Die amerikanische Folk-Sängerin und Songwriterin Joan Baez beweist weiterhin dieselbe Aufrichtigkeit. In einem Podcast sprach sie offen über das Älterwerden und ihr Verhältnis zu ihrem Körper.
„Ich mag meine Falten nicht“: ein offenes Eingeständnis
Im Podcast „Wiser Than Me“ der amerikanischen Schauspielerin, Komikerin, Fernsehproduzentin und Sängerin Julia Louis-Dreyfus sprach Joan Baez über das Thema Älterwerden. Auf die Frage nach ihrem Verhältnis zum Altern gestand sie: „Ich mag meine Falten nicht.“ Humorvoll fügte sie hinzu, dass manche Frauen zwar behaupten, sich mit ihren Falten „abgefunden“ zu haben, dies aber trotz aller Bemühungen bei ihr nicht wirklich der Fall sei. „Aber so schlimm ist es nicht“, scherzte sie.
Schönheitsoperationen? „Nicht wirklich.“
Als Julia Louis-Dreyfus sie fragte, ob sie jemals über Schönheitsoperationen nachgedacht habe, antwortete Joan Baez: „Nicht wirklich.“ Wie viele Frauen, vertraute sie an, schaue sie manchmal in den Spiegel und ziehe die Wangenknochen zurück, um sich das Ergebnis vorzustellen. Sie gab sogar zu, einmal erwogen zu haben, „diese kleine Hautfalte“ über ihren Augenlidern entfernen zu lassen. Bevor sie schließlich schlichtweg sagte, sie habe es sich anders überlegt.
Abgesehen von den Falten hat Joan Baez eine differenzierte Sicht auf ihr Alter. Sie gibt sogar zu, sich im Grunde ihres Herzens kaum über 70 zu fühlen. Das Beste daran? Diese „Ansammlung eines ganzen Lebens“: Wissen, Emotionen, Beziehungen, Begegnungen. „Man kann nicht leugnen, dass man im Laufe der Jahre etwas dazugewinnt“, resümiert sie. Der „Preis dafür“, sagt sie, sind genau diese Falten, die sie noch immer nur schwer akzeptieren kann.
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Tanz als Raum der Freiheit
Joan Baez hat ein Geheimnis für ihre Energie und ihr inneres Gleichgewicht: Tanzen. Sie erzählt von einer Begegnung mit einem Medium in Deutschland, das nach der Erstellung ihres Horoskops einen Gedanken mit ihr teilte, der sich ihr tief ins Gedächtnis eingeprägt hat. Laut ihm war sie zwar auf der Erde, um zu malen, zu zeichnen, zu singen und sich zu engagieren, doch der wahre Grund für ihre Anwesenheit war… das Tanzen.
Ein Gedanke, der sie tief berührte. „Dort entsteht meine Freiheit“, erklärt Joan Baez. Sobald die Musik erklingt, verschwinden alle Sorgen und die Bewegung erfolgt ganz natürlich. Sie tanzt zwar nicht unbedingt jeden Tag, nutzt aber „jede Gelegenheit, sich vom Rhythmus mitreißen zu lassen“ – eine Möglichkeit für sie, sich zu bewegen und sich auf genussvolle Weise etwas Gutes zu tun.
Eine Legende der Folkmusik mit einer "außergewöhnlichen" Karriere
Joan Baez, eine prägende Figur der Folkmusik und unermüdliche Aktivistin, hat die Geschichte weit über ihre Lieder hinaus geprägt. Sie war kürzlich Gegenstand des Dokumentarfilms „Joan Baez: I Am a Noise“ (2023) und wurde von Monica Barbaro in dem Film „A Complete Unknown“ (2024) porträtiert, der den Aufstieg von Bob Dylan beleuchtet – zu dem sie in den frühen 1960er-Jahren eng befreundet war.
Joan Baez beweist damit, dass man auch ohne Maske oder Verstellung altern kann. Indem sie erklärt, dass sie ihre Falten nicht mag und gleichzeitig eine Operation ablehnt, gibt sie eine seltene und befreiende Stimme.
