Statt den neuesten Haartrends mit „Espressobraun“ oder „Butterblond“ zu folgen, passen immer mehr Frauen ihre Haarfarbe ihrem Hautton an. Während „Ton-in-Ton“ in der Beauty-Branche lange Zeit verpönt war, ist es heute in Salons gängige Praxis. Und alle, die es vor dem Spiegel ausprobiert haben, loben den „gesunden Teint“.
Haarfarbe auf Hautton abstimmen: der neue Trend
Noch vor nicht allzu langer Zeit färbten Friseure ihren Kundinnen die Haare champagnerblond, schwarz oder pflaumenfarben und folgten dabei gewissenhaft den neuesten Schönheitstrends. Heute sind die Wünsche im Friseursalon viel individueller. Frauen kommen nicht mehr mit einem festen Termin, sondern wünschen sich Farben, die mit ihrem Teint harmonieren und einen monochromen Look ergeben.
Lange Zeit erlagen Frauen der Verlockung trendiger Haarfarben, ohne die Regeln der Farbenlehre zu hinterfragen. Doch manchmal können diese auf Pinterest so beliebten Farben die Gesichtszüge hart wirken lassen, den Teint fahl erscheinen lassen und den gewünschten Wow-Effekt verfehlen. Frauen, die sich eine Veränderung wünschen, treffen heute bewusstere Haarfarbenwahlen und bevorzugen natürliche Hauttöne gegenüber den online angepriesenen Nuancen.
Frauen mit gemischter Herkunft wechseln daher von Dunkelbraun zu Karamell, und weiße Frauen färben ihr schwarzes Haar sandblond. So entsteht die Illusion einer individuell abgestimmten Haarfarbe, die perfekt zum Teint passt. „Die Farbtöne werden so gewählt, dass sie mit dem Hautton der Kundin harmonieren, anstatt einen Kontrast zu erzeugen. Ziel ist es nicht mehr, einzelne Strähnen hervorzuheben, sondern eine natürliche und harmonische Farbe zu kreieren, die perfekt zur jeweiligen Person passt“, erklärt Stylist Rogerio Cavalcante, Inhaber des Salons „The Second Floor“, gegenüber dem Online-Magazin Bustle.
Berühmte Persönlichkeiten experimentierten damit schon lange vor dem goldenen Zeitalter der sozialen Medien. So auch Tyra Banks und Jessica Alba, die zu den ersten gehörten, die diese „Chamäleon“-Ästhetikbewegung ins Leben riefen, die heute mit dem Stil des „stillen Luxus“ assoziiert wird.
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Was Coloristen über diesen Trend denken
Das Haar umrahmt ständig das Gesicht. Es ist ein bisschen so, als trüge man den ganzen Tag ein Kleidungsstück direkt unter dem Kinn. Ist die Farbe falsch, wirkt sie unharmonisch zum Hautton. Ist sie richtig, entsteht sofort eine harmonische Gesamtwirkung. Deshalb kann schon eine kleine Veränderung der Haarfarbe den gesamten Look verändern, ohne dass man sonst etwas ändern muss. Farbe wird so zum Ausdrucksmittel, aber auch zur Betonung der natürlichen Vorzüge.
Bevor Sie mit Ihren Strähnchen beginnen, sollten Sie sich unbedingt von einem Experten beraten lassen, sonst riskieren Sie, das Ergebnis zu ruinieren. Coloristen sind sich einig: Bei dieser Stylingtechnik kommt es auf die richtigen Farbtöne an, um einen maskenhaften Effekt zu vermeiden. Braun kann kühl, warm, golden oder aschig sein. Blond kann eisig, beige, honigfarben oder champagnerfarben sein. Diese subtilen Nuancen spielen mit dem Licht. Zu kühle Strähnchen auf einem warmen Teint können die Haut fahl wirken lassen. Zu goldene Strähnchen auf einem kühlen Teint können Rötungen verstärken. Die richtige Balance zu finden ist wie die Wahl der richtigen Foundation: Sie sollte unauffällig sein, aber den entscheidenden Unterschied ausmachen.
Die goldenen Regeln für die makellose Umsetzung dieses Looks
Es mag verlockend sein, das Experiment im eigenen Badezimmer nachzumachen und den Hautton auf die Haare auszudehnen. Doch es geht nicht darum, einfach wahllos eine Farbe auszuwählen und die Übereinstimmung auf dem Handrücken zu überprüfen, wie man es von deckenden Kosmetika kennt. Haarefärben ist nicht so einfach.
Bevor wir über Honigblond oder Schokoladenbraun sprechen, ist ein wichtiger Punkt zu verstehen: Ihr Hautunterton. Er kann warm (golden, pfirsichfarben, gelblich), kühl (rosa, bläulich) oder neutral (eine Mischung aus beidem) sein. Eine Haarfarbe kann bei einer Person umwerfend aussehen … und bei einer anderen völlig blass wirken, einfach weil sie diese unsichtbare Grundlage nicht berücksichtigt.
Generell werden warme Hauttöne durch goldene, kupferfarbene, karamellfarbene und honigfarbene Nuancen hervorgehoben. Kühle Hauttöne hingegen strahlen mit aschigen, kühlen, tiefschokoladenfarbenen oder beigeblonden Highlights. Neutrale Untertöne bieten den großen Vorteil, dass sie mit etwas mehr Freiheit zwischen den beiden Nuancen wechseln können. „Subtile Tonvariationen wie Mikro-Highlights, sanfte Highlights und reflektierender Glanz sind entscheidend“, betont Cavalcante. Anstatt also absolute Gleichförmigkeit anzustreben, sollte man besser auf Harmonie und Farbtiefe achten.
Die Wahl einer dezenten, zum Teint passenden Farbe ist sehr schmeichelhaft und spart zudem viel Zeit bei der Pflege . Sie ist weniger aufwendig als eine radikale Färbung. Dieser Haartrend, der sich unendlich anpassen und individuell gestalten lässt, ähnelt dem Konzept der Farbanalyse in der Mode. Kurz gesagt: Wir versuchen nicht mehr, unsere Nachbarn zu kopieren, sondern respektieren unsere eigenen, einzigartigen Merkmale.
