Alexa Demie tritt langsam aus dem Nebel des Ruhms hervor. Die amerikanische Schauspielerin und das Model, die in „Euphoria“ (HBO) die Rolle der Maddy Perez spielt, hat nun selten über ihre Jahre am Set berichtet. Und insbesondere über eine Szene, die sie auch Jahre später noch sehr beschäftigt.
Die Angst, seine Position zu verlieren, und nicht etwa Druck von irgendjemandem.
Das Geständnis ist unmissverständlich. Alexa Demie, die bei Drehbeginn der Serie – die 2019 erstmals ausgestrahlt wurde – noch sehr jung war, erzählt, dass sie immer wieder Szenen ohne Kleidung drehte, aus Angst, ersetzt zu werden. „Ich dachte, wenn ich diese Szenen ablehne, bekomme ich die Rolle nicht, nicht weil mir das jemand gesagt hätte. Sondern weil ich so jung war und es einfach nicht wusste“, vertraute sie dem Hollywood Reporter in einem Interview an. Diese Nuance verdeutlicht, wie unausgesprochen der Druck in der Filmbranche sein kann – ein Erbe einer Filmkultur, über die viele Schauspielerinnen heute sprechen.
Eine Szene im Besonderen schockierte sie.
Von den Szenen, die Alexa Demie erwähnt, sticht eine besonders hervor: eine Sequenz, in der ihre Figur Nate, gespielt von Jacob Elordi, betrügt. „Ich sage nicht, dass ich Sex nicht mag, und ich finde, er kann wunderschön dargestellt werden. Ich weiß auch, dass die Serie das Leben von Teenager-Mädchen zeigt. Aber nachdem ich die Szene gedreht hatte, wurde mir klar: ‚Okay, ich mag das Gefühl nicht, das ich dabei empfinde.‘“ Eine Aussage, die in vielerlei Hinsicht zutrifft. Alexa Demie lehnt die Szene nicht aus Prinzip ab, sondern spricht eher von einem körperlichen, intimen Gefühl – einem Unbehagen, das sie nicht vollständig vorhergesehen hatte, als sie zusagte.
Ein Team, das zuhörte, ein Präzedenzfall, der sich nicht wiederholte
Gute Nachrichten: Alexa Demies Anmerkungen nach den Dreharbeiten wurden ernst genommen. „Ich habe danach etwas gesagt, und alle waren sehr verständnisvoll“, erklärt sie. Daraufhin wurde sie nie wieder für eine solche Szene angefragt. Dieser Paradefall spiegelt die jüngsten Veränderungen am Filmset wider. Seit der #MeToo-Bewegung sind Intimitätskoordinatoren nach und nach zu Garanten für die informierte Einwilligung von Schauspielern geworden – eine relativ neue Rolle, die bei HBO-Serien wie „Euphoria“ mittlerweile fast Standard ist.
Eine umfassendere Kontroverse um die Serie
Alexa Demies Aussage steht in einem besonderen Kontext. Mehrere „gewagte“ Szenen aus der letzten Staffel sorgten für viel Gesprächsstoff, insbesondere jene mit Sydney Sweeney, die Cassie spielt. Bereits 2023 verteidigte die Schauspielerin öffentlich den Serienschöpfer Sam Levinson: „Wenn uns etwas unangenehm war, haben wir das alle angesprochen. (...) Es ist schwer mitanzusehen, wie jemand von der Öffentlichkeit und den Medien in den Dreck gezogen wird, wenn niemand wirklich dabei ist. Wir sind es.“ Die Serie „Euphoria“, die kürzlich nach drei Staffeln endete, hinterlässt ein bedeutendes kulturelles Erbe – aber auch eine offene Debatte darüber, wie junge Schauspielerinnen die Dreharbeiten zu den explizitesten Szenen erleben.
Mit ihrem Bericht gewährt Alexa Demie einen seltenen Einblick in die Realität hinter den Kulissen einiger der bekanntesten Schauspielerinnen Hollywoods. Sie erinnert zudem an eine wichtige Wahrheit: Am Filmset ist die Freiheit, Nein zu sagen, nie so einfach, wie es scheint, insbesondere für Anfängerinnen. Ihr nun öffentlicher Bericht ist ein Appell – an Produktionsfirmen, genauer zuzuhören, und an junge Schauspielerinnen, sich besser zu schützen.
