Die Sängerin, die sich belästigt fühlte, erklärt, warum die Auswanderung aus ihrem Land für sie notwendig wurde.

Heo Gayoon, ehemaliges Mitglied der südkoreanischen K-Pop-Girlgroup 4MINUTE, schilderte kürzlich bewegend die Gründe für ihren Weggang aus Südkorea, einem Land, das für ihre Karriere von zentraler Bedeutung war. Geplagt von Belästigungen, einer Essstörung und tief betroffen von einer Familientragödie, erklärt die Sängerin, warum die Flucht für sie zu einem Akt des Überlebens wurde.

Ein Idol der zweiten Generation, das am Druck zerbrach

Heo Gayoon debütierte 2009 als Leadsängerin von 4MINUTE, einer der bekanntesten Girlgroups der zweiten K-Pop-Generation. Jahrelang verkörperte sie das Bild des sogenannten perfekten Idols: talentiert, lächelnd und stets professionell vor der Kamera. Doch hinter dieser Fassade sah die Realität weitaus düsterer aus.

In einem kürzlichen Auftritt in der koreanischen Fernsehsendung „You Quiz on the Block“ enthüllte sie, dass sie Opfer von Mobbing und in einen Fall von Schulgewalt verwickelt war, den sie lieber schweigend ertrug, anstatt sich zu wehren oder zu verteidigen. Sie erklärte außerdem, dass sie an Bulimie litt: Sie aß so lange, bis körperliche Schmerzen sie zum Aufhören zwangen, und konnte ihre Essstörung nicht mit ihrem Umfeld teilen.

Unerträglicher Kummer und verletzende Worte

Neben dem Druck ihres Umfelds und ihrer Essstörung musste Heo Gayoon auch eine Familientragödie verkraften: den plötzlichen Tod ihres älteren Bruders. Dieser Schock markierte einen Wendepunkt in ihrem Leben. Heo Gayoon vertraut an, dass ihre Eltern, überwältigt von Trauer, nach seinem Tod zu ihr sagten: „Wenn du nicht wärst, würden wir ihm auch folgen wollen.“ Vernichtende Worte für eine ohnehin schon labile junge Frau, die sie noch tiefer in Schuldgefühle und Leid stürzten. Korea, ihr Heimatland, wurde fortan zum Synonym für angehäufte Wunden: Mobbing, Essstörungen, Trauer und familiäre Missverständnisse.

Korea verlassen, um zu überleben: ein notwendiges Exil

Angesichts dieses angehäuften Schmerzes traf Heo Gayoon schließlich eine radikale Entscheidung: Sie ging. Sie beschloss, sich auf Bali in Indonesien niederzulassen, wo sie seither etwa drei Jahre lebt. Dort fand sie ein friedlicheres Umfeld, fernab vom Rampenlicht, den Erwartungen der Musikindustrie und den Erinnerungen, die sie quälten. Um diesen Abschied zu ermöglichen, verkaufte sie sogar ihre Wohnung in Seongsu-dong, Seoul, sowie ihr Auto und kappte damit symbolisch die materiellen Verbindungen zu ihrem früheren Leben. Dies war keine Flucht aus Bequemlichkeit, sondern eine Entscheidung für ihr seelisches Überleben: Bali wurde für sie zu einem Ort, an dem sie sich neu orientieren, durchatmen und sich jenseits des „Idol“-Labels neu definieren konnte.

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Vom K-Pop-Star zur Frau auf der Suche nach Frieden

Seit der Auflösung von 4MINUTE im Jahr 2016 hat sich Heo Gayoon nach und nach der Schauspielerei und einem zurückgezogeneren Leben zugewandt. 2024 erregte sie erneut öffentliche Aufmerksamkeit, indem sie ihr Leben auf Bali in den sozialen Medien teilte und dabei eine einfachere, natürlichere Frau zeigte, die eher nach innerem Frieden als nach Ruhm strebt. Ihre Geschichte wirft ein Licht auf die verborgene Seite des K-Pop.

  • Extremer Druck auf Körper und Image.
  • Skandale und Gerüchte über „Schulgewalt“, die den Ruf zerstören.
  • Das verordnete Schweigen um psychische Erkrankungen und Essstörungen.

Indem Heo Gayoon seine Geschichte erzählt, verleiht er diesem oft unsichtbaren Leid ein menschliches Gesicht und erinnert uns daran, dass sich hinter jedem Idol ein Mensch verbirgt, der kurz vor dem Zusammenbruch stehen könnte.

Heo Gayoons Geschichte ist nicht nur die einer Sängerin, die ihr Land verließ, sondern die einer Frau, die einem toxischen Umfeld entfliehen musste, um zu überleben. Indem sie offen über ihre Bulimie, die erlittenen Belästigungen und den Schmerz über den Verlust ihres Bruders spricht, bricht sie ein Tabu, das in der koreanischen Musikindustrie immer noch weit verbreitet ist, und ermutigt andere Künstler – und Fans –, ihre psychische Gesundheit ernst zu nehmen.

Léa Michel
Léa Michel
Meine Leidenschaft gilt Hautpflege, Mode und Film. Ich widme meine Zeit der Erkundung der neuesten Trends und teile inspirierende Tipps für mehr Wohlbefinden in der eigenen Haut. Für mich liegt Schönheit in Authentizität und Wohlbefinden – und genau das motiviert mich, praktische Ratschläge für die Verbindung von Stil, Hautpflege und persönlicher Erfüllung zu geben.

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