Sie haben einen hektischen Alltag und enorme familiäre Verpflichtungen, arbeiten aber unentgeltlich und ohne jegliche Bezahlung. Hausfrauen übernehmen gleichzeitig die Rollen von Sekretärin, Kindermädchen, Haushälterin und Köchin. Das Problem ist, dass diese Arbeit nicht deklariert wird. Logischerweise haben sie daher auch keinen Anspruch auf Rente.
Unsichtbare Arbeit, die sich im Ruhestand nur schwer quantifizieren lässt
Der Ruhestand ist für alle Berufstätigen ein Traum, wirft aber auch einige Sorgen auf. Viele Frauen befürchten, nicht genug Geld zu haben. Im Rentenalter sind Frauen und Männer nicht gleichgestellt. Wer seine Karriere aufgrund einer oder mehrerer Geburten unterbrechen musste, muss die versäumten Quartale nachholen, und seine hart erarbeitete Rente ist weniger üppig als die der Männer.
Den Zahlen zufolge erhalten Frauen im Durchschnitt 28 % niedrigere Renten als Männer. Die Gründe dafür? Berufswahl in weniger angesehenen Dienstleistungsberufen, anhaltende Lohnungleichheit und unterschiedlich lange Mutterschaftsurlaube. Hausfrauen sind derweil doppelt benachteiligt und befinden sich im Abseits, quasi „außerhalb des Systems“.
Obwohl sie jahrelang den Haushalt schmeißen, das Mittagessen für die ganze Familie zubereiten und Kinder von ihren ersten Schritten bis zum Abschied begleiten, erfahren sie kaum Anerkennung. Zwar heißt es , „jede Arbeit verdient Lohn“, doch Wäschefalten, Staubsaugen oder Windeln wechseln scheinen als freiwillige Arbeit oder bloße „gute Tat“ zu gelten. In Frankreich erhalten Hausfrauen jedoch eine Rente. Sie ist nur anders gestaltet als die Rente von Berufstätigen.
Der Betrag, den Hausfrauen im Ruhestand erwarten können
Die Website „Ma retraite en clair“ (Meine Rente – Klar und deutlich) hat eine Liste der Rechte dieser Frauen zusammengestellt, die dabei oft übersehen werden. Mit einer einfachen Anmeldung bei France Travail (der französischen Arbeitsagentur) können bis zu sechs Quartale an Rentenbeiträgen anerkannt werden. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die endgültige Rente. Hausfrauen können von der Altersvorsorgeversicherung für Hausfrauen und -männer (AVPF) profitieren.
Dadurch kann der CAF (Familienbeihilfefonds) ihre Rentenbeiträge übernehmen. Diese Mitgliedschaft ist jedoch an bestimmte Bedingungen geknüpft, wie beispielsweise den Bezug des Familienzuschlags – der insbesondere Familien mit mindestens drei Kindern gewährt wird – oder die Betreuung eines Kindes oder Erwachsenen mit einer Behinderung, deren Grad der dauerhaften Behinderung mindestens 80 % beträgt.
Ohne Rentenbeiträge gibt es normalerweise keine Standardrente. Hausfrauen und -männer können jedoch ab 65 Jahren die Mindestaltersrente (ASPA) beziehen, sofern sie bestimmte Einkommensvoraussetzungen erfüllen. Diese beträgt im Jahr 2026 etwa 1.043 € brutto monatlich für eine Einzelperson und 1.620 € brutto monatlich für ein Paar.
Was wäre, wenn Hausfrauen ein Gehalt bekämen?
Während der Status der Hausfrau früher eher auferlegt als bewusst gewählt wurde, ist er heute eine sehr persönliche Entscheidung. Neben den umstrittenen „ traditionellen Hausfrauen“, die online ein patriarchales Ideal verkörpern, gibt es Mütter, die ihre Kinder aufwachsen sehen und sich voll und ganz ihrer Erziehung widmen möchten. Oft als „Hausgöttinnen“ bezeichnet, sitzen sie nicht nur beim Bügeln vor dem Fernseher und schauen „Desperate Housewives“. Sie sind überall: Budgetmanagerinnen, Erzieherinnen, Nachhilfelehrerinnen, Wäscherinnen – ein Lebenslauf reicht nicht aus, um all ihre Fähigkeiten aufzulisten.
Laut INSEE (dem französischen Nationalen Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien) entspricht diese Hausarbeit, die oft als völlig banal abgetan wird, praktisch einer 34-Stunden-Woche. In einer idealisierten Welt, die leider nie Realität werden wird, würden Hausfrauen demnach zwischen 50.000 und 60.000 Euro pro Jahr verdienen. Das ist so viel wie das Gehalt einer Führungskraft im Finanzwesen. Um zu dieser Schätzung zu gelangen, addierten Experten die Durchschnittsgehälter der verschiedenen Positionen, die Hausfrauen innehaben.
Die Debatte dreht sich nicht einfach nur darum, wie viel diese Frauen im Rentenalter erhalten sollten. Sie hinterfragt unsere kollektive Wertschätzung von Pflege, Bildung und Haushaltsführung – wesentliche Aufgaben, die immer noch allzu oft im Schatten sogenannter „produktiver“ Karrieren stehen.
