Mit 20 Jahren wurde Tia Cordery Hausbesitzerin – dank einer Gewohnheit, die sie bereits als Teenager begonnen hatte.

Mit 20 Jahren, ohne familiäre Unterstützung und mit Mindestlohn, ein Eigenheim zu besitzen: Das hat die junge Britin Tia Cordery geschafft und teilt ihre Geschichte nun auf TikTok. Ihr Werdegang widerlegt die gängige Annahme, dass der Zugang zu Wohnraum für unter 30-Jährige „völlig unerreichbar“ sei. Und er basiert laut Cordery auf finanzieller Disziplin, die sie schon lange vor ihrem Erwachsenenalter entwickelte.

Eine Lehrstelle und ein Mindestlohn mit 16 Jahren

Tia Cordery wuchs nicht in einer wohlhabenden Familie auf. Ihre Familie konnte ihr kein Geld für den Start ins Erwachsenenleben leihen, daher beschloss sie früh, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Als Teenagerin begann sie eine Ausbildung im Kundenservice. Ihr Gehalt war bescheiden – etwa 8 Pfund pro Stunde, der gesetzliche Mindestlohn für ihr Alter in Großbritannien.

In diesem Alter geben viele Teenager ihr erstes Geld für Ausgehen, Kleidung oder einfach nur für „Spaß“ aus. Tia Cordery trifft jedoch eine ganz andere Entscheidung. Und genau diese Entscheidung wird sechs Jahre später alles verändern.

400 Pfund pro Monat beiseitelegen

Jeden Monat zahlt die junge Frau denselben Betrag – etwa 400 Pfund – auf ein Bankkonto ein, das ausschließlich für ihr Immobilienprojekt bestimmt ist. „Ich hatte keine Rechnungen zu bezahlen“, erklärt sie in dem TikTok-Video, das derzeit viral geht. „Ich habe nicht viel verdient. Ich habe Mindestlohn bekommen. Aber ich habe durchgehalten.“

Ihre Methode? Radikale Selbstdisziplin, die sie in einige einfache Prinzipien unterteilt: ein separates Sparkonto (um Verwechslungen mit den täglichen Ausgaben zu vermeiden), keine unnötigen Ausgaben und vor allem der Verzicht auf Unternehmungen, die das Budget junger Erwachsener schnell überstrapazieren. Eine Strategie, die Finanzberatern wohlbekannt ist und die ganz auf Konsequenz beruht.

@tiacorderyx Wie ich meine erste eigene Wohnung gekauft habe 💖 #Mindestlohn #erstesZuhause #Inspiration #Influencer ♬ Originalton - Nicole

Der soziale Preis: verlorene Freunde und Kritiker

Diese Disziplin hat jedoch ihren Preis – einen sozialen. „Meine damaligen Freunde nannten mich geizig, weil ich nicht mein ganzes Geld für ständiges Ausgehen ausgeben wollte“, erzählt Tia Cordery. „Ich habe keinen Kontakt mehr zu ihnen, aber es war schwierig. Sie sagten immer: ‚Komm, lass uns Spaß haben!‘, und ich antwortete: ‚Ich habe nicht viel Geld, ich will das nicht.‘“ Diese Geschichte verdeutlicht, wie sehr der soziale Druck auf sparsame junge Menschen lasten kann – und wie viel Entschlossenheit es braucht, ihm standzuhalten.

Eine Karriere in der Immobilienbranche und eine Botschaft an junge Menschen

Heute arbeitet Tia Cordery selbst in der Immobilienbranche – eine Berufswahl, die ihren persönlichen Werdegang logisch fortsetzt. Und dank ihrer jahrelangen Ersparnisse konnte sie sich bereits mit 20 Jahren ihr erstes Haus kaufen.

Als eine der führenden Persönlichkeiten auf TikTok nutzt die junge Frau ihre Plattform, um andere junge Menschen für die Wichtigkeit des frühzeitigen Sparens zu sensibilisieren. Ihrer Aussage nach sind viele Gleichaltrige weder ausreichend über die Grundlagen des Sparens noch über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten für den Hauskauf informiert. Diese Beobachtung teilen viele Finanzexperten.

Tia Corderys Geschichte ist daher nicht „magisch“, sondern beruht auf einer einfachen Gewohnheit, die früh begonnen und mit beeindruckender Disziplin beibehalten wurde. Sie ist ein Beispiel, das alle Generationen daran erinnert, dass Sparen nach wie vor eines der wirkungsvollsten Mittel ist – vorausgesetzt, man weiß, wie und traut sich, täglich „Nein“ zu sagen.

Fabienne Ba.
Fabienne Ba.
Ich bin Fabienne, Autorin für die Website „The Body Optimist“. Ich bin begeistert von der Kraft der Frauen und ihrer Fähigkeit, die Welt zu verändern. Ich glaube, Frauen haben eine einzigartige und wichtige Stimme, und es ist mir ein Anliegen, meinen Beitrag zur Gleichberechtigung zu leisten. Ich unterstütze nach Kräften Initiativen, die Frauen ermutigen, sich Gehör zu verschaffen.

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