Die südafrikanische Sängerin, Songwriterin und Tänzerin Tyla hat nie ein Blatt vor den Mund genommen, wenn es um Dinge ging, die sie störten. In der ersten „Beauty Zine“ des i-D Magazins, die am 21. April 2026 erschien, sprach sie offen über Fotoretusche und den Druck, perfekt sein zu müssen – und das mit einer Offenheit, die sofort Anklang fand.
„Soziale Medien vermitteln einem wirklich das Gefühl, perfekt sein zu müssen.“
Das britische Mode-, Musik-, Kunst- und Jugendmagazin i-D veröffentlichte im Frühjahr 2026 sein erstes Zine, das sich ausschließlich dem Thema Schönheit widmet: ein großformatiges, glänzendes Magazin mit Wendecover – Tyla auf der einen Seite für den Damenteil und Model Shaid auf der anderen für den Herrenteil. Tyla ist auf zwei verschiedenen Covern zu sehen, und im Heft finden sich ein Interview von Laetitia Lotthé sowie eine aufgezeichnete Fragerunde, die auf dem YouTube-Kanal des Magazins verfügbar ist.
In diesem Interview äußerte Tyla ihre eindringlichsten Worte: „Soziale Medien vermitteln einem das Gefühl, perfekt sein zu müssen, was völlig unrealistisch ist. Unvollkommenheit hat so viel Schönheit … sogar bei den Zähnen!“ Die Sängerin kritisiert einen Trend, den sie absurd findet: die Besessenheit von makellos weißen und geraden Zähnen, die ihrer Meinung nach jegliche Individualität auslöscht.
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„Ich habe eine große Narbe am Arm und ich liebe sie.“
„Das Mädchen, das du da anschaust, will wahrscheinlich etwas von dir. Ich habe eine große Narbe am Arm und ich liebe sie. Ich liebe mein Muttermal. Ich liebe Unvollkommenheit in meiner Kunst, in meinen visuellen Kreationen, in meiner Musik, in meinem Körper“, erklärt Tyla. Diese unverblümten Worte stehen in starkem Kontrast zu den üblicherweise glattgebügelten Bildern auf den Titelseiten von Schönheitsmagazinen – und lösten sofort Reaktionen ihrer Fans auf Instagram aus.
Eine Schönheitsidentität, die fernab gesellschaftlichen Drucks entstanden ist.
Tyla erinnert uns auch daran, dass das Gefühl des Mangels universell und menschlich ist: „Nicht das zu haben, was man sich wünscht, bedeutet nicht, dass man weniger wert ist.“ Aufgewachsen in Johannesburg (Südafrika), sagt sie, dass sie schon sehr früh ihre eigene Beziehung zur Schönheit entwickelt hat, fernab der auferlegten Standards: Sie schmuggelte heimlich Eyeliner in die Schultoiletten, lernte, die Haare ihrer Schwestern zu flechten und experimentierte unermüdlich.
Eine Nachricht, die zum "richtigen Zeitpunkt" ankommt
Diese Aussage erfolgt nur wenige Wochen vor der Veröffentlichung ihres zweiten Albums „APOP“ am 24. Juli 2026. Die Singles „Chanel“ und „She Did It Again“ mit der schwedischen Singer-Songwriterin Zara Larsson feierten bereits weltweite Erfolge. Für eine Künstlerin, die sich auf eine neue Ära vorbereitet, ist es kein Zufall, dass sie ihre „Unvollkommenheiten“ auf dem Cover eines Beauty-Magazins zeigt – es ist ein klares Bekenntnis.
Eine Narbe, die sie stolz präsentiert, ein Schönheitsfleck, der ihr anerkennend zur Schau gestellt wird, ein schiefer Zahn, den sie feiert – Tyla wartete nicht darauf, den gesellschaftlichen Schönheitsidealen zu entsprechen, um sich einen Namen zu machen. Und genau das macht ihre Botschaft so kraftvoll wie ihre Musik.
