Naomi Osaka bricht weiterhin mit den Konventionen von Tennis und Mode. Kürzlich sorgte die japanische Tennisspielerin nicht auf dem offiziellen Tennisplatz, sondern bei einer Veranstaltung in Paris für Schlagzeilen.
Eine Silhouette, die gegen den Strich geht.
Auf den seitdem kursierenden Bildern posiert Naomi Osaka mit Tennisschläger in der Hand auf einem Sandplatz im Innenhof eines Pariser Hotels unter rot-weiß gestreiften Sonnenschirmen. Sie trägt Jeansshorts und darüber ein lockeres schwarzes Hemd. Ein bedrucktes Haarband setzt den einzigen grafischen Akzent zu ihrem Outfit. Besonders auffällig sind ihre schwarzen Stilettos – eine Wahl, die so gar nicht zu den Sneakers passt, die man auf diesem Belag erwarten würde.
Der Gegensatz, der Debatten auslöst: Sportschuhe vs. High Heels
Naomi Osakas Look löste in den sozialen Medien sofort eine Flut von Kommentaren aus. Einige empfanden ihn als mutige Wahl, die verschiedene Stile miteinander verband – die Bildsprache des weißen Tennisplatzes mit der eines deutlich eleganteren Dresscodes. Andere wiederum fanden den Kontrast zu stark und bemängelten, dass der Tennisplatz dadurch zu einer Modenschau geworden sei.
Tatsächlich pflegt die viermalige Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka diese Genre-Mischung schon seit Jahren: Spitzensportlerin, die gleichzeitig für Louis Vuitton modelt, Nike-Botschafterin, die mit Modedesignern zusammenarbeitet, und aktive Mutter, die mit ihrer Tochter Shai in den angesagtesten Magazinen posiert.
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Eine starke modische Handschrift
Es ist nicht das erste Mal, dass Naomi Osaka ein Tennisevent für einen inszenierten Auftritt genutzt hat. Bei den French Open 2026 betrat sie den Suzanne-Lenglen-Court in einem schwarzen Korsett über einem goldenen, vom Eiffelturm inspirierten Kleid, entworfen von Nike und Kevin Germanier. Bei den Australian Open im vergangenen Januar wählte sie ein von Quallen inspiriertes Outfit mit Schleier und Sonnenschirm, kreiert in Zusammenarbeit mit dem Londoner Designer Robert Wun.
Bei jedem Spiel dieselbe Botschaft: Schluss mit dem Uniformcode des weißen Tennis, her mit dem Platz als Raum für persönlichen Ausdruck. „Die Kritik interessiert mich nicht. Ich komme, um Tennis zu spielen, nicht um eine Modenschau zu veranstalten. Und wenn andere eine Modenschau veranstalten wollen, sollen sie es doch tun“, vertraute sie kürzlich Journalisten an, die ihre Kleiderwahl kritisiert hatten.
Ein Ansatz, der über die bloße Auswahl von Kleidung hinausgeht.
Mehr als nur ein Outfit – es ist eine sich herausbildende, ganz eigene visuelle Identität: die einer Athletin, die ihr Recht einfordert, in Haute Couture zu spielen und sowohl auf dem Platz als auch auf der Straße mutig aufzutreten. Die Kombination aus Shorts und High Heels in diesem Pariser Look ist Teil einer umfassenderen Bewegung: der einer Generation von Spielerinnen, die nicht länger die Erlaubnis ihres Verbandes einholen müssen, bevor sie ihre Individualität zum Ausdruck bringen.
Mit ihrem jüngsten Auftritt in Shorts und High Heels beweist Naomi Osaka einmal mehr, warum sie zu den meistbeachteten Sportlerinnen in der Modewelt zählt. Sie ist eine Sportlerin, die sich weigert, zwischen sportlicher Leistung und individuellem Stil zu wählen.
