Auch wenn Behinderung auf den Laufstegen großer Modenschauen selten zu sehen ist, schließt sie Modekunst nicht aus. Für die Content-Creatorin @allysstar_, der ein Bein amputiert wurde, ist dies kein Hindernis für Stil, sondern eine Einladung, anders und erfinderisch zu sein. Ihre Prothese ist daher nicht nur ein medizinisches Hilfsmittel für das Gleichgewicht, sondern der Grundstein ihres Looks, das Herzstück ihrer Outfits.
Eine in ihrer Art einzigartige Prothese
Die Content-Creatorin @allysstar_ ist eine wahre Inspiration. Diese stilbewusste Frau kleidet sich wie ein Model und interpretiert Trends auf ihre ganz eigene Art. Ihr Instagram-Account ist so inspirierend, dass man am liebsten alles pinnen möchte. Sie folgt nicht einfach nur Hashtags, die auf „core“ enden, oder kopiert bestehende Trends.
Bekannt für ihren unaufdringlichen, aber dennoch unverwechselbaren Stil, kreiert sie selbst aus den einfachsten Kleidungsstücken ikonische Outfits. Sie gehört zu den wenigen Glücklichen, denen jeder Look steht, selbst die lässigsten. Und ihre Ausstrahlung ist nicht der einzige Grund für diesen Wow-Effekt. So wie Lagerfeld seine dunkle Sonnenbrille ikonisch machte und Chanel mit ihrem allgegenwärtigen Tweed, hat auch Alice, ihr richtiger Name, ihr charakteristisches Accessoire. Und ursprünglich wurde es ihr eher aufgezwungen als selbst gewählt.
Zu jedem Outfit trägt sie ein Kleidungsstück, das weder einem Modetrend noch den Vorgaben einer Frauenzeitschrift folgt, sondern einem körperlichen Bedürfnis. Es ist eine Prothese, die das Aussehen eines normalen Beins nicht perfekt imitiert. Sie spiegelt die freie und lebensfrohe Persönlichkeit ihrer Trägerin wider. Es ist eine meisterhafte Täuschung: ein künstliches Bein, bedeckt mit einem fast vollständigen Tattoo, das täuschend echt wirkt. Ein einziges Motiv, das dem Outfit die nötige Verspieltheit verleiht.
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Wenn Mode und Behinderung eins werden
Auf den Laufstegen der Fashion Week, in den riesigen Werbeplakaten im urbanen Raum und in Zeitschriften ist Behinderung unterrepräsentiert, wenn nicht gar völlig unsichtbar. Das ist kaum verwunderlich, denn die Modeindustrie entwirft ihre Stücke anhand von Körpern ohne körperliche Beeinträchtigungen, die oft nach Standardmodellen geformt werden.
Auch wenn Alice ihrem Engagement für Inklusion nicht immer gerecht wird, beweist sie doch, dass Behinderung auf dem Weg zu Stil kein Hindernis darstellt. Die junge Frau, die in jedem Post Stärke und Widerstandsfähigkeit ausstrahlt, zeigt, was sie sich öfter bei Victoria's Secret Shows oder der Fashion Week wünscht.
Sie versteckt ihre Prothese nicht unter dicken Kleidungsschichten, um unauffällig zu bleiben. Stolz präsentiert sie sie, wie andere ihre Designerhandtasche oder wertvollen Schmuck. Ihre maßgefertigte Prothese ist ihr Markenzeichen, ihre verspielte Note, eine ganz eigene Sprache. Denn nein, Behinderung ist kein Tabu und kein Hindernis für Selbstverwirklichung.
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Eine Repräsentation, die zählt
In den letzten 25 Jahren wurde Behinderung in weniger als 1 % der Werbung thematisiert. In Hollywood werden 95 % der Rollen, die eine Behinderung beinhalten, von nichtbehinderten Schauspielern verkörpert. Diese alarmierenden Zahlen legen nahe, dass Behinderung ein erhebliches Hindernis bei der Besetzung von Rollen darstellt.
Die Betroffenen fühlen sich dann ausgegrenzt, vergessen und ungerechtfertigt im Rampenlicht. Mit ihren Videos im Stil von „Get Ready With Me“ und ihren introspektiven, aber ästhetisch ansprechenden Inhalten eröffnet Alice eine Welt voller Möglichkeiten, in der Behinderung ohne Filter oder Scham thematisiert wird.
Sie ist eine Modeikone und zugleich ein Symbol der Hoffnung und des Optimismus. Sie beweist, dass Barrieren meist nur im Kopf existieren. Ihre Behinderung sieht sie nicht als Verlust, sondern als Chance, sich neu zu erfinden und ihre Kleidung auf eine andere Art zu tragen – mit noch mehr Freiheit und Freude.
