Jede Saison erleben bestimmte Trends ein Comeback und werden im Lichte der aktuellen Zeit neu interpretiert. In diesem Frühling ist der Lagenlook wieder ein absolutes Muss.
Layering: Eine Technik, bevor sie zum Trend wurde.
Der Begriff „Layering“ bezeichnet die Kunst, mehrere Kleidungsstücke übereinander zu tragen, um eine harmonische Silhouette zu kreieren. Weit entfernt von einer bloßen Stoffanhäufung ist es ein wahres Spiel mit dem Gleichgewicht von Volumen, Textur und Länge. Ursprünglich diente Layering einem praktischen Zweck: der Anpassung an Temperaturschwankungen. Doch im Laufe der Jahrzehnte hat sich dieser funktionale Ansatz zu einem Ausdrucksmittel für individuellen Stil entwickelt. Von den 1990er- bis zu den 2010er-Jahren war Layering, beeinflusst von minimalistischer, Grunge- und Avantgarde-Ästhetik, ein fester Bestandteil der Laufstege und der Straßenmode. Heute feiert es sein Comeback in einer leichteren, anpassungsfähigeren Variante, die perfekt für die wechselhaften Frühlingstage geeignet ist.
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Warum ist der Lagenlook im Frühling so beliebt?
Der Frühling ist eine Jahreszeit des Übergangs. Die Morgens bleiben kühl, die Nachmittage werden wärmer, und abends ist manchmal eine zusätzliche Kleidungsschicht nötig. Dann ist der Zwiebellook eine naheliegende Lösung.
Neben seiner praktischen Seite ermöglicht der Lagenlook, die Garderobe aufzufrischen, ohne unbedingt neue Kleidungsstücke kaufen zu müssen. Ein Winterkleid lässt sich über einem leichten Hemd tragen, ein Tanktop unter einer Jacke mit Struktur und ein dünner Pullover über einem fließenden Kleid. Dieser Ansatz fördert zudem die Kreativität. Er regt dazu an, bereits vorhandene Kleidungsstücke neu zu entdecken, mit verschiedenen Kombinationen zu experimentieren und mit Proportionen zu spielen.
Wie meistert man die Kunst des Schichtens?
Das Erreichen einer harmonischen Schichtung beruht auf einigen wenigen einfachen Prinzipien.
- Zunächst zum Thema Volumen. Mehrere locker sitzende Kleidungsstücke übereinander zu tragen, kann die Silhouette wuchtiger wirken lassen. Die Idee ist oft, ein figurbetontes Unterteil mit ein oder zwei strukturierteren oder fließenderen Lagen zu kombinieren. Zum Beispiel ein figurbetontes Oberteil unter einem offenen Hemd, das wiederum unter einer leichten Jacke getragen wird.
- Als Nächstes sollten Sie die Materialvielfalt berücksichtigen. Das Mischen verschiedener Texturen – Baumwolle, Feinstrick, Denim, Leinen – erzeugt optische Tiefe. Dieser Kontrast verleiht dem Outfit Dimension, ohne dass komplexe Muster nötig sind.
- Auch die Länge spielt eine entscheidende Rolle. Wenn Saum, Ärmel oder Kragen hervorblitzen, wirkt das Outfit elegant. Ein längeres Hemd unter einem kurzen Pullover beispielsweise strukturiert die Silhouette und verleiht dem Gesamtbild Dynamik.
- Schließlich spielt die Farbpalette eine entscheidende Rolle. Neutrale Töne erleichtern die Kombinationsmöglichkeiten, während ein farbenfrohes Kleidungsstück zum Blickfang des Outfits werden kann.
Ein Trend, der auf den Laufstegen und auf der Straße zu sehen ist.
In den letzten Saisons haben viele Kollektionen den Lagenlook wieder in den Mittelpunkt gerückt. Kleider über Hosen, Lagenlooks mit Oberteilen, Röcke mit langen Blusen: Die präsentierten Silhouetten setzen auf Modularität. Im Alltag wird der Lagenlook oft intuitiver umgesetzt. Das kann ein schlichtes T-Shirt unter einem Slipdress sein, eine über die Schultern geworfene Strickjacke oder ein offener Trenchcoat über mehreren sichtbaren Lagen.
Diese Interpretationsfreiheit trägt zum Erfolg des Trends bei. Er wird nicht als Uniformität aufgezwungen, sondern als Methode, die sich an verschiedene Stile anpassen lässt – minimalistisch, romantisch, urban oder klassisch.
Lagenlook, ein Verbündeter verantwortungsvoller Mode
Das Tragen mehrerer Schichten Kleidung fördert zudem einen bewussteren Konsum. Anstatt mit jedem Saisonwechsel systematisch neue Kleidungsstücke zu kaufen, lassen sich die bereits vorhandenen Kleidungsstücke vielseitig kombinieren. Ein Sommerkleid kann mit einem dünnen Rollkragenpullover darunter auch im Frühling getragen werden. Ein Winterblazer wirkt leichter, wenn er mit einem Tanktop und einer fließenden Hose kombiniert wird. Diese Anpassungsfähigkeit ist Teil eines nachhaltigeren Ansatzes: die vorhandene Kleidung optimal zu nutzen und neue Tragemöglichkeiten zu entdecken.
Fehler, die es zu vermeiden gilt
Während das Tragen mehrerer Schichten viel Freiheit bietet, können bestimmte Kombinationen die Silhouette aus dem Gleichgewicht bringen.
- Zu viele Kleidungsstücke übereinander können, besonders bei schweren Stoffen, schnell auftragen. Im Frühling sind atmungsaktive und leichte Materialien daher die beste Wahl.
- Auch ein Mangel an Struktur kann problematisch sein. Ohne einen optischen Ankerpunkt – einen Gürtel, ein tailliertes Sakko, eine maßgeschneiderte Hose – kann das Outfit unordentlich wirken.
- Schließlich kann die Vernachlässigung der Farbharmonie zu einem unharmonischen Gesamtbild führen. Um ein stimmiges Gesamtbild zu erzielen, empfiehlt es sich, die Farbpalette auf wenige, harmonierende Farbtöne zu beschränken.
Eine Einladung zum Experimentieren
Der angesagte Lagenlook feiert diesen Frühling sein Comeback – nicht dank starrer Regeln, sondern aus der Lust am Experimentieren. Schichten anlegen, anpassen, im Laufe des Tages wieder entfernen: So wird das Outfit dynamisch. Mehr als nur ein Trend, eröffnet der Lagenlook eine neue Perspektive auf Kleidung. Er zelebriert die persönliche Kreativität und Anpassungsfähigkeit und trägt gleichzeitig den jeweiligen Wetterbedingungen Rechnung.
Lagenlook hat sich als einer der wichtigsten Trends für den Frühling etabliert: praktisch, vielseitig und ausdrucksstark. Durch das Spiel mit Stoffen, Längen und Volumen kann jeder einzigartige Looks kreieren, ohne die gesamte Garderobe umzukrempeln. Beim Lagenlook geht es nicht nur um Stil. Er ist auch eine Möglichkeit, die eigene Garderobe neu zu entdecken und unerwartete Kombinationen auszuprobieren.
