seine ganz persönliche Entscheidung. Es ist weder eine Einladung zu Verurteilungen noch ein Grund, überholte Stereotype zu verbreiten. Einen Rock zu tragen, macht einen Mann nicht „schwul“, „aufgeklärt“ oder „verweichlicht“, entgegen mancher hasserfüllter Kommentare. Kleidung hat kein Geschlecht und erst recht kein Recht, Angriffe oder Beleidigungen zu rechtfertigen.
Artus' gelassene Reaktion
In einem Interview mit Gala im Rahmen der Sendung „Cannorama“ sprach Artus diesen „Hass“ an, ohne sich dabei berührt zu fühlen. „Es ist unglaublich, wie hasserfüllt manche Menschen sein können“, erklärte er und hinterfragte mit einem Anflug von Ironie die Motive derjenigen, die solche Kommentare abgeben. Der Schauspieler lässt sich davon keineswegs verunsichern, sondern wahrt eine gesunde Distanz zu den Urteilen im Internet und steht weiterhin zu seinen stilistischen Entscheidungen.
Letztlich erinnert diese Kontroverse einmal mehr daran, wie wichtig es ist, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu unterstützen, die es wagen, die Regeln des roten Teppichs neu zu definieren. Sie zeigt, dass die Herrenmode – wenn auch langsam – immer mehr Freiheit gewinnt.
