Wenn man keine Schere zur Hand hat und die Finger zu fettig sind, um sie zu benutzen, verwendet man die Zähne, um Verpackungen zu öffnen, die ansonsten als „leicht zu öffnen“ gekennzeichnet sind. Diese ungewöhnliche, ja sogar primitive Geste mag in Filmen aufregend wirken, ist aber in Wirklichkeit weit weniger ansprechend.
Packungen mit den Zähnen zu öffnen ist keine gute Idee.
Du freust dich schon darauf, die leckeren, sauren Bonbons in ihren niedlichen Formen zu probieren, oder die neuen Chips mit Tartiflette-Geschmack, die dir seit dem Kauf das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Nur, die Verpackung wehrt sich hartnäckig. Entgegen der Beschreibung ist sie eine Geduldsprobe, ja sogar ein kniffliges Rätsel wie aus einem Escape Room. Du ziehst mit den Fingern daran, bis du dir einen Nagel abreißt und Muskelkater hast, aber die Verpackung hat nicht mal einen Kratzer. Und im Gegensatz zu deinem Vater, der nie ohne sein Taschenmesser aus dem Haus ging, hast du kein Schweizer Taschenmesser dabei. Also setzt du in deiner Verzweiflung deine Zähne wie eine gewaltige Waffe ein und reißt die Tüte mit einem einzigen Schnappen auf.
Wenn Ihr Zahnarzt Sie dabei beobachten würde, würde er wahrscheinlich in Ohnmacht fallen. Selbst wenn Ihre Zähne so scharf wie eine Küchenschere sind, sind es keine Reißzähne. Wie die Website von Red Maple Dental erklärt: „Das Beißen und Zerreißen von Plastik mit den Zähnen kann zu Absplitterungen, Brüchen oder sogar zum Bruch eines oder mehrerer Zähne führen.“ Diese Angewohnheit, die in Liebesromanen stets recht anzüglich dargestellt wird, mag Sie hin und wieder aus der Patsche helfen. Sie kann jedoch Ihren Zahnschmelz, die schützende Barriere Ihrer Zähne, schädigen und Sie direkt zum Zahnarzt führen – einen Ort, den Sie seit Ihrer ersten Kariesbehandlung meiden.
Sie können sich dabei auch verletzen, insbesondere Ihr Zahnfleisch, das besonders empfindlich ist. Ihre Zähne sind weder Werkzeuge noch eine Notlösung. „Ein Riss im Zahnschmelz bietet Bakterien eine Eintrittspforte, um andere Teile des Zahns zu erreichen, was das Risiko von Karies und Infektionen deutlich erhöht“, warnt die Zahnarztpraxis Prisma Dentistes.
Verpackungen, wahre Brutstätten für Mikroben
Ob eine Tüte Cashewnüsse, Soßenreste vom Schnellimbiss oder Instantkaffeekapseln aus dem Büro – sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind fast so unhygienisch wie die Toilette. Denken Sie daran, dass viele Menschen sie anfassen, bevor sie in Ihrer Küche oder Brotdose landen.
Sie wandern durch viele Hände, die nicht immer sauber sind, laufen über Kassenbänder und landen schließlich im Einkaufswagen… Vielleicht sind sie sogar auf den Boden gefallen. Und wenn man bedenkt, dass über 70 % der Einkaufswagen im Supermarkt mit Fäkalbakterien verunreinigt sind, braucht man kein Mikroskop. Trotz der geltenden Standards werden diese Verpackungen nicht sterilisiert. Sie beherbergen daher Bakterien, die mit bloßem Auge unsichtbar sind, aber im Körper nicht unbemerkt bleiben. Neben der Aufnahme von Mikroplastik setzen Sie sich auch besonders aggressiven Bakterien wie Escherichia coli aus.
Soßenpäckchen aus Fast-Food-Restaurants sind das schlimmste Beispiel.
Vielleicht mussten Sie schon einmal Ihre Zähne benutzen, um eine Ketchup- oder Mayonnaise-Portionspackung aus einem Fast-Food-Restaurant zu öffnen. Und Sie sollten besser ein starkes Immunsystem haben, um das unbeschadet zu überstehen. Diese Mini-Päckchen werden Sie mit Sicherheit für immer abschrecken. Erstens sind sie fettig, was das Öffnen noch schwieriger macht.
Die Bestellungen werden in der Hektik des Bestellvorgangs in Papiertüten geworfen und gelangen so durch Hände, die nicht immer Handschuhe tragen. Während die Bedienung Ihre Bestellung zubereitet, berührt sie Geldscheine, Münzen und benutzte Tabletts. Das Ansteckungsrisiko ist daher deutlich höher.
Diese oft mehrlagigen Kunststofftüten sind so konzipiert, dass sie – manchmal etwas zu widerstandsfähig gegen menschliche Belastung – Bakterien standhalten. Verpackt in Kartons, bei Raumtemperatur gelagert und ständig gehandhabt, sammeln sie eine beträchtliche Menge unerwünschter Mikroben an. Die Folge: Wer sie isst, um „Zeit zu sparen“, macht aus einem einfachen Snack ein mikrobiologisches Glücksspiel.
Und falls die Versuchung wirklich zu groß ist, denk einfach daran: Deine Zähne sind keine Multifunktions-Packungsöffner. Sie haben schon genug damit zu tun, Mahlzeiten, Snacks und zuckerhaltige Getränke zu überstehen, ohne dass sie zusätzlich noch gegen hartnäckiges Plastik ankämpfen müssen.
