Der Waschlappen ist in vielen Badezimmern unverzichtbar und fester Bestandteil der täglichen Routine. Doch ist er wirklich hygienischer als die Handwäsche? Expertenmeinungen geben Aufschluss darüber – von Peeling und Bakterien bis hin zur Waschhäufigkeit.
Der Waschlappen: ein potenzieller Nährboden für Bakterien
Ein Waschlappen ist ein feuchtes Textil, das oft in warmen Umgebungen wie dem Badezimmer aufbewahrt wird. Feuchtigkeit fördert das Wachstum von Mikroorganismen. Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) können feuchte Textilien zu einem idealen Nährboden für Bakterien und Pilze werden, wenn sie nicht regelmäßig getrocknet und gewaschen werden.
Von der American Academy of Dermatology befragte Dermatologen weisen zudem darauf hin, dass sich auf Badezimmeraccessoires (Waschlappen, Luffaschwämme, Schwämme) Bakterien, abgestorbene Hautschüppchen und Seifenreste ansammeln können. Das bedeutet nicht, dass der Waschlappen selbst gefährlich ist, sondern dass er sorgfältig gereinigt werden muss.
Ist es effektiver als die Hand?
Aus dermatologischer Sicht reicht es in der Regel aus, sich mit den Händen und einem milden Reinigungsmittel zu waschen, um Schmutz, Schweiß und überschüssigen Talg zu entfernen. Die American Academy of Dermatology weist darauf hin , dass die übermäßige Verwendung von abrasiven Hilfsmitteln die Hautbarriere schwächen kann, insbesondere bei Menschen mit empfindlicher Haut oder Neigung zu Ekzemen. Ein Waschlappen hingegen kann einen sanften Peeling-Effekt haben und helfen, abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen. Dieser Effekt ist rein mechanisch und hängt von der Art des verwendeten Materials ab.
Das eigentliche Problem: Trocknung
Entscheidend für die Hygiene ist das Trocknen. Ein in der Dusche zusammengeknüllter Waschlappen bleibt lange feucht und bietet einen idealen Nährboden für Bakterien. Allgemeine Empfehlungen für die Haushaltswäsche betonen zwei wesentliche Punkte:
- Lassen Sie die Textilien zwischen den einzelnen Tragevorgängen vollständig trocknen.
- Waschen Sie sie häufig bei geeigneter Temperatur.
Ein täglich verwendeter Waschlappen sollte idealerweise mehrmals pro Woche gewechselt werden. Einige dermatologische Empfehlungen raten sogar dazu, ihn nach jedem Gebrauch zu waschen, insbesondere bei empfindlicher Haut oder Hautläsionen.
Vorsicht vor Hautinfektionen
In seltenen Fällen kann ein schlecht gepflegtes Badezimmeraccessoire zu leichten Hautinfektionen, einschließlich Follikulitis (Entzündung der Haarfollikel), beitragen. Diese Infektionen entstehen, wenn Bakterien in die Haut eindringen. Die Mayo Clinic weist darauf hin, dass Follikulitis mit Bakterien in feuchten Umgebungen in Verbindung gebracht werden kann. Auch hier hängt das Risiko primär von der Pflege des Textils ab, nicht von der Häufigkeit der Benutzung.
Sollen wir aufhören, Handschuhe zu benutzen?
Es gibt keine offizielle Empfehlung, die die Verwendung eines Waschlappens verbietet. Seine Verwendung kann mit guter Hygiene vereinbar sein, sofern bestimmte einfache Regeln befolgt werden:
- Nach jedem Gebrauch gründlich ausspülen.
- gründlich auswringen
- Lassen Sie es an einem gut belüfteten Ort an der Luft trocknen.
- Waschen Sie es häufig bei hoher Temperatur.
Menschen mit sehr empfindlicher Haut, die zu Reizungen oder wiederkehrenden Infektionen neigt, bevorzugen möglicherweise das Händewaschen, da dies schonender und weniger reizend ist.
Was Dermatologen sagen
Experten betonen die Wichtigkeit von Mäßigung. Die Haut besitzt ein natürliches Mikrobiom aus nützlichen Mikroorganismen, die zu ihrem Gleichgewicht beitragen. Zu aggressive oder häufige Reinigung kann diese Schutzbarriere schädigen. Die American Academy of Dermatology empfiehlt die Verwendung eines milden Reinigungsmittels, das Vermeiden von starkem Reiben und das Einschränken von zu langen oder zu heißen Duschen. In diesem Zusammenhang ist ein Waschlappen weder unbedingt notwendig noch grundsätzlich problematisch: Es kommt ganz auf die richtige Anwendung und Pflege an.
Kurz gesagt: Die Verwendung eines Waschlappens unter der Dusche ist nicht grundsätzlich unhygienisch. Das eigentliche Problem liegt in der richtigen Pflege. Für eine hygienische Pflegeroutine ist gründliches Abtrocknen und regelmäßiges Waschen am wichtigsten. Ist dies nicht möglich, ist die einfache Reinigung mit den Händen und einem geeigneten Produkt eine ebenso effektive und oft hautschonendere Alternative.
