Um Dating-Apps zu umgehen, wählte sie eine radikal andere Methode. In Kalifornien nutzte Lisa Werbetafeln in der Stadt, um ihren zukünftigen Ehemann zu finden… und die Initiative lockte laut ihren Angaben mehr als 4.000 Verehrer an.
Riesige Werbetafeln, um deinen Seelenverwandten zu finden
Lisa, eine Einwohnerin von San Mateo, Kalifornien, wollte etwas Neues ausprobieren. Genervt vom Online-Dating mietete sie digitale Werbetafeln entlang des Highway 101, einer vielbefahrenen Straße, die Santa Clara mit dem Süden von San Francisco verbindet. Ihr Gesicht ist großformatig zu sehen, begleitet von einer klaren Botschaft: Sie sucht einen Ehemann.
Interessierte Autofahrer können ihre Website besuchen, wo sie ihren Ansatz und die für sie wesentlichen Kriterien erläutert. Die Geschichte wurde von der New York Post aufgegriffen und anschließend von mehreren internationalen Medien übernommen. Die Initiative stieß in den sozialen Medien schnell auf großes Interesse und zahlreiche Reaktionen.
Detaillierte Kriterien
Auf ihrer Website gibt Lisa an, dass sie einen Mann zwischen 35 und 47 Jahren sucht, der sich in naher Zukunft eine Familie gründen möchte. Sie betont außerdem, dass ihr gemeinsame politische Überzeugungen wichtig sind und positioniert sich selbst im linken Spektrum. Diese Transparenz ist ein wesentlicher Bestandteil ihrer Vorgehensweise. Ihr Ziel: Missverständnisse vermeiden und Zeit sparen. In weniger als einem Jahr haben sich über 4.000 Männer auf ihren Aufruf gemeldet.
Nach einer sorgfältigen Vorauswahl erklärte sie, dass sie etwa zwanzig Profile in die engere Wahl genommen hatte. Fünf von ihnen wurden zu einem Date eingeladen. Sie beschrieb die Auswahl als „durchdacht und gut organisiert“. Am Valentinstag erzählte Lisa sogar, dass sie den Abend mit einem der Kandidaten verbracht hatte, mit dem sie einige Wochen zuvor in Kontakt getreten war. Sie hatten einen Kinobesuch und ein einfaches Abendessen geplant.
Ein spaltender Ansatz
Während einige die Originalität und den Mut der Initiative loben, kritisieren andere sie scharf. Die Reaktionen in den sozialen Medien sind gemischt. Manche Nutzer bezeichnen den Ansatz als „verzweifelt“, andere sehen darin einen „trotzigen Weg, die Kontrolle über das eigene Liebesleben zurückzugewinnen“.
Lisa erklärt, dass sie die Kampagne mit einem Augenzwinkern gestartet hat, frustriert von den Einschränkungen von Dating-Apps. Sie gibt zu, die mediale Aufmerksamkeit, die das Experiment erregen würde, nicht vorhergesehen zu haben. Um ihre Privatsphäre zu schützen, bittet sie ausgewählte Kandidaten, eine Vertraulichkeitsvereinbarung zu unterzeichnen. Angesichts der öffentlichen Aufmerksamkeit für ihr Projekt hält sie diese Vorsichtsmaßnahme für notwendig.
Wenn die Liebe öffentlich wird
Urbane Werbung, die normalerweise kommerziellen Kampagnen vorbehalten ist, wird zum Instrument der Partnersuche. Lisas Initiative wirft Fragen nach der Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum auf. Indem sie ihre Suche nach einem Partner auf Plakatwänden präsentiert, die täglich von Tausenden von Autofahrern gesehen werden, macht sie aus einer intimen Suche ein Projekt.
Diese Entscheidung verdeutlicht auch die Schwierigkeiten, mit denen manche Singles bei der Nutzung herkömmlicher digitaler Werkzeuge konfrontiert sind. Indem Lisa auf dem Highway 101 für sich wirbt, umgeht sie Algorithmen und spricht die Öffentlichkeit direkt an. Der Ausgang ihres Vorhabens ist zwar noch ungewiss, doch eines steht fest: Ihre Initiative hat bereits Wirkung gezeigt.
Indem Lisa Werbetafeln mietete, um die Liebe zu finden, machte sie ihre persönliche Suche zu einem Medienphänomen. Ihr „Experiment“ verdeutlicht die Kreativität, die manche Menschen bei der Suche nach ihrem Seelenverwandten an den Tag legen. Zwischen Wagemut, Kontroverse und Hoffnung zeigt diese kalifornische Initiative letztendlich, dass man die Liebe manchmal auch im großen Stil finden kann.
