Die britische Schauspielerin Emma Corrin hat nie versucht, es allen recht zu machen – und ihr jüngster öffentlicher Auftritt in „The Crown“ bewies dies einmal mehr. Auf dem roten Teppich in London sorgte Emma Corrin in einem maßgeschneiderten Hosenanzug für Furore und löste damit zahlreiche Kommentare aus.
Ein maßgeschneiderter Anzug und ein starkes Statement in Sachen „Power-Dressing“.
Zur Eröffnungszeremonie von „Power of Women“ in London wählte Emma Corrin eine betont architektonisch anmutende Silhouette. Ein perfekt sitzender, einreihiger, dunkelbrauner Blazer wurde über einer hellblauen Bluse getragen, deren Knöpfe am Kragen leicht offen blieben. Die farblich zum Blazer passende Hose fiel präzise über rote Pumps mit eckiger Spitze – ein farblicher Akzent, der dem gesamten Outfit Lebendigkeit verlieh.
Schmuck verleiht Handgelenken und Fingern einen Hauch von Glanz. Das Haar ist kurz und streng nach hinten gekämmt, das Make-up dezent – kreiert von Gina Kane. Der gesamte Look wurde von Promi-Stylist Harry Lambert zusammengestellt, der bereits seit mehreren Saisons mit Emma Corrin zusammenarbeitet. Er ist ein perfektes Beispiel für zeitgemäßes „Power-Dressing“ – selbstbewusst, strukturiert und betont modern.
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Eine androgyne Signatur
Emma Corrin, die sich seit 2021 als nicht-binär identifiziert und die Pronomen iel/they verwendet, hat den Hosenanzug zu ihrem Markenzeichen gemacht. Vom roten Teppich der Oscars über die Met Gala bis hin zu Festivals – jeder Auftritt greift diese Ästhetik auf und oszilliert zwischen makelloser Schneiderkunst und femininen Details. Es ist ein unverkennbarer Stil, der ihre eigene Identität widerspiegelt – die einer Person, die die binären Kategorien von Mode und Gesellschaft ablehnt.
In den sozialen Medien stößt diese Haltung jedoch nicht überall auf Zustimmung. Unter den von internationalen Medien veröffentlichten Fotos finden sich immer wieder Kommentare mit demselben Tenor: „Sie sieht aus wie ein Mann“, „Warum ist sie so angezogen?“ , „Das stört mich.“ Diese Reaktionen sagen weniger über das Outfit selbst aus als vielmehr über die anhaltende Starrheit geschlechtsspezifischer Kleidungsvorschriften.
Eine historische Auszeichnung
Es ist wohl der Kontext des Abends, der diese Kritik umso unangebrachter macht, denn Emma Corrin war an diesem Abend die erste nicht-binäre Person, die den Power of Women Award erhielt, eine Auszeichnung für Personen, die ihre Sichtbarkeit genutzt haben, um kulturelle und soziale Grenzen zu verschieben.
„Ich fühle mich doppelt geehrt, als erste nicht-binäre Person diese Auszeichnung entgegenzunehmen“, betonte Emma Corrin in ihrer Rede. Dann fügte sie in etwas gebrochenem, aber dennoch ausdrucksstarkem Französisch hinzu: „Es ist wichtiger denn je, dass Menschen zusammenkommen und sich gegenseitig unterstützen, unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität. Aus diesen Netzwerken kann so viel Veränderung entstehen.“
Mit diesem Miu-Miu-Anzug liefert Emma Corrin weit mehr als nur einen gelungenen Modeauftritt. Er ist eine Antwort an all jene, die immer noch glauben, es gäbe nur eine einzige, dem Geschlecht entsprechende Art, sich zu kleiden. Und er erinnert uns subtil daran, was eine große Preisverleihung niemals vergessen sollte: Die Freiheit, man selbst zu sein, ist im Grunde das schönste Outfit.
