Beim Vergleich von Beziehungsmustern weltweit liefern einige Daten überraschende Ergebnisse. Anders als man vielleicht vermuten würde, weisen nicht die traditionell als „liberal“ geltenden westlichen Länder die umfangreichsten Beziehungsgeschichten auf.
Eine unerwartete globale Hierarchie
Laut mehreren internationalen Studien führt die Türkei derzeit die Weltrangliste an, mit durchschnittlich 14,5 Sexualpartnern pro Person im Laufe ihres Lebens. Die neuesten Daten von Quellen wie dem CDC (National Survey of Family Growth) zeigen ein eher unerwartetes globales Ranking.
Die führenden Länder:
- Türkei: 14,5
- Australien: 13,3
- Neuseeland: 13,2
- Island: 13
- Südafrika: 12,5
- Finnland: 12,4
- Norwegen: 12,1
Nordeuropa ist gut vertreten, ebenso einige Länder der Südhalbkugel. Diese Zahlen spiegeln nicht nur Statistiken wider, sondern vielmehr die Vielfalt emotionaler, romantischer und beziehungsmäßiger Erfahrungen, die von Kulturen, sozialen Normen und Generationen abhängen.
Frankreich macht Fortschritte, bleibt aber am Tabellenende.
Mit durchschnittlich 8,1 Partnern liegt Frankreich trotz deutlicher Fortschritte in den letzten Jahren, insbesondere bei Frauen, weit zurück. Zur Erinnerung: Die CSF-Studie 2023, durchgeführt von Inserm und veröffentlicht im November 2024, ergab, dass Frauen im Alter von 18 bis 69 Jahren durchschnittlich 7,9 Partner hatten, verglichen mit 4,5 im Jahr 2006 – ein Anstieg um 76 %.
Dieser Wert liegt jedoch weiterhin unter dem Durchschnitt mehrerer europäischer Länder, wie beispielsweise Italien (11,8), Irland (11,1) oder Schweden (11,8). Selbst die Vereinigten Staaten (10,7) und Großbritannien (9,8) weisen höhere Durchschnittswerte auf.
Ein Generationswechsel
Junge Erwachsene (18–29 Jahre) zeichnen sich durch vielfältigere und weniger geradlinige Lebenswege aus als frühere Generationen. In Frankreich geben Frauen dieser Altersgruppe durchschnittlich 7,3 Partner an, Männer hingegen 11,8. Diese Zahlen spiegeln einen Wandel im Beziehungsverhalten wider, hin zu einer offeneren und weniger starren Sichtweise traditioneller Beziehungsmuster.
Die Faktoren hinter diesen Zahlen
Hinter diesen Statistiken verbergen sich verschiedene kulturelle und soziale Dynamiken:
- Normenwandel: Klassische Familien- und Beziehungsmodelle weichen größerer Vielfalt.
- Zunehmende individuelle Unabhängigkeit: insbesondere bei Frauen und jungen Menschen.
- Digitalisierung des Austauschs: Digitale Werkzeuge erleichtern nicht nur Besprechungen, sondern auch den Übergang von einer Verbindung zur anderen.
- Internationale Mobilität: Studieren und Arbeiten im Ausland vervielfacht Erfahrungen und Beziehungsnetzwerke.
Eine globale Karte sich wandelnder Beziehungen
Diese Rangliste mag überraschen, spiegelt aber vor allem die sehr unterschiedlichen Beziehungskulturen weltweit wider. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich China (3,1) und Indien (3), wo Traditionen, familiärer Druck und rechtliche Rahmenbedingungen den Lebensweg stark prägen. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Zahlen weder Erfolg noch Misserfolg darstellen, sondern lediglich eine Momentaufnahme persönlicher Lebenswege in unterschiedlichen kulturellen Kontexten.
Was sie jedoch offenbaren, ist das Entstehen einer zunehmend pluralistischen Beziehungswelt, in der jeder Einzelne seinen eigenen Weg in seinem eigenen Tempo nach seinen eigenen Entscheidungen und den ihn umgebenden Normen gestaltet.
