„Garnelen-Syndrom“: Warum diese Haltung im Büro Spezialisten beunruhigt

Wer viel sitzt und dabei viel tippt und eine Maus bedient, nimmt diese Haltung mit ziemlicher Sicherheit unbewusst ein. Und der Körper wird es früher oder später heimzahlen. Das sogenannte „Shrimp-Syndrom“ ist die neue Jahrhundertkrankheit und weit mehr als nur einfache Rückenschmerzen oder ein paar Nackenverspannungen. Gesundheitsexperten warnen eindringlich davor.

Bist du eine Bürogarnele?

Ihr Job erfordert möglicherweise, dass Sie von morgens bis abends vor dem Computer sitzen. Und während dieses langen Arbeitstages nehmen Sie nicht immer eine gesunde Haltung ein. Trotz ergonomischem Stuhl und gut organisiertem Arbeitsplatz können Sie nicht anders, als unruhig zu zappeln . Vielleicht neigen Sie sogar dazu, sich zusammenzukrümmen und den Rücken zusammenzurollen.

Mit krummem Rücken, dem Kopf zwischen den Schultern und der Brust nach vorn gestreckt – eine perfekte Nachahmung einer Garnele, jenes schrumpeligen Krustentiers mit seinem kommaförmigen Körper. Diese Haltung, die Osteopathen weltweit in Panik versetzen würde, ist unter Büroangestellten weit verbreitet. Sie ist quasi ein typisches „Großraumbüro-Phänomen“, eine kollektive Masche. Büros wimmeln von Garnelen in Anzügen und Bleistiftröcken. Vielleicht gehören Sie sogar selbst dazu, ohne es zu merken.

Statt aufrecht zu sitzen, beugst du dich über den Bildschirm und kriecht förmlich über die Tastatur. Und ich sage es nur ungern, aber das ist reine Selbstsabotage. „Wenn du dich nach vorne lehnst, verspannst du deine Rückenmuskulatur enorm. Dadurch reduzierst du dein Lungenvolumen und schränkst die Durchblutung ein“, warnt Alan Hedge, Ergonomieexperte und Professor an der Cornell University, in einem Artikel für die HuffPost . Dein Körper leidet still und heimlich, und du bekommst nicht nur Ischiasbeschwerden .

Symptome des "Shrimp-Syndroms"

Wenn Sie unter dem sogenannten „Shrimp-Syndrom“ leiden, ist nicht nur Ihr Rücken betroffen. Doch meist treten die ersten Schmerzen dort auf. Anfangs spüren Sie lediglich Unbehagen: einen empfindlichen Nacken, gelegentliche Muskelverspannungen, ein lokales Unbehagen, das Sie zu einer Selbstmassage verleitet. Sie reiben ständig Ihre Handgelenke in der Hoffnung, die Verspannungen damit zu lösen. Sie drücken Ihre Finger fest gegen Ihren Nacken, um Druck auf die schmerzenden Stellen auszuüben. Kurz gesagt: Ihr Körper macht sich bemerkbar und signalisiert Ihnen, dass er nicht zufrieden ist.

Langfristig kann das sogenannte „Shrimp-Syndrom“ zu besonders belastenden chronischen Schmerzen führen. Ein weiteres Beispiel ist das Karpaltunnelsyndrom, eine Nervenkompression, die sich durch Taubheitsgefühle oder unangenehme elektrische Schläge äußert. Das „Shrimp-Syndrom“ ist hartnäckig und kann sogar unerwartete Körperteile betreffen. Wenn Sie unter Sodbrennen, träger Verdauung und lästigen Blähungen leiden, die Ihre Konzentration beeinträchtigen, sollten Sie vielleicht Ihre Körperhaltung überdenken und wieder mehr Bewegungsfreiheit einkehren.

Die richtigen Schritte, um dem vorzubeugen

Egal wie sehr man sich vorstellt, ein Faden würde einen nach oben ziehen und größer machen, der innere Widerstand zieht einen nach unten. Doch das Geheimnis ist einfach: Für eine korrekte Haltung braucht man die richtige körperliche und geistige Verfassung. „Wenn man sich zurücklehnt, berührt der Rücken die Stuhllehne, wodurch ein Teil des Körpergewichts abgenommen wird und die Hüften weniger belastet werden. Die Atmung verbessert sich“, erklärt Alan Hedge. Daher die Wichtigkeit ergonomischer und optimal eingestellter Arbeitsmittel.

  • Sie können Ihren normalen Stuhl auch durch einen Gymnastikball ersetzen. Dieses Hilfsmittel, das oft mit Schwangeren in Verbindung gebracht wird, zwingt Sie, Ihren Schwerpunkt zu finden und hält Sie aufrecht, ohne dass Sie sich anstrengen müssen.
  • Wenn Sie nicht an einem Desktop-Computer arbeiten können, können Sie Ihr Gerät auf Augenhöhe bringen und so Nackenverspannungen vermeiden. Ihre Augen sollten sich auf Schulterhöhe befinden.
  • Und wir können es nicht oft genug betonen: Machen Sie alle zwei Stunden Pause und nutzen Sie diese sinnvoll. Anstatt zu scrollen und Ihre Haltung weiter zu verschlechtern, versuchen Sie es doch mal mit Yoga- Übungen. Dehnen Sie sich, bewegen Sie Ihren Körper, lockern Sie ihn auf. Die Heuschrecke oder der herabschauende Hund auf einer Schaumstoffmatte sind immer besser, als wie eine Garnele zusammenzusacken.

Höre auf deinen Körper und ignoriere seine Signale nicht. Um dich an deinem Schreibtisch rundum wohlzufühlen, vermeide deine schlechte Haltung. Du wirst dich besser und höchstwahrscheinlich auch selbstbewusster fühlen.

Émilie Laurent
Émilie Laurent
Als Wortkünstlerin jongliere ich täglich mit Stilmitteln und perfektioniere die Kunst feministischer Pointen. Mein leicht romantischer Schreibstil hält in meinen Artikeln so manche fesselnde Überraschung für Sie bereit. Ich liebe es, komplexe Themen zu entschlüsseln, ganz wie ein moderner Sherlock Holmes. Geschlechterminderheiten, Gleichberechtigung, Körpervielfalt … Als Journalistin am Puls der Zeit stürze ich mich kopfüber in Themen, die Debatten entfachen. Ich bin ein Workaholic, und meine Tastatur wird ständig auf die Probe gestellt.

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