Ihr Afro, der im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet ist, ist weit mehr als nur eine ästhetische Attraktion oder ein Kuriosum. Neben seiner scheinbar der Schwerkraft trotzenden Größe ist er auch ihre schönste Krone. Jessica L. Martinez, die stolze Besitzerin, möchte damit eine starke Botschaft senden: Auch strukturiertes Haar, selbst wenn es im Laufe der Jahre verändert wurde, hat das Recht, sich auszudrücken.
Eine Afro-Frisur, die nicht versucht, dezent zu sein
In einer Gesellschaft, die glattes Haar idealisiert, wird lockiges Haar stillschweigend in den Hintergrund gedrängt. Diese natürliche Frisur, oft fälschlicherweise als nachlässig und unprofessionell abgetan, hat sich lange den gesellschaftlichen Erwartungen gebeugt. Der Afro, populär geworden durch die Jackson Five und Soul-Künstler, ist das genaue Gegenteil dessen, was diese Vorstellungen verkünden: Er zieht die Blicke auf sich. Wer ihn trägt, wird oft als fremdartig betrachtet, als „zu voluminös“, „nicht ordentlich genug“, „zu grob“ oder „ungepflegt“ abgestempelt.
Oftmals grob mit einem ungebändigten Haarschopf, einem Vogelnest oder einem verwilderten Busch verglichen, erlebte die Afrofrisur eine dunkle Zeit und verschwand von vielen Köpfen. Wie viele Frauen haben ihre Haare geglättet, um eurozentrischen Schönheitsidealen zu entsprechen? Wie viele haben ihre Haare für ein Vorstellungsgespräch mit einem Haargummi zurückgebunden? Viel zu viele.
Nach langem Kampf mit sich selbst und der Ablehnung ihrer natürlichen Haarpracht beschloss Jessica L. Martinez, ihren Afro anzunehmen und ihn zu ihrem markantesten Merkmal zu machen. Anstatt sich überholten Schönheitsidealen und der sogenannten „Anständigkeit“ anzupassen, ließ sie ihr Haar für sich sprechen. Ihr Afro ist sogar im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet. Mehr als ein persönlicher Erfolg ist dies für sie vor allem eine Gelegenheit, sich für eine universelle Schönheit einzusetzen – ohne Kompromisse oder Tabus.
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Jessica Martinez, eine unfreiwillige Haar-Vigilantin
Während manche Menschen Rekorde brechen wollen, um berühmt zu werden oder ihre Grenzen auszutesten, tat Jessica es für einen guten Zweck. Sie verzichtete auf Schere, Bügeleisen und andere Folterinstrumente im Namen der Vielfalt. Sie tat es für all jene, die in Disney-Filmen keine Vorbilder hatten und sich eines Tages aufgrund ihrer Gene oder ihrer ethnischen Herkunft benachteiligt fühlen.
„Das bestätigt, was ich tief in meinem Herzen schon immer wusste: Natürliches Haar ist kein Trend, sondern ein Lebensstil“, sagte sie fast philosophisch in der Zeitschrift People . Ihr Afro ist kein Makel, sondern ein Schmuckstück – so sieht sie ihn. Ihre Beziehung zu ihrem Haar beschreibt sie als „langjährige Freundschaft“. Und in einer Welt, in der sich Frauen mit lockigem Haar oft als Außenseiterinnen oder seltsame Wesen fühlen, sind ihre Worte von unschätzbarem Wert. All jene, denen vorgeworfen wird, jeden Morgen in die Steckdose zu fassen, und die von glattem Haar träumen, sollten diese weise Stimme hören.
Jessica, Symbol einer Haarrevolution und zugleich Beispiel für Akzeptanz, schätzt sich glücklich, eine so prachtvolle Frisur zu besitzen. Wo andere nur Überschwang und Vernachlässigung sehen, erblickt die Aktivistin eine majestätische Skulptur, ein Geschenk des Himmels.
Sein Afro ist ein Geschenk der Natur, kein Makel.
Ihr Afro reicht fast bis zum Dach von Taxis und fühlt sich in engen Räumen manchmal beengt an, doch sie weigert sich, ihn zu verändern oder zu kürzen, um Erwartungen zu erfüllen. Während manche Unternehmen immer noch nach Aussehen und Haarumfang einstellen, sieht sie es fast als ihre Pflicht an, Frizz, Fülle und Zickzack-Locken für alle zugänglich zu machen. Dieser Afro, der perfekt mit ihrem Gesicht verschmilzt und wie ein Keratin-Ornament wirkt, ist ihr wertvollstes Merkmal.
Anders als manche denken, ist diese Frisur kein Zeichen von Faulheit; sie ist wahre Kunst, und ihre Pflege erfordert weit mehr Aufwand als nur einen einfachen Bürstenstrich. Auf ihren Social-Media-Kanälen behauptet sie sogar, ihr Haar besäße Superkräfte: Es könne mit wenigen Handgriffen seine Form verändern und von gedrehten Locken zu krausem Haar wechseln.
Afrohaar, das viel Spott ertragen musste und von unzähligen unerwünschten Händen verletzt wurde, wird heute stolz präsentiert. Wie Jessica setzen sich auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Alicia Keys und Zendaya mit ihrem natürlichen Haar für eine vielfältige Schönheit ein.
