Als Eleanor Farrar die ersten Wehen spürte, dachte sie, sie hätte noch genügend Zeit, ins Krankenhaus zu kommen. Ihre Familie lebt in Reading, England, nur einen Kilometer vom Royal Berkshire Hospital entfernt. Doch das Baby hatte andere Pläne. Dies ist die Geschichte einer Geburt , die ebenso spektakulär wie berührend war.
Ein Prozess, der sich in fünfzehn Minuten beschleunigt
Es begann eines Morgens um 4:30 Uhr, als Eleanor Farrar in die 41. Schwangerschaftswoche eintrat. Sie wachte mit Schmerzen auf, die sie als „starke Menstruationskrämpfe“ beschrieb. Ohne sich große Sorgen zu machen, bereitete sie sich auf den Weg zur Entbindungsstation vor – in der Annahme, noch etwas Zeit zu haben.
Doch schon nach fünfzehn Minuten wurden die Wehen rhythmisch: eine pro Minute. „In diesem Moment begriff ich, dass die Geburt bevorstand“, vertraut sie an. Bevor sie sich auf den Weg machte, nahm sie sich noch die Zeit, eine Perlenkette anzulegen und dasselbe Nachthemd anzuziehen, das sie bei der Geburt ihrer ältesten Tochter Diana, damals zweieinhalb Jahre alt, getragen hatte. Eine fast symbolische Geste in der Dringlichkeit des Augenblicks.
Eine Autofahrt zwischen Schmerz und Gelassenheit
Eleanor, ihr Partner Rasheed und ihre kleine Tochter Diana stiegen ins Auto und fuhren ins Krankenhaus. „Kaum war ich ausgestiegen, platzte meine Fruchtblase im Wohnzimmer – das Baby rutschte tiefer ins Becken, es war eine enorme Erleichterung“, erzählt die junge Frau.
Warum rief sie keinen Krankenwagen? „Ich war mental fünf bis zehn Minuten hinterher“, erklärt sie. Während der Fahrt wurde ihre Tochter Diana, die auf dem Rücksitz in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz saß, unruhig und fragte: „Mama, ist alles in Ordnung?“ Ihr Vater antwortete ruhig: „Mama ist etwas krank, wir holen ihr Medizin.“ Um gefasst zu bleiben, vergrub Eleanor ihr Gesicht in der Armlehne des Autos. „Ich wollte für meine Tochter so ruhig wie möglich bleiben“, vertraut sie an.
Eine Geburt im Auto, direkt vor dem Krankenhaus
Und genau in diesem Auto sollte die junge Frau schließlich ihr Kind zur Welt bringen. „Sobald ich den Kopf des Babys spürte, presste ich bei der nächsten Wehe. Wir fuhren noch, und eine Minute später parkten wir vor dem Krankenhaus“, erzählt sie. Ihre Tochter Celine war gerade im Familienauto geboren worden.
Ihr Partner Rasheed eilte ins Krankenhaus, und zwei Hebammen trafen kurz darauf ein. Noch im Auto, das direkt vor dem Eingang der Station parkte, durfte Eleanors Partner sogar die Nabelschnur des Babys durchtrennen. Die frischgebackene Mutter lobte die Organisation, die sowohl mitfühlend als auch professionell agierte.
Eine erleichterte und dankbare Familie
Nach den ersten Untersuchungen geht es Celine bestens. „Celine ist einfach ein wunderschönes kleines Mädchen. Wir sind so glücklich, sie zu haben“, sagt ihre Mutter sichtlich erleichtert. Ein besonderer Dank gilt auch ihrer Hebamme Lyndsey, die sie während der gesamten Schwangerschaft betreut hat.
Eleanor Farrars Geschichte ist eine ergreifende Erinnerung daran, dass eine Geburt naturgemäß ein unvorhersehbares Ereignis bleibt – selbst einen Kilometer vom Krankenhaus entfernt. Und dass es inmitten eines Notfalls oft die Ruhe, die Unterstützung der Familie und die mitfühlende Betreuung durch das medizinische Fachpersonal sind, die den entscheidenden Unterschied machen. Für Céline wird die Geschichte ihrer Geburt zweifellos reichlich Gesprächsstoff bei zukünftigen Familientreffen bieten.
