Im Winter ist das Wasser aus dem Duschkopf kochend heiß und lindert die Kälte des Tages. In den kälteren Monaten verwandelt sich die Dusche fast in eine Sauna, so heiß, dass Dampf aufsteigt. Heiß zu duschen ist bei Kälte allerdings nicht unbedingt förderlich für die Körpertemperatur.
Heiße Duschen, eine Quelle des Trostes im Winter
Wenn die Kälte einsetzt, haben wir mehrere Möglichkeiten: Wir können uns in eine dicke Decke hüllen, uns ans Feuer setzen oder unter einer heißen Dusche entspannen. Nach einem Tag voller Kälte und eisiger Winde stürzen wir uns kopfüber unter die Dusche und verwandeln das Badezimmer kurzerhand in ein Dampfbad.
Mitten in einer Hitzewelle suchen wir die Kühle unter der Dusche und nehmen eisige Regengüsse bereitwillig in Kauf, doch im Winter stürzen wir uns eilig in die Dusche, um uns aufzuwärmen. Wir drehen das Wasser heißer, selbst wenn das die Wasserrechnung in die Höhe treibt. Wärme entspannt die Muskeln, löst Verspannungen und lässt den Alltag vergessen. Obwohl Wärme oft zur Linderung von Schmerzen und zur Entspannung des Körpers empfohlen wird, bilden heiße Duschen eher eine Ausnahme.
An sich sind sie nicht schlecht, solange sie nur gelegentlich vorkommen. Heiß zu duschen im Winter ist ein unvergleichliches Wohlgefühl. Heißes Wasser wirkt wie ein „Pause-Knopf“ für das Nervensystem. Es erweitert die Blutgefäße, entspannt die Muskeln und regt die Durchblutung an. Dadurch erhält das Gehirn ein Gefühl der Geborgenheit. Der Temperaturunterschied zur Außenwelt ist jedoch so stark, dass er den Körper „schockieren“ und ermüden kann, anstatt ihn einfach nur zu entspannen.
Aber auch eine schlechte Erfahrung für die Haut.
Was wäre, wenn die raue Hautstruktur nicht von eisiger Kälte, sondern von zu heißen Duschen herrührte? Heiße Duschen im Winter mögen sich zwar psychisch gut anfühlen, aber für die Haut sind sie nicht unbedingt die Ursache.
Sie ist durch einen unsichtbaren Lipidfilm, die sogenannte Hautbarriere, geschützt. Diese Barriere verhindert, dass Wasser zu schnell verdunstet und schützt vor äußeren Einflüssen. Sehr heißes Wasser löst diesen Film viel schneller auf als lauwarmes Wasser. Dadurch wird die Haut, selbst wenn sie sauber ist, anfälliger.
Im Winter ist es doppelt belastend. Die Luft ist ohnehin schon trockener, die Heizungsluft trocknet sie zusätzlich aus, und heiße Duschen verschlimmern die Dehydrierung noch. Die Haut spannt, juckt und reagiert empfindlicher. Viele Rötungen im Winter, besonders an Beinen oder Gesicht, entstehen nicht allein durch die Kälte, sondern durch diesen Kontrast zwischen intensiver Hitze und trockener Luft.
Was Sie stattdessen tun können
Es geht nicht darum, ganz auf heiße Duschen zu verzichten, sondern sie zu mäßigen. Zehn Minuten unter kochendem Wasser haben nicht dieselbe Wirkung wie drei Minuten. Schon eine leichte Reduzierung der Temperatur, insbesondere im Gesicht, macht einen großen Unterschied. Und die Haut direkt danach einzucremen, solange sie noch leicht feucht ist, hilft, die wichtige Schutzbarriere wiederherzustellen.
Auch im Winter kann eine Dusche ein wohltuender Moment sein, doch mit der richtigen Hautpflege wird sie noch schöner. Eine reichhaltige Creme, ein Öl oder ein Balsam sind unverzichtbar, um die Wärme vor dem Austrocknen zu schützen. Und im Winter können Sie die Duschintervalle ruhig etwas verlängern: Schließlich ist Ihr Körper unter der dicken Kleidung vor Bakterien geschützt.
Und daran besteht kein Zweifel, Sie haben die Zustimmung von Dr. Mostefa Rafaa, einem Dermatologen in Paris. „Für Menschen ohne Hautprobleme wird eine Dusche alle zwei Tage empfohlen, für Patienten mit atopischem Ekzem seltener“, erklärt er gegenüber Au Féminin .
Das letzte Wort? Heiße Duschen sollten in Maßen genossen werden. Wer Wärme braucht, findet sie woanders: in einer dampfenden Tasse, einer kuscheligen Decke oder in den Armen des Partners.
