Ein markanter Lidstrich, dezentes Make-up, sorgfältig geschminkte, schimmernde Lippen … Ihre Kleidung spiegelt Ihre romantischen Gefühle wider – oder verrät sie. Ein Psychoanalytiker hat diese ästhetischen Entscheidungen untersucht und vier unterschiedliche Profile identifiziert. Mit jedem Pinselstrich spricht das Herz stumm. Jede noch so kleine Geste verrät etwas über Sie.
Die verschiedenen Profile von Schönheitssüchtigen und ihr romantischer Stil
Wenn du dich vor dem Spiegel fertig machst, schminkst du dich fast instinktiv. Lidschatten auftragen, Rouge auf die Wangen tupfen, die Lippen ausfüllen, mit schimmerndem Puder Highlights setzen … all diese Handgriffe sind zur Gewohnheit geworden, so wie Zähneputzen oder Händewaschen. Du schminkst dich, ohne überhaupt darüber nachzudenken.
Doch wenn du deine Augen wie eine leere Leinwand füllst oder deine Wangenknochen wie ein Schriftsteller seine Worte mit Worten betonst, strahlt deine romantische Seele. Du zeichnest die Konturen deines Gesichts nicht mit schwarzem Kajal oder braunem Puder nach, sondern mit der Tinte deines Herzens. Laut Psychoanalytiker Christian Richomme, der seine Erkenntnisse mit Doctissimo teilte, ermöglichen dir die Schönheitsrituale, die du jeden Morgen im Morgengrauen durchführst, dein romantisches Porträt zu erschaffen – fernab von trendigen Hashtags und Pinterest-Pins.
Diejenigen, die Make-up tragen, um "festzuhalten"
Für manche Frauen ist Make-up kein Vergnügen, sondern eine fast schon lebensnotwendige Notwendigkeit. Es ist unmöglich, sich ohne Filter, ohne Korrektur, ohne den letzten Schliff zu zeigen. „Das Ritual ist für sie wie eine Rüstung“, erklärt Christian Richomme.
Diese Anhängerinnen makelloser Haut und perfekt geschminkter Lippen tragen ihr Make-up wie einen Schutzschild. Hinter dieser akribischen Prozedur verbirgt sich oft die Angst, ungeschminkt und verletzlich gesehen zu werden. „Ihre versteckte Botschaft: ‚Sag mir, dass ich begehrenswert bin.‘“ Sie suchen ständige Bestätigung im Blick anderer, Beweise der Liebe, um ihr manchmal fragiles Selbstwertgefühl zu stärken.
Diejenigen, die Natürlichkeit pflegen
Umgekehrt gibt es Frauen, die Schönheit eher unkompliziert betrachten. Sie können ohne Make-up aus dem Haus gehen, ohne sich dadurch unwohl zu fühlen. Für sie ist Make-up ein Spiel, ein Bonus, niemals eine Pflicht.
„Make-up ist für sie ein Vergnügen, keine Notwendigkeit“, betont die Expertin. Ihr Ritual ist sanft, langsam, fast meditativ. Sie massieren ihre Haut, tragen die Creme aufmerksam auf, wie ein Akt der Selbstliebe. „Ihre versteckte Botschaft: ‚Ich finde zu mir selbst und beruhige mich.‘“ Ihre Fähigkeit, sich selbst zu lieben, ermöglicht es ihnen, unabhängig zu lieben und eine Form emotionaler Stabilität zu bewahren.
Diejenigen, die jedes Detail kontrollieren
Manche Frauen hingegen überlassen nichts dem Zufall. Jedes Detail ihres Aussehens ist kontrolliert: perfekt geformte Augenbrauen, makellose Maniküre , ein sorgfältig ausgewähltes, charakteristisches Parfüm.
„Sie pflegen ihr Image wie ein persönliches Territorium, das es zu schützen gilt“, analysiert Christian Richomme. Hinter dieser Strenge verbirgt sich oft der Wunsch nach Kontrolle, selbst in Beziehungen. „Ihre versteckte Botschaft: ‚Ich zeige, was ich will, aber nicht alles.‘“ Sie lieben, ja, aber mit einer gewissen Distanz, indem sie einen Teil von sich unerreichbar halten.
Diejenigen, die sich ständig ändern
Und dann gibt es noch diejenigen, deren Schönheitsroutine genauso unberechenbar ist wie ihre Stimmung. Mal elegant, mal völlig ungehemmt. Eine Woche lang begeistert von einem neuen Produkt, die nächste Woche völlig desinteressiert.
„Schönheit ist stimmungsabhängig“, erklärt die Expertin. Ihr Verhältnis zu Make-up spiegelt somit direkt ihren emotionalen Zustand wider. „Ihre Schönheitsroutine ist ein Mittel, um mit intensiven und wechselnden Gefühlen umzugehen.“ Das Ritual dient hier als Zufluchtsort, aber auch als Stimmungsbarometer.
Was wäre, wenn Ihre Routine zu einem Werkzeug zur Selbsterkenntnis würde?
Die eigenen Gesten vor dem Spiegel zu beobachten, ist ein bisschen wie zwischen den Zeilen des eigenen Tagebuchs zu lesen. Warum gerade dieser Lippenstift und nicht ein anderer? Warum dieser plötzliche Drang, alles auszulöschen oder im Gegenteil alles zu intensivieren? Hinter diesen scheinbar harmlosen Entscheidungen verbergen sich oft Gefühle, die Ausdruck suchen.
Make-up kann so zu einem wirkungsvollen Mittel der Selbstfindung werden. Nicht um sich selbst zu verurteilen oder einzuengen, sondern um die eigenen emotionalen Bedürfnisse besser zu verstehen. Trägst du Make-up, um zu verführen, dich selbst zu beruhigen, dich zu schützen oder einfach nur, um dir selbst etwas Gutes zu tun? Die Antwort kann sich je nach Lebensphase, Begegnungen oder sogar deiner aktuellen Stimmungslage ändern. Und genau darin liegt sein Reichtum.
Sich selbst ungefiltert lieben lernen… mit oder ohne Make-up
Das eigentliche Problem ist nicht, auf Make-up zu verzichten oder es übermäßig zu verwenden, sondern die emotionale Abhängigkeit davon zu überwinden. Sich selbst mit Zärtlichkeit betrachten zu können, ob geschminkt oder nicht, ist zweifellos die gesündeste Form der Selbstliebe.
Denn letztendlich sollte Make-up niemals eine Voraussetzung dafür sein, sich liebenswert zu fühlen, sondern eine freie, freudvolle, fast spielerische Entscheidung. Eine Erweiterung des Selbst, keine Tarnung. Und in einer Beziehung verändert diese Freiheit alles. Sie erlaubt es einem, nicht mehr ständig um jeden Preis gefallen zu wollen, sondern ganz man selbst zu sein. Seine Nuancen, seine Gegensätze, seine guten und seine schlechten Tage zu zeigen.
Letztendlich ist Schminken niemals eine triviale Handlung. Es ist ein intimer Dialog mit sich selbst… der immer, auf die eine oder andere Weise, von Liebe handelt.
