Im Job sind Sie proaktiv und teilen Ihre brillanten Ideen bereitwillig mit Ihren Kollegen. Sie warten nicht auf formelle Brainstorming-Sitzungen, um Ihre nächtlichen Einfälle mitzuteilen. Während die hilfsbereitesten Kollegen Ihre Projekte und Geistesblitze loben, stehlen die kleinlicheren schamlos Ihre Ideen und streichen die Lorbeeren ein.
Reagiere ruhig und taktvoll.
Manchmal hat man im Büro plötzlich eine zündende Idee und denkt: „Heureka!“ Dann spricht sich die Idee, über die man schon ewig gegrübelt und schlaflose Nächte verbracht hat, im ganzen Büro herum. Und wenn man sich aus Angst vor einem Flop nicht getraut hat, sie dem Chef zu erzählen, übernimmt das jemand anderes. Dieser skrupellose Kollege, der nur auf Ruhm aus ist und sich bei der Geschäftsleitung einschmeichelt, kommt einem zuvor und präsentiert die Idee, ohne zu erwähnen, dass sie von einem selbst stammt.
Es ist wie mit diesem etwas faulen Schuljungen, der es immer wieder schaffte, mit dem Klassenbesten zusammenzuarbeiten. Leider kann man diese Idee nicht patentieren oder urheberrechtlich schützen lassen, es sei denn, man hat die Erfindung des Jahrhunderts entdeckt und ist der nächste Leonardo da Vinci. Selbst wenn sie von einem selbst stammt, ist der Eigentumsnachweis schwierig. Wenn dann das Undenkbare passiert, empfindet man natürlich ein tiefes Gefühl der Ungerechtigkeit. Es geht nicht nur um das Ego, sondern auch um berufliche Anerkennung. Man hat nur einen Wunsch: diesem verdammten Kollegen endlich mal die Meinung zu sagen. Spoiler-Alarm: Das ist nicht die beste Vorgehensweise.
Bevor Sie Ihren Kollegen persönlich angreifen und seine Beschwerden öffentlich machen, sollten Sie den Sachverhalt klären. Hat Ihr Kollege Ihre Idee tatsächlich als seine eigene ausgegeben? Hat er lediglich einen von Ihnen eingebrachten Vorschlag umformuliert oder erweitert? Vermeiden Sie unnötige Aufregung.
Wie man einen Kollegen korrigiert, ohne konfrontativ zu wirken
Ziel ist es nicht, sich in einen intellektuellen Wettstreit zu verwickeln oder alte Rechnungen zu begleichen. Um jegliche Anschuldigungen gegen Sie zu vermeiden, vereinbaren Sie zunächst ein informelles Vieraugengespräch im Besprechungsraum. Es ist verlockend, voreilige Schlüsse über die eigennützige und geldgierige Natur dieses Kollegen zu ziehen, doch solche Annahmen sind ausgeschlossen, bevor man die Wahrheit kennt.
Sie können das Problem klar schildern und den Kollegen an die Unternehmensrichtlinien erinnern. Bitten Sie darum, dass zukünftig alle Beiträge korrekt zugeordnet werden. Sollte der Kollege nicht kooperieren und Sie nicht als Quelle anerkennen, können Sie Belege vorlegen, E-Mails ausdrucken und Ihre Beteiligung am Projekt hervorheben.
Die Anerkennung des eigenen Beitrags
Sicher, Ihr Kollege hat Ihre Idee vielleicht gestohlen, aber kann er sie Ihren Vorgesetzten gegenüber auch verteidigen? Schließlich fehlen ihm möglicherweise die nötigen Informationen, um tiefer in die Materie einzutauchen und die Idee weiterzuentwickeln. Er wird schnell von den praktischen Fragen überrascht werden. Sie hingegen, als Urheber, kennen das Thema in- und auswendig und können leicht überzeugen. Sie sprechen ganz natürlich darüber, ohne zu stottern oder an sich selbst zu zweifeln. Um die Urheberschaft Ihrer Idee zurückzuerlangen, können Sie auch einige kurze und wirkungsvolle Einstiegsfragen verwenden, wie zum Beispiel: „Ich kann Ihnen erläutern, wie ich zu diesem Vorschlag gekommen bin und welche nächsten Schritte ich mir vorgestellt habe.“
Schützen Sie Ihre Ideen im Alltag
Selbst wenn Sie Ihren Kollegen blind vertrauen, sollten Sie stets wachsam sein. Auch Sie sind nicht vor unlauteren Methoden gefeit. Deshalb ist es so wichtig, jede Idee festzuhalten. Notieren Sie sie nicht einfach flüchtig in einer Ecke eines Notizbuchs, das Sie verlieren oder in der U-Bahn liegen lassen könnten. Und vor allem: Erwähnen Sie sie nicht mündlich. Sonst steht Aussage gegen Aussage. Datieren und unterschreiben Sie die Notiz und speichern Sie sie auf einer Festplatte. Noch besser: Teilen Sie sie zuerst mit den wichtigsten Personen in Ihrem Unternehmen.
Wenden Sie sich gegebenenfalls an Ihren Vorgesetzten.
Sollte diese Situation erneut auftreten und Ihr Kollege weiterhin Ihre Arbeit monopolisieren, müssen Sie dies der zuständigen Abteilung melden. Was bringt es, im Büro zu übernachten, Überstunden zu machen und sich mit Kaffee als einziger Energiequelle den Kopf zu zerbrechen, wenn man am Ende nie die verdiente Anerkennung erhält? Bevor es jedoch so weit kommt, sollten Sie Beweise sammeln, die Ihre Behauptungen untermauern: E-Mails, Besprechungsprotokolle, Arbeitsdokumente oder datierte Korrespondenz.
Schildern Sie Ihrem Vorgesetzten die Fakten, ohne das Gespräch in eine Anklage gegen Ihren Kollegen zu verwandeln. Erklären Sie einfach, dass diese Situation wiederholt auftritt und Ihrer Anerkennung Ihrer Arbeit schadet.
Um zu verhindern, dass sich die Situation wiederholt
Der beste Weg, Ideendiebstahl zu verhindern, ist, Ihren Beitrag sichtbar zu machen. Wenn Sie einen Vorschlag einbringen, halten Sie ihn schriftlich fest und senden Sie nach einem Meeting eine kurze Zusammenfassung. So entsteht ein Nachweis und Sie zeigen gleichzeitig Ihr aktives Engagement im Projekt.
Behalten Sie Ihre besten Ideen nicht systematisch für sich, aus Angst vor Kritik. Präsentieren Sie sie, verteidigen Sie sie und beteiligen Sie sich an Diskussionen mit Ihrem Vorgesetzten.
Im Büro verbreiten sich gute Ideen schnell. Anstatt also den Kollegen zu entlarven, der plötzlich seine Berufung als „Erfinder“ entdeckt hat, sollten Sie vor allem lernen, sich Gehör zu verschaffen.
